FASNACHT: Polizei fischt Betrunkenen aus der Reuss

Auch das ist Fasnacht: Ein betrunkener Zürcher springt in die Reuss. Und fünf Erwachsene erleiden eine Alkoholvergiftung.

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Der aussergewöhnlichste Vorfall hat sich am Nachmittag des Schmutzigen Donnerstags ereignet. Um 14 Uhr sprang ein 24-jähriger Zürcher von der Kapellbrücke in die Reuss. «Einfach so, aus Blödsinn», wie Heinz Steiner, Pikettoffizier der Stadtpolizei Luzern, sagt.

Als die Wasserpolizei anrückte, um den Mann herauszufischen, wollte er sich nicht helfen lassen. «Er sagte, er wisse schon, was er tue», berichtet Steiner. «Wir haben ihn dann trotzdem herausgeholt, denn das Wasser war ja bitterkalt.» Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Polizeiposten kam der Fasnächtler frei. Steiner vermutet: «Es ist durchaus denkbar, dass der Mann wieder an die Fasnacht gegangen ist.» Er sei stark alkoholisiert gewesen. Nun wird er wegen «Ärgernisgeben zufolge Trunkenheit» angezeigt.

Wie Steiner weiter berichtet, hatte es an der Tagwache «viele betrunkene Jugendliche. Diese kamen wohl direkt von Fasnachtsbällen in der Region und hatten durchgemacht.»


Vier Verletzte
Das Luzerner Kantonsspital musste am Schmutzigen Donnerstag fünf Erwachsene mit einer Alkoholvergiftung versorgen und vier verletzte Fasnächtler behandeln. Ein 15-Jähriger wurde mit 1,5 Promille im Blut ins Kinderspital eingeliefert. Chefarzt Gregor Schubiger betont aber, dass sich die Lage im Vergleich zum Jahr 2006 entschärft habe. «Damals zählten wir doppelt so viele Vorfälle.»

Zwei verstauchte Füsse
«Bei uns blieb es den ganzen Tag überraschend ruhig», sagt Daniel Matter, Leiter der Notfallstation Permanence im Bahnhof Luzern. Insgesamt behandelten die Ärzte in der Nacht auf gestern acht Fasnächtler. Unter anderem wurden zwei mit einem verstauchten Fuss behandelt. Bei zwei Männern musste eine Platzwunde am Kopf genäht werden. Einem war eine Schnapsflasche über den Kopf gezogen worden. Zwei weitere wurden wegen übermässigen Alkoholkonsums behandelt.

Vandalen werfen Velos
Auch Vandalen waren unterwegs: Mehrere Velos mussten aus der Reuss geborgen werden. Die Stadtpolizei spricht dennoch von einem ruhigen Fasnachtsauftakt. Schätzungsweise 15'000 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler waren am Abend des Schmutzigen Donnerstags in der Stadt; gestern Morgen um 4 Uhr waren es noch rund 800. Der Einsatzbericht über die Nacht auf gestern schliesst mit den Worten: «Es war eine Fasnacht, wie Fasnacht eben sein soll.»

bat/mg/mic.