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FASNACHT: Guuggenmusigen buhlen im Internet um Neumitglieder

Kaum ist die Fasnacht vorbei, werben Guuggenmusigen um Nachwuchs – dies zunehmend über die sozialen Medien. Doch obwohl sie damit mehr Leute erreichen, ist die Suche generell härter geworden.
Roman Hodel
Die RüssSuuger unterwegs am diesjährigen Fritschi-Umzug. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 8. Februar 2018))

Die RüssSuuger unterwegs am diesjährigen Fritschi-Umzug. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 8. Februar 2018))

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

Der Aschermittwoch war erst ein paar Stunden alt, schon posteten Guuggenmusigen auf Facebook Dinge wie: «Loscht of Fasnacht?», «We want you!» oder «Ein Instrument ist lernbar, also keine Angst!». In den nächsten Wochen wimmelt es denn auch von Info-Abenden für potenzielle Neumitglieder von Guuggenmusigen. Der Zeitpunkt ist gewollt. «Das Erlebte der Fasnacht ist noch nahe – viele Leute haben uns gesehen und vielleicht gedacht: ‹Toll, wie die aussehen, was sie machen oder wie sie tönen!›», sagt etwa Dominic Bärholz, Präsident der RüssSuuger Ämme. Deren Info-Abend findet am 2. März statt – und Social Media wird für dessen Bewerbung immer wichtiger. «Wir erreichen ein viel grösseres Publikum.» Zudem könnten sich Interessenten dank Fotos und Videos ein besseres Bild von der Musig machen.

Auf Social Media setzen auch die Tropeblocher Lozärn – ihr Info-Abend steigt am 20. März: «Nachwuchs findet man grundsätzlich eher bei den Jungen, und die sind auf Social Media unterwegs», sagt Tambourmajor Sascha Beck. Sie hätten ihren Info-Abend dieses Jahr sogar bereits vor der Fasnacht beworben – nicht aus Verzweiflung. «Wir zählen aktuell 60 aktive Mitglieder», so Beck. Die Info-Abende seien jedoch wichtig, weil die Anzahl Mitglieder schwankt. Wer darauf verzichte, laufe Gefahr, irgendwann vor dem Aus zu stehen. «Und nur darauf zu setzen, dass uns Interessenten auf der Strasse ansprechen wie früher, reicht in der heutigen Zeit einfach nicht mehr», sagt Beck.

400 Franken Jahresbeitrag und viel Zeit

Mundpropaganda und Flyer waren für die Loschtmölch Chriens früher ebenfalls das Mass aller Dinge. «Heute ist die Suche nach Neumitgliedern dank Social Media einfacher und effektiver», sagt Präsident Marcel Huber. So hätten am Aschermittwoch innert 24 Stunden fast 500 Facebook-User ihren Post angeklickt – und das bei vergleichsweise geringen Kosten und geringem Aufwand. Die Loschtmölch haben ihren Info-Abend auf den 8. März angesetzt.

Die Teilnehmerzahlen an den Info-Abenden sind bei den angefragten Musigen von Jahr zu Jahr verschieden und variieren zwischen 2 und 20. Die Interessenten erfahren dort alles über Kosten, Termine und Aufwand. Beispiel Födlitätscher Lozärn: Der Jahresmitgliederbeitrag beträgt 400 Franken. Darin enthalten sind mehrere Nachtessen während der Fasnacht, der fixfertige Grend und der Stoff fürs Kleid – nähen (lassen) muss man selber. Hinzu kommen ab September wöchentliche Proben, zwei bis drei Probesamstage und im Januar/Februar diverse Vorfasnachs­termine. «In einer Guuggenmusig dabei sein, heisst viel mehr als nur fünf Tage ein bisschen Musik machen», sagt Tambourmajor Joël Gilli. Dies werde manchem am Info-Abend klar. Entsprechend seien beispielsweise von den 20 Interessenten letztes Jahr deren 5 aufgenommen worden. Wobei sich die Anzahl Ein- und Austritte jeweils etwa die Waage halten. Der Info-Abend der Födlitätscher ist am 2. März terminiert.

Frisches Blut könnte auch der Tambourenverein Gerliswil-Emmen gebrauchen. Dessen Mitgliederzahl liegt noch bei rund 20 – Tendenz sinkend. «Früher waren wir ein Sprungbrett für Guuggenmusigen, aber das ist mit dem Aufkommen von Schlagzeugen anstelle von Trommeln vorbei», sagt Präsident Robi Stöckli. Der letzte Neutrommler trat vor drei Jahren in den Verein ein. Noch schlimmer steht es um die Piccolo-Spieler: «Hier verzeichnen wir seit vielen Jahren keine Neuzugänge mehr – eines Tages wird dieses Register verwaist sein», so Stöckli. Im Gegensatz zu vielen Musigen sind die Tambouren nicht auf Social Media aktiv.

«Jüngere wollen Aufwand nicht mehr betreiben»

Die RüssSuuger Ämme konnten letztes Jahr 15 Neumitglieder auf einen Schlag begrüssen – 11 davon Freunde und Bekannte, darunter 4 Rückkehrer. «Generell ist die Suche nach Neumitgliedern aber härter geworden», sagt Präsident Dominic Bärholz. Über die Gründe kann er nur spekulieren: «Jüngere wollen vielleicht den Aufwand nicht mehr betreiben und eher mit Kollegen und Kolleginnen ein Motto wählen, um gemeinsam an die Fasnacht zu gehen.» Zudem buhlen in Stadt und Region Luzern rund 80 Guuggenmusigen um Mitglieder. Bärholz: «Der Konkurrenzkampf unter den Musigen ist klar vorhanden, aber jeder kann sich frei entscheiden, wo er schliesslich hinwill.»

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