FASNACHT: Erlös aus Plakettenverkauf fliesst in die Berge

Rund 30 000 Pins und Plaketten stehen heuer zum Verkauf. Ein lohnendes Geschäft, wie ein junger Verkäufer weiss.

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unknown (Bild: sandra.ziegler@luzernerzeitung.ch)

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Die politische Transparenzdebatte bezüglich Finanzen lässt das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) völlig kalt. Über Einnahmen und Ausgaben wird zwar akribisch Buch geführt, Einblick geboten wird jedoch nur speziell Schweigsamen. Mit dem Erlös werden zuerst OK-Kosten, Kutschenunterhalt und Beiträge an die Umzugsteilnehmer beglichen. Ein Novum punkto Geldfluss gibt es trotzdem. Denn dieses Jahr ist von Beginn an klar, dass der Erlös an den «Solidaritätsfonds Luzerner Bergbevölkerung» geht. Damit sollen die wirtschaftliche Existenz und die Lebensbedingungen im Berggebiet des Kantons Luzern verbessert werden. Aus dem letztjährigen Verkauf flossen rund 4000 Franken in ein Bildungsprojekt in Nepal.

Lukrativer Job für Extrawünsche

Im Verkaufseinsatz stehen über 300 Personen. «Weitere Verkäufer sind herzlich willkommen», sagt LFK-Finanzchef Mike Hauser. Zum Verkauf stehen heuer 30 000 Pins und Plaketten. Lucas Solla (16) kennt das Plakettenbusiness bestens, ist bereits das fünfte Jahr dabei und kann es nur weiterempfehlen. Durchschnittlich kann er mit einem Ertrag von 1600 bis 2500 Franken rechnen. Letztes Jahr setzte er Pins und Plaketten im Wert von knapp 17 000 Franken um, 15 Prozent davon gingen in seine Taschen.

Mutter Linda Solla erinnert sich an Lucas’ Einstieg: «Das war vor fünf Jahren. Ich brachte einen Bogen Plaketten nach Hause. Das hatte ihn total fasziniert. Er fing sogleich an, in der Freizeit zu verkaufen.» Schon damals merkte Lucas, dass sich mit Plakettenverkauf gut Geld verdienen lässt und er sich so einige offene Wünsche selber finanzieren kann. «Mit dem ersten Geld kaufte ich mir ein Spiel für die Playstation, dann ein Nintendo-Spiel, später ein Snowboard und letztes Jahr mein rotes Pony-Töffli. Dieses Jahr soll es eine Dash-Kamera für den Snowboardhelm sein», erklärt Lucas Solla. Doch er habe das Geld nicht nur verprasst: «Einmal hab ich gespart und damit einen kurzen Sprachaufenthalt in England finanziert.»

Guter Einstieg ins Fasnachtstreiben

Einen Trick für seinen Erfolg hat er nicht. «Es ist wichtig, spontan und freundlich zu sein und auf die Menschen zuzugehen», so Lucas. Das mache Spass und sei ein guter Einstieg in die Fasnacht. Seine Motivation trägt Früchte. Bis jetzt hat er schon knapp 100 Plaketten und 20 Pins verkauft. Und am Samstag, so Lucas, am Fasnachtsmarkt Unter der Egg komme er seinem Ziel ein gutes Stück näher.

Wahlplakate als Vogelscheuchen

Fasnachtszeitunghb. Mehr als 85 Prozent aller Vögel verliessen im Oktober die Schweiz. Diese Horror-News ist im gestern veröffentlichten «Knallfrosch», dem «KNALLharten Männermagazin» der Luzerner Wey-Zunft nachzulesen. Als Grund für den Vogel-Exodus vermuten Ornithologen die wie «Vogelscheuchen» wirkenden Wahlplakate von Luzerner Politikern, die während des Stände- und Nationalratswahlkampfes «zu Tausenden auf Wiesen und Feldern standen». Die Folge: «Lauter verwirrte Vögel.»

Auch pointierte Politikersprüche bringt der «Knallfrosch». Etwa diesen: «Wenn Eltern mit ihrer Flöte pfeifen wollen, darf das ruhig etwas mehr kosten. Das bringt niemanden um.» So begründet Finanzdirektor M. Usikus Scherz-Mann die kantonalen Sparmassnahmen im Erwachsenen-Musikbildungsbereich. Eine einleuchtende Erklärung hat der «Knallfrosch» für das Beizensterben und die gleichzeitige Zunahme an Uhren- und Schmuckgeschäften in Luzern, nämlich «die Fusion der Anonymen Alkoholiker mit dem schweizerischen Uhrenverband».

Nicht alles ist gleich tiefsinnig und witzig im «Knallfrosch», der heuer zum 13. Mal erscheint. Etwas blättern drin lohnt sich aber alleweil.

Die Fasnachtszeitung «Knallfrosch» kann, solange der Vorrat reicht, gratis beim LZ-Corner an der Pilatusstrasse 12 bezogen werden.

Sandra Monika Ziegler