Fasnacht 2021 soll stattfinden, wohl einfach etwas anders

In Luzern trafen sich heute Montag die obersten Fasnächtler und die Stadtbehörden. Sie suchen nach Wegen, wie die Fasnacht trotz Coronapandemie durchgeführt werden kann. Entscheide sind noch keine gefallen.

Hugo Bischof
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Rund fünf Monate dauert es noch bis zum geplanten Beginn der Luzerner Fasnacht am 11. Februar 2021. Ob diese stattfinden kann und, falls ja, unter welchen Bedingungen, ist allerdings noch ungewiss. Vieles hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Am Montagabend trafen sich die Verantwortlichen von Fasnacht, Behörden, Blaulichtorganisationen und Strasseninspektorat zu einem internen Gedankenaustausch. Einziges Traktandum: Corona.

Riesige Menschenansammlungen wie hier bei der Fritschitagwache 2017 auf dem Kapellplatz in der Luzerner Altstadt sind bei der kommenden Fasnacht wohl undenkbar.

Riesige Menschenansammlungen wie hier bei der Fritschitagwache 2017 auf dem Kapellplatz in der Luzerner Altstadt sind bei der kommenden Fasnacht wohl undenkbar.

Bild: Pius Amrein (Luzern, 23. Februar 2017)

Entscheide sind keine gefallen. Es gab danach auch keine offizielle Mitteilung. Wir konnten aber mit Peti Federer, Medienchef des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK), reden. «Ich bin überzeugt, dass es auch 2021 eine Fasnacht geben wird», sagt dieser: «Es wird wohl einfach nicht die gleiche Fasnacht sein, wie wir sie von den letzten Jahren kennen, sondern eine etwas andere.»

Riesengedränge in Altstadt verhindern

Über die grossen Anlässe wie die Fritschitagwache am Schmutzigen Donnerstag sowie die Umzüge könne man jetzt noch nichts sagen: «Dafür ist es noch zu früh.» Es werde aber sicher darum gehen, die grossen Menschenansammlungen und das Riesengedränge in der Altstadt zu verhindern. Dabei dürfe es keine Tabus geben, sagt der LFK-Medienchef:

«Vielleicht muss die Fasnacht wieder vermehrt in die Quartiere zurückkehren, so wie früher.»

Federer führt derzeit viele Gespräche mit Fasnächtlern. Dabei höre er oft den Spruch: «Wenn es keine Strassenfasnacht und keine Umzüge gibt, dann mache ich halt diesmal gar nichts.» Er hofft, dass es nicht dabei bleibt: «Wir wollen die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler und vor allem auch die Vereine und Gruppen sensibilisieren, sich Gedanken zu machen und neue Ideen zu entwickeln, wie die Fasnacht trotz allem stattfinden kann.» Entsprechend dem Motto des diesjährigen LFK-Präsidenten Dani Abächerli: «Dem Coronavirus mit dem positiven Fasnachtsvirus die Stirn bieten.»

Peti Federer selber ist Mitglied der Guuggemusig «Chottlebotzer». Für ihn ist klar: «Wir definieren uns nicht über die Umzüge. Es gibt auch andere Wege, um Fasnacht zu zelebrieren.» In die Diskussion einbezogen sind auch die Kulturfasnächtler und die Vereinigten, der grösste Fasnachtsverband der Zentralschweiz. Eine nächste Sitzung mit den Stadtbehörden soll es nach den Herbstferien geben.

Regelmässiger Gedankenaustausch mit Basel

Fast zeitgleich mit Luzern fand am Montagabend auch in Basel eine interne Info-Veranstaltung zur Fasnacht statt. In der Rheinstadt musste die Fasnacht 2020 Corona-bedingt abgesagt werden, der nächste Morgestraich ist auf den 22. Februar 2021 terminiert. «Wir pflegen mit Basel einen regelmässigen Gedankenaustausch, unsere Anliegen sind fast deckungsgleich», sagt Peti Federer. Dass auch in Basel eine Dezentralisierung der Fasnacht ein Thema ist, bestätigt Pia Inderbitzin, die Obfrau des Basler Fasnachts-Comités: «Wir planen die Fasnacht derzeit mit den Behörden, können aber noch kein pfannenfertiges Projekt vorlegen. Aber wir hoffen wie in Luzern, dass auch bei uns der Funke springen wird.»

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