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Serie

Fasnachts-Büezerin: «Polizisten suchten bei uns nach einer Giraffe»

Die 24-jährige Leonora Berisha arbeitet im Permanence MedCenter im Bahnhof Luzern, wo über die Fasnachtstage Hochbetrieb herrscht. Dabei erlebt die medizinische Praxisassistentin mitunter lustige Sachen.
Aufgezeichnet von Roman Hodel
Die medizinische Praxisassistentin Leonora Berisha arbeitet im Permanence MedCenter im Bahnhof Luzern. (Bild: hor)

Die medizinische Praxisassistentin Leonora Berisha arbeitet im Permanence MedCenter im Bahnhof Luzern. (Bild: hor)

«Mir macht es gar nichts aus, zu arbeiten, wenn andere feiern – das gehört bei unserem Job dazu. Abgesehen davon bin ich selber gar keine Fasnächtlerin. Mir sagt das Verkleiden nichts, Zeit fürs Basteln oder Nähen fehlt mir sowieso und Alkohol trinke ich auch kaum. Lieber verbringe ich einen gemütlichen Abend daheim.

Was ich aber sehr mag, ist der Sound der Guuggenmusigen. Und davon haben wir bei uns im Bahnhof Luzern während der Fasnacht mehr als genug – es räblet ja jeweils richtig. Man hört die Musigen bis in die Praxis. Das stört uns jedoch nicht bei der Arbeit, sondern sorgt im Gegenteil für gute Laune, finde ich.

Die Stimmung ist überhaupt anders bei uns während der Fasnacht. Irgendwie fröhlicher, aber natürlich immer noch professionell.

Nehmen wir zum Beispiel Weihnachten – da ist die Stimmung auch anders als sonst. Ruhiger, besinnlicher. Das überträgt sich schon auf das Klima.

Manchmal erleben wir Szenen, die zum Schmunzeln sind. Einmal während der Fasnacht kamen richtige Polizisten in die Praxis. Sie sagten, sie seien auf der Suche nach einer Person. Den Grund nannten sie nicht. Als wir nach der Beschreibung fragten, sagten die Polizisten, sie würden eigentlich eine Giraffe suchen. Oder dann unser Wasserspender im Wartezimmer.

Da gibt es an der Fasnacht alkoholisierte Patienten, die ihren ganzen Kopf unter das Gerät halten und so versuchen, direkt vom Spender zu trinken – mit unterschiedlichem Erfolg.

Wir behandeln überhaupt andere Patienten während der Fasnacht. Viele sind verkleidet, logisch. Manche landen tatsächlich bei uns, weil sie ihren Durst etwas zu sehr gelöscht haben. Oder weil sie in ihrem Zustand gestürzt sind, und sich deswegen beispielsweise eine Rissquetschwunde zugezogen haben. Seltener müssen wir Verletzungen behandeln, die die Patienten bei einer Schlägerei erlitten haben. Die meisten Fasnächtler bei uns sind zum Glück lustig drauf, mega anständig und verhalten sich korrekt. Grundsätzlich ist die Wertschätzung der Patienten gegenüber uns Angestellten sehr hoch. Solange wir unsere professionelle Distanz halten, funktioniert die Kommunikation mit ihnen gut. Es wird auch selten ein Patient ausfällig.

Es gibt aber noch einen weiteren Grund, weswegen wir an der Fasnacht viel mehr Patienten behandeln als sonst. Wegen Fasnachts- und Skiferien sind nicht wenige Hausärzte abwesend. Deshalb gelangen auch deren Patienten an uns – etwa, wenn sie starkes Fieber oder einen ganz schlimmen Husten beklagen.

Niemand von uns arbeitet übrigens während der ganzen Fasnacht. Jeweils drei Monate im Voraus können wir Mitarbeitenden unsere Wünsche anbringen. So werde ich etwa am Güdismontag frei haben, auch wenn ich wie erwähnt nicht an die Fasnacht gehe. Was ich dafür unternehme? Mal sehen. Abmachen mit Freunden wird jedenfalls schwierig. Denn in meinem Freundeskreis gibt’s praktisch nur Fasnächtler und die sind alle abgemeldet bis am Aschermittwoch.»

Büezer an der Fasnacht

Während sich die halbe Zentralschweiz nun bis am Aschermittwoch im Ausnahmezustand befindet und viele dafür frei nehmen, arbeiten andere mitten im Trubel. Wir stellen in unserer Büezer-Serie täglich jemanden vor. Den Anfang macht Leonora Berisha. Die 24-jährige Nidwaldnerin arbeitet neben ihrem Studium als medizinische Praxisassistentin im Permanence MedCenter im Bahnhof Luzern. Am heutigen Schmutzigen Donnerstag hat sie Tagesdienst von 9 bis 17 Uhr.

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