FASNACHT: «Ich will das Jahr auch geniessen können»

Thomas Bucher heisst der neue Fritschi­vater. Die Wahl kam für den 59-Jährigen völlig überraschend. Die kommenden Wochen werden für den studierten Ökonomen und Unternehmer sehr intensiv, ein Termin jagt den nächsten.

Thomas Heer
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Der neue Fritschivater Thomas Bucher mit Zunftweibel Pascal Piffaretti. (Bild: Roger Grüter/Neue LZ)

Der neue Fritschivater Thomas Bucher mit Zunftweibel Pascal Piffaretti. (Bild: Roger Grüter/Neue LZ)

eer. Thomas Buchers Vorgänger als Zunftmeister der Zunft zu Safran und gleichzeitig Fritschivater, Andreas Moser, blickt auf ein ereignisreiches Jahr zurück. «Das war einmalig, und ich werde das nie vergessen», zieht er Bilanz. Vermutlich wird Thomas Bucher heute in zwölf Monaten ein ähnliches Fazit ziehen. Zuvor wartet auf den Möbelfabrikanten aber sehr viel Arbeit. Rund 200 Termine gilt es im kommenden Jahr für den obersten Safran-Zünftler einzuhalten. Bucher sagt: «Es bleibt mir wenig Vorbereitungszeit. Trotzdem will ich das Jahr auch geniessen können.» Von der gestrigen Wahl sei er vollkommen überrascht worden. «Als mein Name als erster genannt wurde, hatte ich nur wenige Minuten Zeit, um mir zu überlegen, ob ich annehmen soll oder nicht.»

Bucher hat angenommen. Alles andere wäre auch schlecht angekommen. Das Auswahlverfahren des Zunftmeisters erfolgt nach dem immer gleichen Ritual. Buchers drei Vorgänger an der Spitze der Zunft zu Safran, Louis Fischer, Damian Hunkeler und Andreas Moser, zogen sich bereits im August zu einer Retraite zurück. Während eineinhalb Tagen wurde intensiv darüber beraten, wer als Zunftmeister in Frage kommen könnte. Zwei Kriterien muss ein Fritschi­vater zwingend erfüllen: Er darf nicht älter als 65 Jahre sein, und er muss mindestens zehn Jahre Mitglied der Zunft zu Safran sein. Zudem sollte er kommunikativ und der Aufgabe als Persönlichkeit gewachsen sein.

Kein Motto für die Fasnacht

Bei der Findung im August kristallisierten sich schliesslich drei Persönlichkeiten heraus. Im Oktober wurden die Vorschläge noch acht weiteren Zunftmitgliedern unterbreitet. Publik wurde der Name dann aber erst gestern beim sogenannten Bot vor den 264 anwesenden Mitgliedern der Zunft zu Safran im Hotel Schweizerhof. Die kommende Fasnacht will Thomas Bucher unter kein bestimmtes Motto stellen. Er sagt: «Der Anlass ist derart kreativ. Das muss man einfach so laufen lassen. Ich wüsste überhaupt nicht, was ich da als Vorgabe lancieren sollte.»

Seit seiner Kindheit ist Bucher mit der Luzerner Fasnacht eng verbunden. Bucher ist verheiratet mit der Anwältin Suzanne Wettenschwiler und Vater von zwei Kindern, der 30-jährigen Sabrina und dem zehn Jahre jüngeren Thomas.

Das Amt des Fritschivaters und Zunftmeisters ist nicht nur terminlich reich befrachtet. Für den obersten Luzerner Fasnächtler kommen auch finanzielle Verpflichtungen hinzu, beispielsweise für karitative Zwecke. Wie viel das Amtsjahr kostet, darüber spricht niemand öffentlich. Hinter vorgehaltener Hand wird aber eine Summe von rund 100 000 Franken genannt.