FAMILIENFASNACHT: Hilfe, die wilden Hühner sind los!

Grosse Fasnacht im Kleinen: Familien und Kinder prägen die Fasnacht – mit Sujets zum Fürchten, Lachen oder einfach nur zum Staunen.

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Die Brechbühls tanzen als Straussenhühner auf dem Rathaussteg in Luzern. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Die Brechbühls tanzen als Straussenhühner auf dem Rathaussteg in Luzern. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Güdismontag, 12 Uhr in Luzern: Dutzende von kostümierten Familien schlendern zu Guuggenmusig-Klängen entlang des Rathausquais. Die Kinder verfolgen mit weit aufgerissenen Augen das wilde Treiben der Fasnächtler. So bestaunen sie gackernde und tanzende Straussenhühner auf dem Rathaussteg. Unter den vier gelben Masken steckt die Familie Brechbühl aus Luzern. Ihr Motto passt zum Jodlerfest: Da gebe es schliesslich viele Bauern mit Hühnern, und auch das Jodeln höre sich manchmal fast wie Gackern an.

Auch Jonas (6) und Carla (9) Herzig aus Adligenswil laufen in Vollmaske durch die Gassen. Als Bart und Lisa Simpson bringen sie zusammen mit ihrer Mutter Daniela (45), die sich als Marge Simpson verkleidete, Fasnächtler zum Staunen. «Wir schauen die Comic-Serie ?Die Simpsons? oft im Fernsehen. Sie gefällt uns super», sagt Carla Herzig. Für Jonas Herzig gibt es an diesem Nachmittag nur eines: «Ich will so viele Süssigkeiten sammeln, wie ich kann.»

Reiterin Elvira Baettig (10) ist mit dem urchigen Älpler Ueli unterwegs. Unter dem dicken Bauch und der grinsenden Fratze steckt aber kein Mann, sondern ihre Mutter Ursi Baettig (43) aus Adligenswil: «Heute ist es unglaublich kalt. Doch mit warmen Socken und einem Kafi Zwetschge kann man sich warm halten.»

Die Todesmusiker
Düster und äusserst musikalisch präsentiert sich die Gruppe Les Chapeaux Longs aus Luzern. Als Skelette verkleidet, musizieren Delphine Queval (36), Märt Infanger (40), Robert Dunst (11) und Rosanna Ferahkal (10) mit ihren Handorgeln bei der Rathausbrauerei. «Wir machen tote Musik für tote Leute», sagt Märt Infanger. Dafür hätten sie gestern am Sonntag noch extra geübt. Nun suchen sie sich einen ruhigen Platz. «Damit man unser Handorgelspiel gut hört.»

Flower-Power
Das pure Gegenteil der todbringenden Musikgestalten ist die Hippie-Kommune 1. Mit ihren Schlaghosen verströmen Christoph (36), Susanne (33), Sarah (5) und Simon (2) Stalder aus Meggen den Charme von Flower- Power in Luzern. «Die Kostüme habe ich selber genäht», sagt Susanne Stalder. Trotz der Kälte laufe es gut mit den Kindern. «Man muss einfach unter dem Kostüm viele Schichten anziehen», sagt Susanne Stalder.

Kaum zu überhören ist die «gestresste Hausfrau», verkörpert durch Verena Ineichen (44) aus Willisau. Die Biogurkenmasken tragende Heimangestellte wird von ihrem sechsjährigen Sohn Davine Bachmann begleitet. Mit seinem Dinosaurier-Kostüm bringt ers auf den Punkt: «Die Fasnacht darf nie aussterben – nicht so wie damals die Dinos.»

Andreas Bättig

HINWEIS
Zwei weitere Fasnachtshöhepunkte für Familien: Kindermonster-Umzug um 14.30 Uhr in Luzern (Beginn Mühlenplatz) und grosser Kinderumzug in Ebikon (13.30 Uhr).