Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

FASNACHT: Die Schnorpfi-Wyber sind im Endspurt

Der Fasnachtsmäärt diesen Samstag und die Usgüüglete am Dienstag sind für die LFK-Nähfrauen heuer letztmals ein Fixpunkt. Nach 35 Jahren «nähen, was das Zeug hält», gehen sie in corpore in Pension.
Sandra Monika Ziegler
Ein letztes Mal Nähen fürs LFK im Luftschutzkeller (von links): Doris Widmer und Ursi Wili. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 29. Januar 2018))

Ein letztes Mal Nähen fürs LFK im Luftschutzkeller (von links): Doris Widmer und Ursi Wili. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 29. Januar 2018))

Eigentlich sind sie alle zu jung, um in Rente zu gehen. Die Rede ist von den fleissigen Näherinnen des Lozärner Fasnachts-Komitees (LFK). Sie nähten in den letzten Jahrzehnten Fasnachtskleider für den Fasnachtsmäärt und die Usgüüglete Unter der Egg. Die Idee, nebst einem Barbetrieb auch noch Kleider zu verkaufen, hatte Hans Racine 1974. Ein Jahr später traten die Näherinnen in Aktion. Der Start sei zunächst recht klein gewesen, und die ­Määrt-Frauen – liebe- voll «Schnorpfi-Wyber» genannt – nähten nächtelang Fasnachtsgewänder, um sie Unter der Egg zu verkaufen, heisst es in der 50-Jahre-­LFK-Jubiläumsschrift.

Seit Mitte August nähen nun die Schnorpfi-Wyber jeweils montags im Luftschutzkeller für die Fasnacht. Rita Willen ist seit 28 Jahren dabei. Eines ihrer ersten Kostüme war aus Vorhangstoff für die Strassenfasnacht: «Das wäre heute nicht mehr gefragt, doch damals war es der absolute Renner», sagt sie. In den letzten Jahren waren es immer etwa acht Frauen, die sich zum Nähen einfanden. Doch die Kleider waren immer weniger gefragt, lieber wurde im Internet bestellt oder in einem der Fasnachts-Basare eingekauft. Diese Kleider seien aber im Vergleich zu ihren Unikaten eher «lieb- los» und «beliebig». Es sei auch schön, wenn sie an der Fasnacht ihre Kreationen sähen, sind sich die Schnorpfi-Wyber einig.

Wer gut feilscht, erhält einen Huereaff

Unterstützt werden die Frauen ­finanziell vom LFK, und es gibt auch Stoffspenden. Der Erlös kommt laut Statuten dem Umzug und sozialen Institutionen zugute. «In der Wahl der Modelle sind wir frei», erzählt Ursi Wili. Je nach Stoffauswahl werde spontan entschieden, was daraus entstehen soll. Tierkombis mit Fellstoffen für die Kleinen kommen stets gut an. Begehrt seien aber auch Jacken mit Hosen – oder dann die reich verzierten Hüte. Dieses Jahr werde speziell: «Wir verkaufen alles, was wir noch haben, und die neuen Kreationen dazu», sagt Ursi Wili. Und es könne gut sein, dass sie an der Usgüüglete zum Ausverkauf anstimmen. «Määrten kann man immer mit uns», sagt Willen. «Wird besonders gut gefeilscht, gibt es einen Huereaff oder gar noch einen Hut dazu.»

Selber aktiv an der Fasnacht sind nicht alle. Doch wer geht, ist verkleidet. Ursi Wili macht sich vor der Fasnacht nicht gross Gedanken über ihr Outfit: «Ich habe zu Hause in einem Schrank einen grossen Fundus. Dann stelle ich mich davor und entscheide spontan, was ich anziehe.» Durch die Näherei entstanden enge Freundschaften unter den Schnorpfi-Wybern. Deshalb werden sie sich nicht aus den Augen verlieren, sind sie unisono überzeugt. Die eine oder andere werde auch 2019 am Fasnachtsmäärt auftauchen. Aber «nur noch» als Gast, um das Ambiente zu geniessen.

Sandra Monika Ziegler

sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Samstag, 3. Februar, 12–23 Uhr: Luzerner Fasnachtsmäärt Unter der Egg. Die ersten 101 Määrt-Besucher, die eine Plakette tragen, erhalten gratis einen Kafi Huereaff.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.