FASNACHT: Fällt Fritschi-Show ins Wasser?

Safran- und Wey-Zunft kündigten stolz Neuheiten für die Fasnacht 2013 an. Dabei hat die Stadt die Bewilligung noch gar nicht erteilt – ein fasnächtliches Bubenstück.

Hugo Bischof
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Die Fritschi-Familie im Nauen auf dem Weg zur Tagwache am Schmutzigen Donnerstag. Jetzt soll es am Güdisdienstag neu auch eine Fritschi-Abschiedsfahrt reussaufwärts geben. (Bild: Philipp Schmidli)

Die Fritschi-Familie im Nauen auf dem Weg zur Tagwache am Schmutzigen Donnerstag. Jetzt soll es am Güdisdienstag neu auch eine Fritschi-Abschiedsfahrt reussaufwärts geben. (Bild: Philipp Schmidli)

Ja, sind wir denn in Seldwyla? Da kündigten Mitte Dezember die grossen Fasnachtszünfte Safran und Wey zwei brisante Neuerungen für die heurigen rüüdigen Tage an – die Verlegung der Wey-Tagwache auf den Kapellplatz und die feierliche Fritschifamilie-Verabschiedung am Güdisdienstagabend. Und jetzt stellt sich heraus, dass die beiden Anlässe noch gar nicht bewilligt sind.

Sicherheitsbedenken

«Es gibt tatsächlich noch offene Fragen vor allem bezüglich Sicherheit», bestätigte Daniel Deicher am Dienstag auf Anfrage. Der interimistische Leiter der Dienstabteilung Stadtraum und Veranstaltungen betont: «Mit den beiden Zünften wurde deshalb vereinbart, dass sie bis zum 18. Januar ein Detailkonzept einreichen.» Anhand dieses Konzeptes würden dann die Verantwortlichen von Stadt und Kanton Luzern definitiv über eine Bewilligung entscheiden.

Auf Anfrage unserer Zeitung räumten Sprecher der beiden Zünfte am Dienstag ein, dass «die Kommunikation nicht optimal gelaufen ist». Die beiden Neuerungen waren zuerst im Zentralschweizer Fasnachtsführer «De rüüdig Fasnachtsfüerer» erschienen, worauf anderntags auch unsere Zeitung darüber berichtete. Dass die Stadt aus den Medien über die Neuerungen erfuhr, bevor ein schriftliches Gesuch einging, hat bei der Stadt für einigen Unmut gesorgt.

«Wehmütiger Anlass»

«Wir haben Verständnis dafür, dass die Stadt weitere Fragen stellt und ein detailliertes Konzept einfordert», sagt Alt-Safran-Zunftmeister Karl Bucher. Von ihm stammt die Idee für die Fritschi-Verabschiedung. Demnach soll die ganze Fritschifamilie (Bruder Fritschi, Fritschene und Gefolge) am Güdisdienstag um 23 Uhr in einem Boot reussaufwärts Richtung KKL entschwinden. «Es soll ein stimmungsvoller, wehmütiger Anlass werden», sagt Bucher. «Das Boot wird mit zwei Scheinwerfern erleuchtet, in der Reuss werden Lichter schwimmen.»

Wer steuert das Boot – ein Hobby-Pilot oder ein Profi? Was passiert, wenn der Bootsmotor ausfällt? Wie viele Leute werden im Boot sein? Das sind laut Bucher einige Fragen, die die Zunft beantworten muss. «Bei den Brücken postierte Jungzünftler werden dem Boot mit Lampen den Weg weisen», so Bucher. «Denkbar ist, dass es weitere Auflagen gibt, etwa dass je zwei geschulte Sicherheitskräfte auf den Brücken stehen.» Das werde die Zunft akzeptieren und auch die Kosten dafür übernehmen.

Bewilligt werden muss die Fritschi-Show am Güdisdienstag-Abend von der Seepolizei. Bucher ist zuversichtlich: «Wir spüren, dass die Idee grundsätzlich auf Anklang stösst. Es gilt jetzt einfach noch die offenen Fragen zu klären.»

Keine Strassensperrungen mehr

Auch bei der Wey-Zunft hat man Verständnis dafür, dass die Stadt sicherheitsmässig alles im Griff haben will, und deshalb ein Detailkonzept verlangt. «Es ist auch in unserem Interesse, dass alles reibungslos abläuft», sagt Wey-Zunftpräsident René Najer. Geplant ist, dass die Wey-Zunft die Fasnächtler am Güdismontag erstmals nicht im Wey-Quartier, sondern auf dem Kapellplatz begrüsst. «Unser Anlass wird nicht so riesig sein wie die Fritschi-Tagwache am Schmutzigen Donnerstag», sagt Najer. «Dennoch kann es auch hier zu einem Menschenauflauf kommen.» Einen grossen Vorteil der Verschiebung hat man laut Najer bei der Stadt erkannt: «Damit müssen im Wey-Quartier keine Strassen mehr gesperrt werden.»