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FASNACHT: Guido Paul Scherzinger scheitert – und tritt zurück

Dramatisches hat sich am Montag in Luzern abgespielt: Beim Versuch, seine Fasnachtsverkürzungspläne umzusetzen, ist der Sparminister vom wütenden Volk in arge Bedrängnis gebracht worden. Von Politik will er ab sofort nichts mehr wissen.
Mischtian Chreier
Am Ende: Sparminister Guido Paul Scherzinger. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. Februar 2018))

Am Ende: Sparminister Guido Paul Scherzinger. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 12. Februar 2018))

Mischtian Chreier

kanton@luzernerzeitung.ch

Immerhin kam es am Montag in der Luzerner Altstadt weder zu Toten noch zu Verletzten – wenn man von den üblichen Alkoholleichen absieht. Doch der Abend lief dennoch völlig aus dem Ruder. Mit dem Resultat, dass die rüüdig verreckte Lozärner Fasnacht entgegen den Plänen der Regierung auch am Güdisdienstag noch am Laufen ist. Und mit dem weiteren Resultat, dass ein völlig frustrierter Guido Paul Scherzinger (54) noch in der Nacht auf Dienstag das Handtuch schmiss. Der Luzerner Sparminister von der Bürgerlichen Einheitspartei (BEP) zog die Konsequenzen aus seinen gescheiterten Fasnachtsverkürzungsplänen und stellte sein Amt als Regierungsrat mit sofortiger Wirkung zur Verfügung. Seinen Entscheid bekräftigte er heute Morgen in einer formalen Rücktrittsrede vor dem Luzerner Regierungsgebäude.

Was war geschehen? Die von Guido Paul Scherzinger vertretene, aber von der Gesamtregierung beschlossene Strategie, die Lozärner Fasnacht auf die Hälfte ihrer Dauer zu verkürzen, hätte bekanntlich bereits dieses Jahr teilweise umgesetzt werden sollen. So plante der Sparminister, den Güdisdienstag im Sinne einer Sofortmassnahme als Fasnachtstag ersatzlos zu streichen. Damit erhoffte er sich unter anderem eine Steigerung der Luzerner Wirtschaftsleistung und nicht zuletzt Mehreinnahmen für die gebeutelte Luzerner Staatskasse.

100'000 kämpfen für die Fasnacht

Wie angekündigt, versuchte Guido Paul Scherzinger am Montagabend persönlich in der Luzerner Altstadt für ein geordnetes Ende der Fasnacht zu sorgen. Das war ein Fehler. Sekundiert von lediglich zwei Polizisten – mehr Personal war ihm vom Kommando aufgrund der Personalknappheit bei der Luzerner Polizei nicht zugesprochen worden – warf sich der Sparminister ins Getümmel. Erst auf der Rathaustreppe, dann am Schwanenplatz und auf der Kapellbrücke forderte er die fasnächtlichen Massen auf, die Feierlichkeiten einzustellen und nach Hause zu gehen. Doch Scherzinger hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht, beziehungsweise ohne die erst vor Tagen gegründete «IG gegen den Raubbau an der Fasnacht».

Via soziale Medien hatte die Interessensgemeinschaft annähernd 100'000 (!) protestierende Fasnächtler organisiert, die nun kontinuierlich in die Innenstadt strömten und schnell den gesamten Verkehr zwischen Pilatus- und Löwenplatz zum Erliegen brachten. «Scherzi weg, Scherzi weg, Scherzi weg», skandierte die Menge pausenlos. Beobachter sprechen von einer zunehmend bedrohlichen Szenerie, gerade im Umfeld Scherzingers sei es auch zu einer gefährlichen Massierung aggressiver Elemente gekommen. Dem Vernehmen nach soll der Sparminister unter anderem von einem Pandabären, Donald Trump und von einer kräftigen Meerjungfrau tätlich angegriffen worden sein. Nur mit Mühe hätten die zwei Ordnungshüter Scherzinger in Sicherheit bringen können, vermeldete die Medienstelle der Polizei und weiter: «Danach hat sich die Situation schnell entspannt – die Demonstration wich einer ausgelassenen Party.»

Und Scherzinger? «Ich bin desillusioniert und fühle mich vom Luzerner Volk im Stich gelassen», sagte er auf Anfrage – um zu ergänzen: «Mein Abgang wird die Steuerzahler noch teuer zu stehen kommen.»

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