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FASNACHT: Umzug Roggliswil: Auch die Politik bekommt ihr Fett ab

6000 Zuschauer nahmen am Sonntag am Elfaver-Umzug in Roggliswil teil.
Auf die Schippe genommen: Das neue Altersheims Murhof. (Bild: Nadia Schärli (Roggliswil, 4. Februar 2018))

Auf die Schippe genommen: Das neue Altersheims Murhof. (Bild: Nadia Schärli (Roggliswil, 4. Februar 2018))

300 Mal grösser als der Luzerner Umzug sei der Roggliswiler Umzug. Das stimmt insofern, wenn man es relativ zur jeweiligen Bevölkerungsgrösse anschaue, sagte Kommentator «Churchill» zu Beginn des Fasnachtsumzugs, der bereits seit 68 Jahren durchgeführt wird. Eröffnet wurde die Parade mit 40 Gruppen um 13.30 Uhr von Trychlern. Mit viel Applaus empfingen die rund 6000 Zuschauer die traditionelle Männergruppe.

Ein besonderer Höhepunkt des eineinhalb Stunden langen Umzugs war die Gruppe mit dem Sujet «Ech ha de grösser». Auf Rollen fuhren zwei Menschen-Raketen auf dem Bauch die Strasse herunter und wurden von Kim Jong Un angestossen. Mit dabei waren auch Putin und Trump, die jeweils Feuerwerksraketen zündeten. Der Name der Gruppe und vor allem die Menschenraketen auf den Rollen sorgten für viel Gelächter und Applaus.

Dies war allerdings nicht die einzige Gruppe mit einem politisch inspirierten Sujet: Mit ihrem Slogan «Murhof? Wenn die ned wösse was sie wei, göi mer haut uf Aupüre is Girafffeheim» hat die Gruppe ein brisantes Thema aufgegriffen. Denn geplant ist, das Altersheim Murhof neu zu bauen. Ob dies in Pfaffnau oder St. Urban geschehen wird, ist aber noch unklar. Der Appell richtete sich demnach an den Gemeinderat, der mehr Transparenz um den zukünftigen Standort schaffen soll.

Für Begeisterung sorgte auch die Gruppe «6 Gögs» aus Altbüron, die heuer ihr 60-Jahr-Jubiläum feiert. Der Gruppenleiter hat laut dem Kommentator schon an mindestens 20 Roggliswiler Umzügen teilgenommen – dies ist besonders aussergewöhnlich, da dieser nur alle zwei Jahre stattfindet.

Der Umzug verlief allerdings nicht für alle Teilnehmer reibungslos. Zwei Gruppen mussten Pannen mit ihren Wagen hinnehmen. So wollten die Wissbärgler Strengelbach von einem ihrer beiden Wagen aus Mohrenköpfe in die Zuschauermenge spicken. Dies in Anspielung auf Probleme in der Herstellungsfirma Dubler. Das Gefährt konnte am Morgen jedoch nicht gestartet werden. Die Gruppe nahm es mit Humor – und verteilte die süssen Leckereien halt selbst. Eine andere Gruppe traf es etwas härter: Ihr Wagen hatte auf dem Weg nach Roggliswil einen Unfall. Dem Fahrer ist dabei glücklicherweise nichts passiert. Und die Gruppe lies sich nicht beirren und lief den Umzug schliesslich ohne Wagen. Fasnacht verlangt eben auch Improvisation.

Für musikalische Unterhaltung sorgten die zehn Guuggenmusigen. Für diese war das Programm nach dem Umzug aber noch nicht beendet: Im Anschluss fand in der Turnhalle beim Schulhaus ein Fest statt, an dem bis um Mitternacht jede Stunde mindestens eine Guuggenmusig spielte.

Jessica Bamford

kanton@luzernerzeitung.ch

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