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FASNACHT: Dutzende Trolle und ein Jubiläum am Umzug in Horw

Rund 10’000 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten den Umzug am «Rüüdige Sonntig Horw». Sie kriegten 23 Nummern serviert. Darunter waren Dutzende Trolle und auffällig viele Köche.
Die Rasselbandi Horw mit dem Motto Norwegische Trolle. (Bild: Philipp Schmidli (Horw, 11. Februar 2018))

Die Rasselbandi Horw mit dem Motto Norwegische Trolle. (Bild: Philipp Schmidli (Horw, 11. Februar 2018))

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

«Du, ich gehe schon mal in die Horwerhalle!» Das war der meistgehörte Spruch während des Umzugs vom Sonntag. Eigentlich trifft man sich dort jeweils erst nach dem Defilee, doch Petrus war ja schampar ungnädig. Der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Die rund 10’000 Zuschauerinnen und Zuschauer – eine Schätzung von Max Studhalter, Zunftmeister der Egli-Zunft – zeigten sich gut gelaunt.

Sie hatten auch allen Grund dazu: Die 23 Umzugsnummern boten allerhand Kreatives und den nötigen Schuss Lokalkolorit. So etwa das Theater rund um den gemeindeeigenen Grämlishof. Das Turnerchörli Horw baute den Bauernhof kurzerhand nach – auf dem Wagen stand geschrieben: «De Gmeindrot het müesse lehre, d’Bevölkerig tuet sech för de Grämlis wehre!»

«Eglivater, ledig, sucht Eglimutter»

Top-Thema Nummer 1 war aber das 40-Jahr-Jubiläum der Egli-Zunft. Eglivater Philipp Anton I. sass in der obligaten Kutsche und warf Orangen ins Publikum. «Das war für mich das Highlight», sagte er. Ein Tennisarm vielleicht vom Werfen? «Nein gar nicht», erwiderte der Single, der als erster Eglivater nicht von einer Eglimutter begleitet wurde. Ein Umstand, der ihm am Umzug natürlich mit Genuss um die Ohren geschlagen wurde – notabene von den Alt-Eglivätern: «Eglivater, ledig, sucht Eglimutter» war auf ihrem Wagen zu lesen.

Während Philipp Anton I. Orangen unters Volk brachte, versorgte eine Gruppe Köche das Publikum mit Bouillon aus einer mobilen Suppenküche. Überhaupt wimmelte es von Köchen – beinahe wie am TV: Eine Gruppe Köche zog mit Blick auf den momentanen Insekten-Food-Hype gar einen riesigen Heugümper durch die Strassen.

Für die richtige musikalische Beschallung sorgten die Horwer Guuggenmusigen, darunter die Rasselbandi. Ihr Sujet: Norwegische Trolle. Einer davon sass in einem WC-Hüsli aus Holz und las Zeitung – leider nicht unsere. Der Reporter musste die Enttäuschung glatt mit einem Holdrio runterspülen. Wo? Selbstverständlich in der Horwerhalle, die inzwischen zum Bersten voll war.

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