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FASNACHT: Safran-Zunftmeister – «ein bisschen wie ein Popstar»

Thomas Bucher ist Fritschivater 2015. Er verrät, warum sein Weibel Gold wert ist und mit wem er neuerdings per Du ist.
Yvonne Imbach
Fritschivater Thomas Bucher und seine Frau Suzanne Wettenschwiler hissen die Fahne der Zunft zu Safran vor ihrem Haus in Zug. (Bild Stefan Kaiser)

Fritschivater Thomas Bucher und seine Frau Suzanne Wettenschwiler hissen die Fahne der Zunft zu Safran vor ihrem Haus in Zug. (Bild Stefan Kaiser)

«Nie habe ich damit gerechnet, in die Kränze zu kommen, da ich zwar durch und durch Luzerner bin, aber in Zug wohne. Bisher war ein auswärtiger Wohnsitz ein Hindernis», verrät Thomas Bucher (59), Fritschivater und Zunftmeister der Zunft zu Safran. Beim Bot Anfang Jahr, wo traditionsgemäss der Zunftmeister gewählt wird, seien ihm nur etwa drei Minuten geblieben, zu mutmassen, was seine Ehefrau Suzanne Wettenschwiler zu seiner Wahlannahme sagen wird.

«Ich wusste, dass alle Alt-Zunftmeister von einem unglaublich tollen Jahr schwärmen, und ging davon aus, dass es mir und meiner Frau sicher auch gefallen würde», erzählt Bucher, der Geschäftsführer respektive Teilhaber der Novex AG und H+B Bürorama in Hochdorf und Zug ist. Seine Gattin befand sich zu diesem Zeitpunkt im Ferienhaus in Valbella und wurde erst nach Buchers Zusage telefonisch vom Zeremonienmeister informiert. Als Bucher eine Stunde später die frischgebackene Fritschimutter telefonisch erreichte, sass diese schon im Auto zurück nach Luzern und bezeugte so ihre Zustimmung zum würdevollen Amt.

Schon mal im Nauen dabei

Verheiratet sind die beiden seit 22 Jahren. Ein Jahr nach der Hochzeit trat Bucher in die Zunft zu Safran ein – «auf Vaters Schild», also auf dessen Empfehlung, wie er erzählt. In seinem ersten Jahr als Neuzünftler wurde das Fritschipaar samt Gefolge erstmals mit dem Nauen über den See zur Tagwache gefahren. «Ich durfte damals mit den anderen Neuzünftlern diese Fahrt schon einmal erleben und freue mich nun extrem auf das zweite Mal am Schmutzigen Donnerstag», sagt Bucher.

Nauenfahrt, Urknall, Fötzeliregen und Tausende Fasnächtler am Kapellplatz, die ihm zujubeln werden. Wie wird das sein? «Ein bisschen fühlt man sich sicher wie ein Popstar», lächelt Bucher und weiss schon heute: «Ich werde in diesen Hexenkessel eintauchen und jede Minute geniessen.»

Fast stündlich Termine

Apropos Minuten: Fragt man einen Zunftmeister in der Vorfasnacht nach seiner Agenda, erntet man ein abgeklärtes Lächeln. «Die Termine mit den eindrücklichen Bescherungsfahrten und Zusammenkünften mit anderen Fasnachtsgewaltigen reihen sich fast stündlich aneinander. Es ist anspruchsvoll, Terminkollisionen frühzeitig zu erkennen und mich rechtzeitig abzumelden», weiss Bucher. Eine grosse Hilfe sei ihm dabei einerseits seine Mitarbeiterin, die sich um geschäftliche Termine sorgt. «Gold wert ist auch mein Weibel Pascal Piffaretti, der sich intensiv um mich kümmert», verrät der Fritschivater. An sich sei er nämlich eher von unpünktlicher Natur; er werde nach seinem Amtsjahr die Dienste seines Weibels sicher vermissen, gesteht er.

So erstaunt es auch nicht, dass Thomas Bucher in seiner Freizeit gerne Hobbys nachgeht, die ihm kein zeitliches Korsett aufzwängen. Skifahren, Golf spielen und Tauchen lassen ihn neue Energien tanken. «Meine Frau und ich lieben es zu reisen. Gerne ohne Plan, wie lange und wohin genau es geht.»

Die Kinder Sabrina (30) und Thomas (20) sind erwachsen, Sohn Thomas lebt noch daheim. Dieser bezeuge seine Freude über Vaters Wahl zum Fritschivater jeden Tag mit einem herzlichen «Guten Morgen, Ehrenfester», schmunzelt Bucher. Auch seine Mitarbeiter der Novex AG und H+B Bürorama wurden sofort aktiv: «Am Bärteliessen traten sie mit einer eigenen Produktion auf, und vor das Geschäft stellten sie eine Tafel, auf der mir gratuliert wird», erzählt Bucher gerührt.

Bärteliessen bisheriger Höhepunkt

Das Bärteliessen sei der bisherige Höhepunkt gewesen. Seither sei er auch mit Bundesrat Ueli Maurer per Du, der als Ehrengast eingeladen war. «Ich war noch nie mit einem Bundesrat per Du. Aber der Ueli ist sehr bürgernah, und überhaupt ist man an der Fasnacht doch schnell per Du», sagt Zunftmeister Bucher bescheiden.

Eben dieses Ungezwungene gefalle ihm an der Fasnacht: «Ich war nie in einer Guuggenmusig. Viel mehr geniesse ich es, mich treiben zu lassen, Leute zu treffen und spontan dort zu verweilen, wo es mir gerade gefällt.» Es fasziniere ihn sehr, wie die Fasnächtler jedes Jahr mit Tausenden Arbeitsstunden ehrenamtlich dafür sorgen, dass die Luzerner Fasnacht zu dem werde, was sie sei: einerseits ein Brauchtum, das jede Altersstufe integriert. Andererseits etwas, das Auswärtige nie begreifen werden: «Die spinnen doch, die Luzerner, denken die sicher», meint Bucher augenzwinkernd.

Yvonne Imbach

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