FASNACHTSFÜERER: Das Littauer Eierrösi soll den Umzug eröffnen

Silvio Panizza hat am Montag den neuen «Fasnachtsfüerer» vorgestellt. Und die Neue Luzerner Zeitung mit der «Goldig Gyge» ausgezeichnet.

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Die Neue LZ schreibe ja nicht immer, was man wolle, sagte Silvio Panizza am Montagabend bei der Präsentation des «Rüüdige Fasnachtsfüerers». In diesem Spätherbst hatte er aber seine helle Freude an den Berichten über den «Stadtkeller». «Was wäre wohl mit unserem allseits innigst geliebten ?Stadtchöbu? passiert, hätte nicht unser aller Leibblatt den heimlichen Deal, das Musikrestaurant an eine auswärtige Modekette zu verscherbeln, aufgedeckt», würdigte Panizza.

In gut drei Stunden handelseinig
Erst dank den Berichten unserer Zeitung ist Eckhard Schwöbel auf den «Stadtkeller» aufmerksam geworden. Schwöbel war sich mit den Verkäufern «innert dreieinhalb Stunden handelseinig», wie er anlässlich der Preisvergabe ausführte. Diese Rettung des auch während der Fasnacht beliebten Lokals brachte der Redaktion der «Neuen Luzerner Zeitung» und Schwöbel den 2. Rang der Verleihung «Goldig Gyge 2009» ein. Der 1. Rang ging an die Megger Kunstturnerin Ariella Kaeslin (Panizza: «Ariella ist unser neuer Stern»), mit dem 3. Rang wurden die Rotseemöven und der Verein Bahnhof-Guuggete für die Dekoration der Bahnhofshalle ausgezeichnet.

Zwei Ehrenpreise erhielten Ruedi Bürgi und Lorenz Fischer. Bürgi, dem «Gnagivater auf Lebzeiten», wurde der «Goldig-Satirik-Orden der Stadt Luzern» verliehen, weil er die Satirik gekonnt in Reime fasse. Fischer erhielt einen Ehrendoktortitel als Guuggenmusig-Experte für sein Buch über das Jubiläum der Musik Bohème.

Füllt Littau die Umzugslücken?
Silvio Panizza hat im «Fasnachtsfüerer» die Fusion von Littau und Luzern ins Zentrum gestellt. Zur Littauer Fasnacht gehört die Figur «Eierrösi» unweigerlich dazu. Panizza wünscht sich nun: «Das Eierrösi sollte am Schmutzigen Donnerstag den Umzug der Zunft zu Safran eröffnen.» Eine Idee, die von den Luzerner Fasnachtsgewaltigen nicht von vornherein abgeschmettert wurde, aber auch nicht zu heller Begeisterung führte. Roger Ulrich, Präsident des Luzerner Fasnachtskomitees, meinte trocken: «Wir haben im Umzug immer Lücken, die wir gerne füllen.» Er werde den Vorschlag mit Umzugschef Flavio Bezzola besprechen, versprach Ulrich.

Im «Fasnachtsfüerer» sind praktisch lückenlos alle Umzüge, Maskenbälle und Fasnachtsanlässe der Zentralschweiz aufgelistet, insgesamt über 600 Daten. Er ist für 5 Franken an Kiosken erhältlich.

Christian Bertschi