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FASNACHT: «Bräiking Njus» vom Land

Fasnachtszeitungen: Nur der allerheisseste Dorfklatsch schafft es in eine der kultigen Fasnachtszeitungen. Hier finden Sie eine Auswahl der lokalen Revolverblätter.
Bild: Ismail Osman

Bild: Ismail Osman

Hochdorf: Klassisch Ein fester Wert in der hiesigen Fasnachtszeitungslandschaft, erscheint der «Schmätter» doch bereits zum 52. Mal. Der optische Wiedererkennungswert ist denn auch nicht von der Hand zu weisen. Inhaltlich beruft man sich auf seine Kernkompetenz: mit spitzer Feder – und einem Reimlexikon zur Hand – die kleineren und grösseren Geschehnisse rundum «Hofdere» Revue passieren zu lassen. Egal, ob zum Altpapierstreit in Gelfingen, der Saga rund um den Seerundweg oder den Pannen bei den SBB, Zunftmaskottchen «Schmätti» gibt überall seinen Senf dazu. Rührend: In der diesjährigen Ausgabe sind an diversen Orten Lücken zu finden. Diese wurden zu Ehren des im vergangenen Jahr verstorbenen, langjährigen «Schmätter»-Redaktionsmitglieds Franz Setz offen gelassen. Highlight: der «Entscheidungsbaum». Umfang: 51 Seiten, Preis: 5 Stotz, Auflage: rund 1300, Verkauf: in vielen Geschäften in und um Hochdorf. (Bild: Ismail Osman)
Horw: Hautnah Die Macher der Horwer Fasnachtszeitung «Pilatus Putzete» wissen einfach, wie erfolgreicher Boulevard funktioniert: Viel nackte Haut und Skandale müssen auf die Titelseite. Nun gut, die abgebildete Nacktheit ist lediglich gezeichneter Natur, der Skandal dafür handfest. Dass die Gemeinde Grundstücke auf der Horwer Halbinsel mittels Drohne fotografierte, gab einiges zu reden – und ist natürlich ein gefundenes Fressen für abstruse Thesen. Wie jene, wonach vor allem diejenigen Seeuferbewohner fotografiert wurden, die sich oben ohne an die Sonne legten. Auch sonst wartet man mit «reisserischen» Geschichten auf. So wird etwa vom tiefen Fall des SVP-Gemeinderates Robert Odermatt berichtet – genauer gesagt von dessen Wahlplakat, das öfter mal von der Stange fiel. Highlight: Kuriositäten aus dem Strassenverkehr. Umfang: 23 Seiten, Preis: 5 Stotz, Auflage: 1100, Verkauf: in Kiosks und Beizen in ganz Horw. (Bild: Ismail Osman)
Altbüron: Kompakt Rund 1000 Einwohner zählt die Gemeinde Altbüron – und es scheint gut möglich, dass das Fasnachtskomitee 6 Gögs über jeden Einzelnen von ihnen etwas in der Hinterhand hat. In ihrer äusserst kompakten Postille, dem «Dorfspiegel», versuchen die Gögs davon so viele wie möglich unterzubringen. Mit einem Augenzwinkern amüsiert man sich über die kleineren und grösseren Missgeschicke der Altbürer: Da ist Baggerführer Walter, der die Höhe der Tiefgarage unterschätzte und der Fassade einen wüsten Riss verpasste, Heidi, die den Kinderwagen vor dem Laden vergass, oder Hockeyaner Reto, der für einen Ausflug ins Bündnerland das Training schwänzte – nur um dann Bilder vom Ausflug zu posten. Die sah aber auch der Trainer, der sich umgehend nach dem Krankheitsverlauf erkundigte. Highlight: die Dorfgeschichten. Umfang: 23 Seiten, Preis: 5 Franken, Auflage: 800 Stück, Verkauf: in den Dorfläden in Grossdietwil und Altbüron. (Bild: Ismail Osman)
Rothenburg: Lückenlos Bereits die Frontseite des diesjährigen «Ameisi Bronz» ist eine regelrechte Bildbearbeitungsorgie. Kein Millimeter Papier, der nicht mit einem Spruch, Konfetti oder einer Bildmontage von zweifelhafter Qualität versehen ist. Auch auf den übrigen 56 Seiten wird der Fuss – egal, ob in Bild oder Text – nie vom Gaspedal genommen. Mit Vollgas wird durch die vergangenen zwölf Monate Dorfgeschichte gerast, wobei so gut wie jeder sein Fett abkriegt. Mehr als einmal wird René Adler, Inhaber des Gasthofs Ochsen, aufs Korn genommen. Zwei der prominenteren Rothenburger, Regierungsrat Reto Wyss und Polizeikommandant Adi Achermann, haben mit Sparübungen und Polizeiaffären ein weniger erbauliches Jahr hinter sich, wie mit träfen Sprüchen und Karikaturen dick unterstrichen wird. Highlight: die kultig schlechten Fotomontagen. Umfang: 56 Seiten, Preis: gratis, Auflage: 2000, Abgabe: überall in Rothenburg. (Bild: Ismail Osman)
Neuenkirch: Politisch Die 34. Auflage der «Narre Zytig» bietet zwar alle Dorfgeschichten, die man vom Blatt der Höckeler-Zunft erwartet, blickt aber auch über die Ortsgrenze hinaus. So betreffen einige der besten – und giftigsten – Sticheleien die marode Finanzlage des Kanton Luzerns und die Finanzpolitik der Regierung. Ein Auszug: «... deför wot mer d’Firme unterstütze, d’Frog esch, wem das tuet nütze. Met reduzierte Stüre wot mer sie alocke, deför d’Arbeiter abzocke. Drom lömmer üs ned lo blende, Hauptsach, d’Aktionäre hend gnueg Dividende.» Aber auch Bundesrätin Doris Leuthards löcheriges Outfit zur Gotthard-Eröffnung – und mögliche Parallelen zu den Löchern in der Bundeskasse – wird aufgegriffen. Und selbst Donald Trump ist den Zytigsmachern nicht zu fern, um ihn ins Blatt zu holen. Highlight: alles zum Thema «Sparen made in Lucerne». Umfang: 35 Seiten, Preis: 6 Stotz, Auflage: 700, Verkauf: in diversen Geschäften. (Bild: Ismail Osman)
Schüpfheim: Derb Auf der Titelseite des diesjährigen «Schüpfer Göiggu» strahlen uns die Hollywoodstars George Clooney und Meryl Streep entgegen. Auf den darauffolgenden 35 Seiten werden dann aber vor allem die Stars und Sternchen des Schüpfer Alltags gefeiert. Da kann es dann auch schon mal derb werden. So erfährt man etwa von «Hausmann Lukas», der die dreckige Klobürste auch schon mal zur Reinigung in die Spülmaschine legt. Anderenorts wird von einem dubiosen «Griff in die Arschhosentasche» berichtet, und wir erfahren auch ziemlich unverblümt, wer nach reichlichem Alkoholgenuss nicht mehr über seinen Mageninhalt walten konnte. Die Geschichte von der entflohenen Ziege, die seit Monaten in den Schüpfer Wäldern umherstreift, ist eine willkommene Abwechslung. Highlight: das Wappenquiz. Umfang: 35 Seiten, Preis: 7 Franken, Auflage: 600, Verkauf: in diversen Geschäften in Schüpfheim und Flühli. (Bild: Andrea Felder)
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