FAUNA: Luchs stellt Jäger vor Probleme

Auf Luzerner, Berner, Nid- und Obwaldner Boden tummeln sich 15 selbstständige Luchse. Dies ergab ein Fotofallen-Monitoring der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) des Kantons Luzern. Die Jäger spüren die Präsenz der Raubkatze.

Cyril Aregger
Drucken
Teilen
Ein selten gesehener Jäger: Ein Luchs bei Giswil, Obwalden. (Bild: Romano Cuonz)

Ein selten gesehener Jäger: Ein Luchs bei Giswil, Obwalden. (Bild: Romano Cuonz)

Zu Gesicht bekommt man die einzelgängerische Raubkatze kaum, obwohl sie gerade im Entlebuch stark vertreten ist, sagt Markus Stalder, Präsident der Revierjagd Sektion Entlebuch. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich der Luchs im ganzen Kantonsgebiet ausbreitet.» Was das für Auswirkungen auf die Jagd haben wird, kann man jetzt schon im Entlebuch beobachten.

Gämsen plötzlich nachtaktiv

«Das Schalenwild, also zum Beispiel Gämsen und Rehe, ist sehr scheu geworden und somit schwieriger zu bejagen. Auch das Äsungsverhalten hat sich geändert und die Tiere erscheinen zu völlig anderen Zeiten auf den Weiden als noch vor einigen Jahren. So ist auch in offenen Fluhgebieten zu beobachten, dass Gamswild durch das Vorkommen von Grossraubtieren plötzlich nachtaktiv ist – das gab es früher nie.» Das sei für die Jäger und ihren Auftrag zur Bestandesregulierung durchaus ein Problem, sagt Stalder. «Die Ansitzzeiten für einen erfolgreichen Abschuss werden dadurch massiv höher.»

Wild wandert ab

Die verstärkte Wanderung der Gämsen und Rehe ist ein weiterer Effekt der Luchspräsenz. «Ist ein Luchs in der Nähe, wandert das Wild temporär in andere Gebiete ab», so Stalder. Durch so entstehende Wildmassierungen könne der Schaden an landwirtschaftlichen Nutzflächen und in Waldverjüngungen verheerend sein.

Dennoch will Markus Stalder den Luchs nicht aus Luzern verbannen. «Wir müssen lernen, mit dem Luchs umzugehen. Der Luchs, der sich auf natürliche Art und Weise in unserer Region verbreitet, ist bei der Jägerschaft akzeptiert. Unser Ziel ist ein ausgeglichenes System, bei dem es möglich ist einzugreifen, wenn ein Tier grosse Schäden an Nutztieren oder Wild anrichtet.» Dies sei mit der neuen eidgenössischen Jagdverordnung gewährleistet. «Auch wenn die Hürden sehr hoch sind.»