FAUNA: Badegäste ritzen sich an Muscheln Füsse auf

Ein Besuch in der Badi kann böse Folgen haben. Schuld daran sind Wandermuscheln. Dagegen tun kann man eigentlich nur eines.

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Björn Brugger aus Aarau hält einen Stein mit den heimtückischen Muscheln in den Händen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

Björn Brugger aus Aarau hält einen Stein mit den heimtückischen Muscheln in den Händen. (Bild Remo Nägeli/Neue LZ)

«Es ist schon vorgekommen, dass ich an einem Tag bis zu fünfzehn verletzte Füsse verarzten musste», sagt Silvana Gamuzza, Leiterin des Seebades Eich. Je nachdem sei einer oder eben alle fünf Zehen zerschnitten gewesen. In zwei Fällen hätten sich die Opfer beunruhigend tiefe Schnittwunden zugezogen. Ob sich die Badegäste einer ärztlichen Untersuchung unterziehen mussten, ist ihr nicht bekannt. Zum Glück jedoch seien die meisten Wunden harmlos und die Verletzungen mit einem Pflästerli behoben. Bei den messerscharfen Muscheln im Sempachersee handelt es sich um Wandermuscheln.

Silvana Gamuzza arbeitet seit zehn Jahren im Seebad. «Vor allem seit dem vergangenen Jahr ist die Zahl dieser Muscheln im Sempachersee massiv angestiegen», hat sie beobachtet.

«Scheinen sich wohl zu fühlen»
Die kleinen Weichtiere werden im Volksmund ihrer Streifen wegen auch Zebramuscheln genannt. Sie sind in allen grösseren Schweizer Seen heimisch. «Im Sempachersee scheinen sich die Tiere zurzeit sehr wohl zu fühlen», sagt Philipp Arnold, Leiter des Bereiches Oberflächengewässer der Abteilung Umwelt und Energie des Kantons Luzern. «Dementsprechend stark vermehren sie sich. Ob die Muschelpopulation weiterwächst oder nicht, sei schwierig zu sagen und hänge von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen spielten die Wasserqualität und der Nährstoffgehalt eine Rolle, zum andern die Fressmenge der Wasservögel, deren Nahrung die Muscheln seien. «Aus diesen Gründen schwanken die Bestände der Muscheln stark.»

Es gibt nur ein probates Mittel, um sich zu schützen: das Tragen von Badeschuhen.

Harry Tresch

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung.