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Fast jeder fünfte Luzerner lebt mit einer Behinderung

Im Kanton Luzern gibt es schätzungsweise 71'400 Menschen mit Behinderungen. Das sind mehr als fünf Jahre zuvor, wie eine aktuelle Umfrage von Lustat Statistik zeigt.
Urs-Ueli Schorno

Fast jeder fünfte Einwohner des Kantons Luzern gibt an, ein dauerhaftes gesundheitliches Problem zu haben, dass ihn in seinem Alltag einschränkt. Die aktuelle Publikation von Lustat Statistik Luzern basiert auf der Schweizerischen Gesundheitsbefragung. Diese ist eine Stichprobenerhebung, die seit 1992 alle fünf Jahre bei der Schweizer Wohnbevölkerung im Alter ab 15 Jahren in Privathaushalten durchgeführt wird. Befragt wurden 1057 Personen aus dem Kanton Luzern. Schweizweit sind es 22134 Befragte.

Die Zahl von 71400 behinderten Personen, welche die aktuelle Umfrage von Lustat Statistik Luzern ausweist, erscheint im ersten Moment hoch. Die Erklärung: Darunter fallen in dieser erweiterten Definition der Befragung neben körperlichen Einschränkungen auch eingeschränkte soziale Aspekte.

Steigerung im Alter von 45 bis 64 Jahren

So finden Altersbeschwerden, chronische Knieschmerzen, geistige Einschränkungen oder schwere Körperliche Behinderungen gleichermassen in der Statistik Niederschlag. Der Anteil der Wohnbevölkerung von Personen ab 15 Jahren mit einer alltagsrelevanten Einschränkung ist zwischen 2012 und 2017 von 16 auf 19 Prozent gestiegen. Der Schweizerische Durchschnitt beträgt 18 Prozent. Die grösste Steigerung erfahren Luzerner im Alter von 45 bis 64 Jahren, nämlich von 17 (2012) auf 21 Prozent (2017).

Die meisten leben im eigenen zu Hause

Von den Befragten, die eine Behinderung angaben, wohnen die meisten selbständig zu Hause, nämlich 65700 Personen. Die meisten von ihnen, rund 80 Prozent, geben eine körperliche Behinderung an.

Weiter leben rund 1100 Personen in einer sozialen Einrichtung. Weitere 4600 Personen sind in einem Alters- oder Pflegeheim. Die 19 sozialen Einrichtungen für erwachsene Menschen mit Behinderungen im Kanton Luzern boten im Jahr 2017 rund 2800 Plätze in den Bereichen Wohnen, Beschäftigung und Arbeit an. Diese wurden per Ende 2017 von gut 2570 Personen genutzt.

Die grosse Mehrheit ist erwerbstätig

Der grösste Teil der Personen im erwerbsfähigen Alter, nämlich 69 Prozent, nimmt aktiv am Arbeitsmarkt teil – ist also entweder beruflich tätig oder auf Arbeitssuche. Zum Vergleich: Bei den Personen ohne Behinderungen sind es 89 Prozent. Knapp 1500 Menschen arbeiten an geschützten Arbeitsplätzen in sozialen Einrichtungen.

Laut Edith Lang, Dienststellenleiterin Soziales und Gesellschaft beim Kanton Luzern ist die Schweizerische Gesundheitsbefragung eine wichtige Quelle im Rahmen der Bedarfsanalyse. «Sowohl im Alters- als auch im Behindertenbereich setzen wir die Erhebung ein, um die Planung der Angebote noch besser auf den Bedarf der Luzerner Bevölkerung abstimmen zu können», führt sie aus.

Veränderungen aufmerksam beobachten

Eine wichtige Erkenntnis der aktuellen Studie würden die Resultate zur Entwicklung der Zahl von Menschen bilden, die mit Einschränkungen zu Hause leben. «Die Zunahme bei Menschen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren ist aufmerksam zu beobachten», sagt Lang. Wichtig sei auch der Anteil der Menschen mit Behinderungen, die beruflich integriert sind.

Handlungsbedarf sieht Lang vorderhand darin, dass immer mehr Menschen mit Behinderungen selbstbestimmt ausserhalb von Institutionen leben. «Daher sollen ambulante Angebote zukünftig bei Bedarf gefördert werden», hält sie fest. Auch die berufliche Integration im allgemeinen Arbeitsmarkt sei ein weiteres wichtiges Ziel der Behindertenpolitik. «Es gilt, den hohen Anteil im Kanton Luzern zu erhalten.»

Neues Instrument zur Erhebung

Die sozialen Einrichtungen im Kanton Luzern messen den Betreuungsaufwand neu mit einem einheitlichen Instrument zur Erfassung des individuellen Betreuungsbedarfs (IBB). 2018 erfolgte in Luzern die erste Gesamterhebung. Daraus geht hervor, dass 40 Prozent der stationären Wohnplätze von Menschen mit hohem Betreuungsbedarf belegt werden. Im Kanton Luzern lebten 2017 und 2018 890 Personen in einem betreuten Wohnverhältnis. 50 Prozent davon weisen einen mittleren, 10 Prozent einen geringen Betreuungsbedarf auf. (uus)

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