Fasnacht: FDP will Moratorium

Schluss mit Getränkeverkauf ab «Kafi-Wagen»: Die Stadt Luzern will an den Fasnachtstagen verstärkt gegen sogenannte wilde Verkaufsstände oder Bars vorgehen - auch gegen solche von Guuggenmusigen und Fasnachtsgruppen.

Drucken
Teilen
Mitglieder einer Guggenmusig schlürfen wärmende Getränke auf den fasnächtlichen Luzerner Strassen. (Bild: Fabio Biasio/Neue LZ)

Mitglieder einer Guggenmusig schlürfen wärmende Getränke auf den fasnächtlichen Luzerner Strassen. (Bild: Fabio Biasio/Neue LZ)

Doch jetzt wird der kontrovers diskutierte Einsatz von «Kafi-Schnaps-Patrouillen» zum Politikum: Die beiden Grossstadträte Daniel Wettstein und René Baumann reichen namens der FDP-Fraktion ein dringliches Postulat ein. Sie fordern vom Stadtrat ein «Moratorium für den Fasnachts-Amtsschimmel für ein Jahr»:

Die Intensivierung der Kontrollen an der Fasnacht 2011 soll sistiert werden, beziehungsweise im bisherigen Rahmen erfolgen. Lösungen für die Probleme mit den fahrenden Ständen sollen bis spätestens September für die Fasnacht 2012 erarbeitet werden.

Auch CVP zieht mit

«Es ist zu spät für eine solche Übung. Die Bekanntgabe einen Monat vor der Fasnacht widerspricht den offensichtlichen Erwartungen der Betroffenen», erklärt Daniel Wettstein. Die Massnahmen, wie sie von der gesamten Stadtregierung angekündigt wurden, seien «unklar definiert» und müssten «mit Augenmass und unter Einbezug der Betroffenen» erarbeitet werden. Die FDP hält aber auch fest, dass die Tatsache, dass sich kommerzielle Betriebe «einschleichen» würden, zu Recht kritisiert werde und «ärgerlich» sei.

Nebst der FDP-Fraktion hat auch CVP-Grossstadtrat Markus Helfenstein den Vorstoss unterzeichnet.

Wenn der Grosse Stadtrat am 24. Februar der Dringlichkeit des Postulats zustimmt, könnte das verlangte Moratorium rechtzeitig vor dem Urknall vom 3. März in Kraft treten. Voraussetzung ist die Zustimmung einer Mehrheit des Parlaments.

Jerôme Martinu / Neue LZ