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FC KICKERS: Ritterlich «das pfeifende Geschrei der Menge ertragen ...»

Vor 50 Jahren gabs zur Eröffnung des Tribschen-Stadions hehre Worte. Zum Jubiläum heute gastiert der einstige Erzfeind FCL.
Hugo Bischof
Am 15. August 1965 wurde das neue Stadion Tribschen eröffnet. Die «Luzerner Neusten Nachrichten» (LNN) zeigten dieses Foto vom Eröffnungsspiel des Heimklubs FC Kickers gegen den FC Emmenbrücke in ihrer Ausgabe vom 16. August. (Archivbild Neue LZ)

Am 15. August 1965 wurde das neue Stadion Tribschen eröffnet. Die «Luzerner Neusten Nachrichten» (LNN) zeigten dieses Foto vom Eröffnungsspiel des Heimklubs FC Kickers gegen den FC Emmenbrücke in ihrer Ausgabe vom 16. August. (Archivbild Neue LZ)

Hugo Bischof

«Echter Sport geht über die Leibesübung hinaus. Er ist Willensbildung und Charakterschule.» Das sagte Luzerns Regierungsrat Dr. Franz Xaver Leu 1965 bei der Einweihung des neuen Stadions des Stadtluzerner Fussballclubs Kickers auf Tribschen. Das schmucke Stadion im Eisenbetonstil der 1960er-Jahre mit den charakteristischen Rippen gegen die Eisfeldstrasse hin wird heuer 50-jährig.

Dieses Jubiläum feiert der FC Kickers, der soeben 2.-Liga-Regionalmeister geworden und in die Interregional-Liga aufgestiegen ist, heute Samstag mit einem speziellen Anlass. Zu Gast ist der grosse FC Luzern, der im Kickers-Stadion um 16 Uhr ein Testspiel gegen den Challenge-League-Club FC Wil durchführt. Ausgerechnet der FCL, der einstige Erzfeind des FC Kickers.

«Den Ball nicht egoistisch behalten»

Doch davon später. Zunächst zurück zum 15. August 1965, als Regierungsrat Leu zur Stadioneröffnung hehre Worte sprach: «Im sportlichen Spiel muss der Mensch fortgesetzt handeln, rasch überlegen und sofort entscheiden. Er hat sich zu überwinden, den Ball nicht egoistisch zu behalten, sondern ihn uneigennützig dem in günstiger Position stehenden Mitspieler weiterzugeben.»

Leu, der auch Präsident der damaligen Sport-Toto-Kommission war, fuhr fort: «Bei unfairem Spiel des Gegners muss sich der Spieler beherrschen und anständig weiterspielen. Falsch erscheinende Entscheide des Schiedsrichters hat er zu überwinden und pfeifendes Geschrei der Menge zu ertragen.» Leu zog den Vergleich zum Fairplay der mittelalterlichen Ritter: «Ist dieses Fairplay des Sportes uns nicht auch Beispiel und Verpflichtung in unserem Ringen beim Ausbau unserer Demokratie!»

Rund 2100 Interessierte waren zum damaligen Eröffnungsanlass erschienen. Sportlich im Fokus stand ein Turnier zwischen dem FC Kickers, dem FC Emmenbrücke und den damaligen A-Clubs FC Luzern und Young Fellows Zürich. Letztere siegten, der FC Kickers kämpfte tapfer, blieb aber punktelos.

Kickers wächst FCL «über den Kopf»

FC Kickers und FC Luzern – das war übers 20. Jahrhundert hinweg eine höchst wechselvolle Geschichte. Der FCK mit seinen rot-schwarzen Dresses wurde 1907 gegründet (sechs Jahre nach dem FCL). Er ging aus dem 1906 gegründeten FC Helvetia hervor. Ende 1910 folgte die Fusion mit dem FC Fortuna. In einer Notiz von damals ist nachzulesen, der FCL habe Angst, dass ihm «der FC Kickers über den Kopf zu wachsen droht». Was gabs Besseres, dies abzuwenden, als sich den Konkurrenten per Fusion einzuverleiben? Dies lehnten die Kickers 1913 aber ab – mit nur einer Nein-Stimme mehr. Viele FCKler wechselten aus Protest dennoch zum FCL. Die Folge: Kickers kam personell und finanziell an den Anschlag. Rettung brachte die Fusion mit dem FC Stella Luzern.

Zuerst spielten alle Luzerner Fussballclubs auf der Allmend – vor jedem Spiel mussten Linien gezeichnet und Eckpfosten eingeschlagen werden. Später wechselten der FC Kickers und der FC Luzern ins Tribschenquartier. Der FCL spielte ab 1915 im Tribschenmoos an der heutigen Bürgenstrassse (Frigorexhalle). Die Kickers bezogen 1921 den Sportplatz Unterhalden im Bereich Tribschen-, Weinberglistrasse, Geissensteinring, neben der damaligen Nähmaschinenfabrik Helvetia (später Neubau Telefondirektion). Damals gabs viele heisse Duelle zwischen den beiden Clubs. Den letzten Meisterschaftssieg gegen den einstigen Erzfeind FC Luzern landete der FC Kickers am 12. November 1929 vor 3000 Zuschauern. Danach startete der FCL seinen Aufstieg, der unter anderem im Schweizer-Meister-Titel 1989 gipfelte.

1 Million Franken Baukosten

Nachdem der FCL 1934 definitiv auf die Allmend gewechselt war, erhielt 1935 auch der FC Kickers ein Stadion mit fixer Tribüne – am Alpenquai. Dies musste aber 1963 dem Neubau der Kantonsschule weichen. Zwei Jahre lang spielten die Kickers danach auf den Plätzen des FC Luzern und des Sportclubs Luzern, unter anderem auf der Allmend beim Blindenheim. Dann der grosse Moment: 1965 erhält der FCK sein Stadion Tribschen. Der Bau kostete etwas mehr als 1 Million Franken, bezahlt vom Kanton Luzern.

Mit dem Aufstieg in die 2. Liga interregional hat der FCK seine Position als Nummer 2 in der Stadt Luzern gefestigt – der grosse FCL ist unantastbar. Interessant ist: Ex-FCL-Stars wie etwa Petar Aleksandrov oder René van Eck liessen ihre Karrieren beim FCK ausklingen. 2012 wurde das Tribschen-Stadion von der Stadt Luzern für 2,3 Millionen Franken saniert. «Es ist eine Anerkennung für unsere grosse Nachwuchsarbeit», sagt dazu der heutige FCK-Präsident Renato Amadò. Weit über 200 Junioren jeden Alters trainieren heute beim FC Kickers.

Hinweis

Heute 16 Uhr Testspiel FC Luzern - FC Wil. Tickets ab 14.30 Uhr an der Stadionkasse.

Die Feier wurde musikalisch umrahmt.

Die Feier wurde musikalisch umrahmt.

Die Tribüne des Stadions.

Die Tribüne des Stadions.

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