FASNACHT: Grillieren, Grillen und rohes Fleisch am Umzug in Triengen

Mit originellen Sujets glänzt der Umzug im Land der Frösche immer wieder. Diesmal bescherten auch ein nachträgliches Baugesuch und appetitliche Käfer hübsche Geschichten.
Die Trienger Burgherren der Fröschenzunft liessen die Konfetti regnen. (Bild: Pius Amrein (13. Februar 2018))

Die Trienger Burgherren der Fröschenzunft liessen die Konfetti regnen. (Bild: Pius Amrein (13. Februar 2018))

Mit Verspätung ist der Trienger Umzug bei sonnigem aber kühlem Wetter gestartet. Dafür waren die 43 Nummern heiss – mal abgesehen von der Polarexpedition der Lättöggelclique Winikon. Wobei ein Fischer, der auf einer Eisscholle unterwegs war, die Klimadiskussion aufwärmte.

Regional und genauso heiss war das Thema mit dem Grillplatz, den die Jubla aufstellte. «Für diesen und ein Holzhüttli muss im Nachhinein ein Baugesuch eingereicht werden», erzählt Zuschauerin Rosi, als die Jubla mit ihrem Wagen «Paragrafe Drill im Chill Grill» vorbei zieht. «Schau, der mit der Motorsäge ist mein Sohn. Ah nein, aber er gleicht ihm.» Es soll ja an der Fasnacht passieren, dass man nicht alle auf Anhieb kennt.

«Nei, ess das ned!»

Erkennbar ist dafür eine weitere Nummer mit dem Grill. Auch die Fröschenzunft hat das Thema aufgenommen. Ihr Sujet: «Kanton Brätlistell-Bewilligung». Das Publikum nimmt’s mit Freude auf. Dazu passt der Metzgete-Wagen der Häfe-Zunft Brittnau ganz gut. Die Männer zelebrieren eine Saumetzgete und nehmen den Ex-Pfarrer aus Sissach aufs Korn, der im Herbst mit einer Selbstgeisselung gegen eine Hausmetzgete protestierte. Dazu werfen sie Würstli und Fleischmöckli in die Zuschauer. «Nei, ess das ned, sagt eine Löwin zu einem Cowboy», als er das Würstli in seiner Hand anstarrt. Appetit regte der Wagen der Roggenzunft Schlierbach ebenfalls nicht an. Das Sujet «Insekteröschti esch s Gröschti» widmen sie dem Trend der essbaren Insekten. Auch auf ihrem Wagen fahren zahlreiche Kinder mit. Diese, als Käfer und Grillen kostümiert, werden als Delikatesse in einen Kochtopf gesteckt. Zum Probieren gabs auch was: Die Zünftler verteilen «Flips». Die sehen aus wie Engerlinge, schmecken aber wie Flips. Lecker.

Das diesjährige Motto der Trienger Fasnacht lautete übrigens «Seeräuberei». Mit einem Piratenschiff mit Segeln und einem Ausguck, Piratenfrauen und der Piraten-Kanone am Ende des Umzugs wurde dieses fett und originell unterstrichen.

Roger Rüegger

roger.rueegger@luzernerzeitung.ch

Umzug in Kürze

Anzahl Nummern: 43
Anzahl Zuschauer: 5000
Stimmung: Appetitlich
Dauer: 75 Minuten
Highlight: Brätlistell Baugesuch

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