FASNACHT: So eine Plakette gabs noch nie

Der Krienser Urs Krähenbühl hat die neue Luzerner Fasnachtsplakette gestaltet – je nachdem wie man sie betrachtet, zeigt sie drei verschiedene Motive.

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LFK-Präsident Beat Niederberger (mit Kette) und der Künstler Urs Krähenbühl aus Kriens (vorne, Mitte) präsentieren mit den Mitgliedern des Finanzkomitees die neue Fasnachtsplakette. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

LFK-Präsident Beat Niederberger (mit Kette) und der Künstler Urs Krähenbühl aus Kriens (vorne, Mitte) präsentieren mit den Mitgliedern des Finanzkomitees die neue Fasnachtsplakette. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Die neue Lozärner Fasnachtsplakette hatte am Mittwochabend zwei rüüdige Auftritte: Zuerst wurde sie unter viel Rauch aus dem Tresorraum der Luzerner Kantonalbank geholt – um dann kurz vor 19 Uhr unter Guugenklängen der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Grossformatig hängt sie nun an der Bankfassade an der Pilatusstrasse. «Ich trage sie bereits seit zwei Monaten quasi im Hosensack. Jetzt bin ich stolz und habe Freude, dass ich diese superschöne Plakette der Öffentlichkeit zeigen darf», sagte Beat Niederberger (48), Präsident des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK), vor rund 100 Gästen und Schaulustigen. Der LFK-Präsident hat eine spezielle Beziehung zu den Plaketten: Er erhielt sie jahrelang jeweils am 27. Dezember als Geburtstagsgeschenk.

Die Plakette 2011 ist die inzwischen 61. – eine Jubiläumsplakette, denn das LFK feiert an der kommenden Fasnacht den 60. Geburtstag. Aus diesem Grund wurde die Gestaltung der Plakette auch nur unter denjenigen Künstlern ausgeschrieben, die schon einmal eine solche entworfen hatten. Auch die Wappen der vier LFK-Mitglieder Zunft zu Safran, Fidelitas, Maskenliebhaber und Wey-Zunft mussten eingearbeitet werden.

Ein Grend – drei Gesichter
Die neue Plakette mit dem Titel «Onder eim Huet» ist eine Art Vexierbild, je nach Betrachtungsweise sind drei unterschiedliche Gesichter zu erkennen: zwei ernst dreinblickende im Profil, aus denen bei der Frontalansicht ein richtiger Fasnachtsgrend wird. Und: Mit dem Biss ins Stadtwappen wird augenzwinkernd die Satirelust der Fasnächtler betont. «Gesichter im Alltag decken den Ausdruck neutral bis Lätsch ab. Das Sujet soll zeigen: Lasst diese Alltagsgesichter mal links und rechts liegen und holt für drei Tage die Lebensfreude hervor», erklärt Urs Krähenbühl. Von dem bekannten Krienser Fasnachtskünstler stammt der Entwurf. «Drei Gesichter in einem, das hat es meines Wissens auf einer Lozärner Plakette noch nie gegeben», so der 52-Jährige.

Krähenbühl hatte bereits die Plakette 2004 geprägt und im 2008 gelang ihm das Kunststück, nebst der Luzerner gleichzeitig auch die Plaketten von Kriens und Emmen zu gestalten.

Jérôme Martinu

Die Luzerner Fasnachtsplakette 2011 gibt es ab Mitte Februar im LZ Corner an der Pilatusstrasse, in diversen Kiosken und ab Uusgüügglete im Strassenverkauf. Die Plakette gibts in Kupfer (Fr. 7.–), Silber (10.–), als Pin (20.–). Für Spezialversionen siehe www.lfk.ch