fC Luzern
Der FCL startet nach elf Tagen Ferien mit der Vorbereitung – und wartet gebannt auf das SFL-Urteil gegen Marius Müller

Für die Spieler des FC Luzern beginnt die Vorbereitung auf den zweiten Teil der Meisterschaft Montag um 10 Uhr mit dem ersten Training. Im Hintergrund belastet das Verfahren der Swiss Football League (SFL) gegen Goalie Marius Müller den Trainingsstart.

Daniel Wyrsch
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Luzern-Torhüter Marius Müller am Mittwoch vor Weihnachten im Heimspiel gegen den FC Basel.

Luzern-Torhüter Marius Müller am Mittwoch vor Weihnachten im Heimspiel gegen den FC Basel.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Luzern, 23. Dezember 2020)

Nur elf Tage Ferien haben die FCL-Profis genossen, das letzte Spiel bestritten sie am 23. Dezember zu Hause gegen den FC Basel (1:2-Niederlage). Schon morgen Montag um 10 Uhr absolvieren sie den Trainingsstart im neuen Kalenderjahr. Bereits am Sonntag, 24. Januar, steht der erste Match der zweiten Saisonhälfte auf dem Programm: Der FC Lugano wird dann in der Swisspor-Arena empfangen.

Vorher bestreitet die Mannschaft von Fabio Celestini Testspiele gegen den FC Zürich, GC und den SC Kriens. Der achtplatzierte FC Luzern hat in den verbleibenden 22 Ligapartien einiges gut zu machen, denn nach 14 Spieltagen stehen nur 13 Punkte auf seinem Konto. Zwar hat er mit 20 Toren gleich oft getroffen wie Leader YB und der zweitplatzierte FCB – und dennoch in der Mehrheit der Begegnungen die nötige Effizienz vermissen lassen. Dazu kassierten die Innerschweizer mit 23 gleich viele Gegentore wie das klare Tabellenschlusslicht FC Vaduz.

Heftige Kritik an Schiedsrichtern hat Konsequenzen

Dazu kommt die Ungewissheit im Fall Marius Müller. Der FCL-Stammkeeper hatte am 20. Dezember direkt nach dem mit 1:2 verlorenen Auswärtsspiel beim FC Lausanne-Sport die Schweizer Schiedsrichter scharf kritisiert. Müller ärgerte sich nicht nur über eine in diesem Match wegen Reklamierens kassierte gelbe Karte und eine Verwarnung gegen Vaduz einige Wochen zuvor für Zeitspiel in der ersten Halbzeit, sondern generell über zahlreiche Fehlentscheide der Unparteiischen. So sagte der 27-jährige Deutsche in die TV-Kameras:

«Das kann nicht sein, dass ihr in der Schweiz nur einen guten Schiedsrichter habt. Es gibt Leute, die für die Schulung verantwortlich sind.»

Die SFL gab am Tag nach der harschen Schiri-Kritik von Müller bekannt: «Der Disziplinarrichter der Swiss Football League hat gegen Marius Müller ein Verfahren eröffnet.» Und: «Bis zum Abschluss des Verfahrens werden keine weiteren Auskünfte erteilt.» Daran haben sich die Verantwortlichen bis dato gehalten. Auch vom FCL dringt nichts nach aussen. Marius Müller musste sich der Disziplinarkommission höchstwahrscheinlich erklären. Von ihm und dem Klub erhält man allerdings ebenfalls keine Auskunft. Bis zum Ende des Verfahrens sind alle Beteiligten zum Schweigen verpflichtet. Das erstinstanzliche Urteil wird in den nächsten Tagen erwartet.

Begründete Sorgen um den Rückhalt im Tor

Müller habe mit seiner Verbalattacke die Anstandsregeln verletzt und zudem die Liga in Verruf gebracht, heisst es in Medienberichten. Dafür könnte er eine Geldstrafe bekommen und für mehrere Spiele gesperrt werden. Sorgen machen dem FCL die drohenden Sperren. Trotz den durchschnittlich 1,64 Gegentoren pro Match hat sich die Defensive in den vergangenen Monaten gesteigert, aber auf Marius Müllers Paraden ist die Mannschaft natürlich immer noch angewiesen. Sollte der Schlussmann für drei oder mehr Partien gesperrt werden, würde das Team von Fabio Celestini seinen Rückhalt verlieren und markant geschwächt.

David Zibung würde bereitstehen

Ersatzgoalie David Zibung wird am 10. Januar 37 Jahre alt, er würde bei einer Sperre gegen Müller sicher bereit sein. Allerdings hat er in den vergangenen Jahren nur selten gespielt. In dieser Saison hat die langjährige Luzerner Nummer 1 einen Match absolviert: Zum Saisonstart stand Zibung bei der 1:2-Niederlage in Lugano im Tor. In der Nacht davor war Müller erstmals Vater geworden, er verzichtete auf seinen Einsatz im Tessin.

Drei FCL-Testspiele

FC Zürich – FC Luzern | 09.01.2021 | 14.00 Uhr | Sportzentrum Heerenschürli

Grasshoppers – FC Luzern | 13.01.2021 | 14.00 Uhr | GC-Campus, Niederhasli ZH

SC Kriens – FC Luzern | 16.01.2021 | 14.00 Uhr | Stadion Kleinfeld, Kriens

Die Partien finden alle unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.