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FASNACHT: Von der Fasnacht zu den Kängurus

Alfred Meier ist Safran-Zunftmeister und Fritschivater 2018. Er verrät, welche Reaktion ihn am meisten berührt hat – und wie er sich von der Fasnacht erholen will.
Yvonne Imbach
Fritschivater Alfred Meier und Ehefrau Rita bei sich zu Hause in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (23. Januar 2018))

Fritschivater Alfred Meier und Ehefrau Rita bei sich zu Hause in Luzern. (Bild: Boris Bürgisser (23. Januar 2018))

Yvonne Imbach

stadt@luzernerzeitung.ch

Um den Zunftmeister und Fritschivater 2018 ernennen zu können, war dieses Jahr eine List des Zunftrats nötig. Denn Alfred «Fredi» Meier (60) ist Mitglied der Rechnungsprüfungskommission der Zunft zu Safran und durfte in dieser Funktion am Vorbot teilnehmen – an welchem dem exklusiven kleinen Kreis jeweils der neue Zunftmeister verraten wird. «Es hat mich sehr gefreut, als Basiszünftler für einmal dieses Wissen vorab zu erhalten. Niemals hätte ich damit gerechnet, dass ein falscher Name genannt wurde! Denn ich durfte ja noch nicht erfahren, dass ich der oberste Name auf dem Dreiervorschlag war», sagt Meier.

Als Fredi Meier nichts ahnend am 30. Dezember schliesslich realisiert, dass der amtierende Fritschivater Rolf Willimann am Bot soeben seinen Namen ausgerufen hat und nun auf ihn zuschreitet, denkt er nur eines: «Willimann, was machsch?!» Es habe ihn «wie ein Hammerschlag getroffen», aber natürlich habe er sofort Ja gesagt. «Nein sagen, das geht nicht. Dafür ist man mit der Zunft zu fest verbunden und hat zu viel gemeinsam erleben dürfen.»

Insgesamt habe Fredi Meier sehr viele positive Rückmeldungen bekommen: «Am meisten hat mich berührt, dass viele Leute spontan sagten: ‹Du bist einer von uns. Du hast es verdient, Fritschivater zu werden.›» Meier ist seit 1992 Mitglied der Zunft. Einen Namen gemacht hat er sich als Mitglied des Umzugskomitees, des Vergnügungskomitees, des Lozärner Fasnachtskomitees (LFK) – und 2005 gar als LFK-Präsident. Derzeit amtiert Meier als LFK-Altherrenpräsident.

Ein Fritschivater, der das Rampenlicht scheut

Die Freude über das höchste Amt der Zunft zu Safran sei riesig, auch wenn Meier im ersten Moment «schon schlucken» musste: «Mich und auch meine Frau Rita kostet es Überwindung, im Mittelpunkt zu stehen. Wir sind beide eher die Macher in der zweiten Reihe.» Gattin Rita (59), mit der er seit 36 Jahren verheiratet ist, sitzt beim Interviewtermin am heimischen Küchentisch dabei. Sie bringt es auf den Punkt: «Lieber würde ich wieder für einen Zunftanlass kilometerweise Wände malen», sagt die ausgebildete Textilentwerferin. 2016 hat sie ihre kreative Ader am Sechseläuten-Anlass in Zürich, wo sich die Zunft zu Safran vorstellen durfte, intensiv und eben mit Wändemalen ausgelebt.

Während der intensiven Wochen vor dem Schmutzigen Donnerstag, dem grossen Tag des Fritschivaters, sei die Überraschung einer grossen Vorfreude gewichen. Als Eltern dreier inzwischen erwachsener Kinder sowie als Grosseltern zweier Enkelinnen haben Fredi und Rita Meier ausserdem bereits bewiesen, dass sie geübt in Teamarbeit sind.So war es Ritas Aufgabe, zusammen mit anderen Zunftfrauen und Freundinnen 765 Säckli zu füllen, die an den Bescherungsfahrten verteilt wurden. Sie verrät, was darin unter anderem an Leckerem und Nützlichem zum Vorschein kam: «Fritschiguetzli, ein Fläschli Zunftmeister-Wein, ein Brillenputztuch und eine Gesichtscreme.»

Kaum ein freier Tag in den letzten Wochen

Fragt man einen Zunftmeister in der Vorfasnacht nach seiner Agenda, erntet man ein abgeklärtes Lächeln. «Meine Agenda ist zum Glück digital. So konnte ich bestehende Termine einfach überschreiben.» Denn mit den eindrücklichen Bescherungsfahrten und Zusammenkünften mit anderen Fasnachtsgewaltigen sei in den letzten Wochen fast jeder Tag verplant gewesen.

Wie hat es Meier trotzdem geschafft, seinen Beruf als Bauführer und Inhaber der drei Firmen KBM AG, Sivag Luzern AG und Kernboring mit den Fasnachtsvorbereitungen unter einen Hut zu bringen? Eine grosse Hilfe seien ihm sein Bauführer Philipp Troxler und sein älterer Sohn Tobias, die sich im Geschäft noch mehr «reinknien mussten». «Wir kamen an den Anschlag», gibt Meier zu. «Wir sind zwölf Leute, da mussten alle mehr machen. Aber ich durfte auf die volle Unterstützung meiner Mitarbeiter zählen. Gold wert ist auch mein Weibel Pascal Piffaretti, der sich intensiv um mich kümmert», so der Fritschivater. «Ich würde ihn am liebsten nicht mehr hergeben. Vor jedem Anlass schickt er mir eine Textnachricht und erinnert mich an die Abholzeit und daran, was ich anziehen soll.»

An die Fasnacht trotz Beinbruch

Schon die letzte Fasnacht war für das Ehepaar Meier alles andere als gewöhnlich: Die beiden kreieren seit 20 Jahren zusammen mit Ritas Schwestern und deren ­Ehemännern ein Sujet, zu sechst gehen sie dann auf die Gasse. Doch letztes Jahr brach sich Rita das Bein. Da sie einen Bauführer als Ehemann hat, musste sie deswegen aber nicht daheim bleiben. «Wir hatten das Motto ‹Beobachter›. Fredi baute mir einen Hochsitz und schob mich darauf während der ganzen Fasnacht durch die Stadt.» Ritas Beinbruch hatte letztes Jahr zudem zur Folge, dass die geplante Australienreise ins Wasser fiel – und auf dieses Jahr umgebucht wurde. «Wir werden es diesmal durchziehen und fliegen gleich nach der Fasnacht für sechs Wochen nach Australien», verrät Fredi Meier. Er ahnt, dass ihnen der fliegende Wechsel von der Kutsche zu den Kängurus wohl einfach nur gut tun wird. «Wir werden die Ferien zur Erholung nutzen.»

Nun aber steht der SchmuDo vor der Türe. Wie hat sich Fredi Meier dafür fit gehalten? «Da ich Wasserball spiele, squashe und ins Fitness gehe, habe ich zum Glück eine gute Kondition. Ich habe versucht, genügend Schlaf zu bekommen, und freue mich nun einfach auf die Tagwache und den ganzen Tag!»

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