FASNACHT: Fifa-Ratte, Putztüüfeli und Rotkäppchen

Die Wagenbauer befinden sich im Endspurt: Neben Sepp Blatter bekommt unter anderem auch die Stadt Luzern ihr Fett ab.

Sandra Monika Ziegler
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Adi Haas, Fäbu Kneubühler und Mäsi Brun von der Rasselbandi Horw bauen einen Hippie-Bus. (Bild Eveline Beerkircher)

Adi Haas, Fäbu Kneubühler und Mäsi Brun von der Rasselbandi Horw bauen einen Hippie-Bus. (Bild Eveline Beerkircher)

«Wir sind mit Bauen noch immer pünktlich auf den Schmudo fertig geworden. Wir sind es gewohnt, auf den letzten Drücker zu schuften», sagt Adi Haas, Präsident der 40-köpfigen Rasselbandi Horw, beim offiziellen Besuch der Wagenbauer, der durch das Lozärner Fasnachtskomitee (LFK) organisiert wird. Die 1984 gegründete Rasselbandi blendet mit dem Sujet Jahrzehnte zurück, kommt in Weiss-Grün daher, arbeitet mit Holz. Seit sechs Monaten schuften die Mitglieder zweimal die Woche an ihrem Hippie-Bus. Der knapp 50-köpfige Tross, den das LFK von einer Scheune zur anderen karrt, war tief beeindruckt.

Brachiale Orgeltöne

Einen Schuppen weiter erwartet uns eine eigenwillige Version des Märchens «Rotkäppchen». Der böse Wolf mutiert zum Werwolf, und zugegen ist nicht nur ein, sondern sind gleich mehrere Rotkäppchen. Unter dem Einfluss eindringlicher Orgeltöne haben sie sich zu einem Orden verbunden und kämpfen fortan gemeinsam gegen das Böse. Ausgeheckt hat dieses Sujet die Gruppe Peramicus aus Ebikon. Sie ist seit vier Jahren unterwegs, zählt neun Mitglieder und gehört zu den Kult-Ur-Fasnächtlern Lozärn. Wenn sie nicht unterwegs sind, sind sie auf dem Weinmarkt stationiert.

Bereits ihren ersten Auftritt hinter sich haben Pegasus Bueri. Die fünf Mann starke Truppe, die seit neun Jahren aktiv ist, lief letzten Samstag am Buerer Umzug mit. Ihr Motto «Schääring» setzte sie mit einem offenen, hellen Wagen um. Darauf werden Alltagsutensilien wie High Heels, Taschen, Elektrogeräte, Schlitten und Schmuck in diversen Auslagen präsentiert und zum Tausch angeboten. Da die «Schäärer» mit Feilschen und Tauschen beschäftigt sind, haben sie keine Zeit, um selbst noch zu musizieren. Deshalb übernimmt diesen Part ein Lautsprecher, aus dem die typische Warenhaushintergrundmusik dröhnt und grelle Durchsagen auf die aktuellen Angebote aufmerksam machen.

Fifa-Sepp kommt an die Kasse

Den Abschluss der Baustellenrundfahrt bildete der LFK-Fliegerschuppen. Und dort war unüberhörbar, dass die Wey-Zunft auf das runde Leder setzt: «Ech be de goldig Fuessball-Seppli, ech be schlau ond be keis Deppli, ech be schön und eifach en glatte, ech be de Chef öber vell Fuessball-Ratte!»

Erbarmen mit der Stadt Luzern hat die Zunft zu Safran. Da ihre im Sommer 2015 lancierte Putztüüfeli-Aktion für ein sauberes Luzern grossmehrheitlich unbeachtet blieb, machten sie es zum diesjährigen Sujet. So werden wenigstens die Umzugsbesucher darauf aufmerksam.

Sandra Monika Ziegler