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Bernhard Alpstaeg ist neuerdings auch Stadionbesitzer – FCL-Verwaltungsräte sind verärgert

Das Namensrecht für die «Swissporarena» hat er schon. Nun hat Bernhard Alpstaeg auch die Aktienmehrheit an der Stadion Luzern AG erworben, welche das Fussballstadion in der Allmend besitzt. Andere FCL-Verwaltungsräte freut das gar nicht.
Robert Knobel

Bei der Stadion Luzern AG, welche die Swissporarena besitzt, kommt es zu einer Rochade: Die damalige Erbauerin des Stadions, die Eberli Generalunternehmung AG, hat ihre Aktienmehrheit von 60 Prozent verkauft. Dies zeigen Recherchen unserer Zeitung. «Nach 8 Jahren seit der Stadioneröffnung sahen wir es als eine gute Möglichkeit, die Beteiligung weiterzugeben», erklärt CEO Alain Grossenbacher. Das ist soweit nichts Ungewöhnliches. Aufhorchen lässt hingegen der Name der Person, welche die Aktien gekauft hat: Bernhard Alpstaeg. Er war bisher schon indirekt am Allmend-Stadion beteiligt, nämlich via FCL Holding AG, welche die restlichen 40 Prozent der Aktien besitzt. Weil Alpstaeg auch bei der FCL Holding die Hälfte der Aktien hält, ist er neuerdings faktisch zu 80 Prozent an der Swissporarena beteiligt.

Bei den FCL-Verwaltungsräten, die ohnehin schon mit Alpstaeg im Clinch liegen (wir berichteten), ist man alles andere als erfreut über diesen Aktientransfer. Verwaltungsrat Marco Sieber auf Anfrage:

«Wir fühlen uns völlig vor den Kopf gestossen. Das Stadion gehört jetzt praktisch einer einzigen Privatperson»

Damit könne Alpstaeg wichtige Entscheide, die den FCL direkt betreffen, quasi alleine treffen. Konkret könne er etwa über Sanierungsarbeiten am Stadion entscheiden, über den Rasen oder über Veränderungen in der Vorzone. Vor allem aber könne er den Mietzins bestimmen, den der FCL für die Benutzung des Stadions bezahlen muss (gemäss Vertrag beträgt die Miete im Minimum 900'000 Franken pro Jahr.

Die Stadt Luzern hätte die Aktien kaufen können – und lehnte ab

Sauer sind die Verwaltungsräte aber auch, weil man über die Verkaufsabsichten der Eberli AG nicht vorgängig informiert worden war, wie FCL-Verwaltungsrat Hans Schmid sagt. Hätte man früher davon gewusst, hätte auch die FCL-Holding selber die Aktien kaufen können. Vorab informiert wurde hingegen die Stadt Luzern, auf deren Grundstück das Stadion steht. Die Stadt hat bei Änderungen der Aktienstruktur jeweils ein Vorkaufsrecht. Deshalb hat die Eberli AG ihren Anteil wie vorgeschrieben zuerst der Stadt Luzern zum Kauf angeboten. Doch diese lehnte ab. Es gebe keinen Grund für die Stadt, Miteigentümerin des Stadions zu werden, sagt Stadtpräsident Beat Züsli. Diese Devise habe der Stadtrat schon bei der Realisierung der Swissporarena verfolgt. Züsli sagt deshalb: «Es ist eine konsequente Weiterführung des seinerzeitigen Grundgedankens, dass die Stadt kein Fussballstadion in ihrem Portfolio halten wollte.» Der für 99 Jahre abgeschlossene Baurechtsvertrag biete für die Stadt als Grundeigentümerin genügend Sicherheiten – so würde etwa das Grundstück vorzeitig an die Stadt zurückfallen, falls die Stadionbesitzer ihren Verpflichtungen nicht mehr nachkommen könnten. Deshalb sei es nicht nötig, dass die Stadt zusätzlich Einfluss auf die Besitzer-Firma nehme, begründet Züsli.

Bernhard Alpstaeg. Bild: Sven Thomann/Freshfocus (Luzern, 21. Juli 2018)

Bernhard Alpstaeg. Bild: Sven Thomann/Freshfocus (Luzern, 21. Juli 2018)

Zudem gebe es aus Sicht der Stadt keine Gründe, die gegen Bernhard Alpstaeg als Mehrheitsaktionär sprechen würden: «Der Stadtrat sah keine Notwendigkeit, einen Aktienkauf in Erwägung zu ziehen, weil mit der Person von Bernhard Alpstaeg eine in Luzern bestens bekannte Persönlichkeit dahinter steht», so Züsli.

Und was sagt Alpstaeg selber über seine Beweggründe, die Stadion-Aktien zu kaufen? Alpstaegs Sprecher Bruno Affentranger erklärt:

«Er ist der Meinung, dass es eine einheimische und langfristige Lösung braucht.»

Dies auch um zu verhindern, dass eines Tages ein ausländischer Aktionär die Mehrheit übernimmt.

Wieviel FCL steckt in Alpstaeg?

Eigentlich sieht der Baurechtsvertrag vor, dass wenn die Stadt ein Kaufangebot ausschlägt, die übrigen Aktionäre zum Zug kommen . Für Hans Schmid ist deshalb klar, dass Eberli das Aktienpaket zuerst der Minderheitsaktionärin, der FCL Holding AG, hätte anbieten müssen. Hat sie das nicht getan? Alain Grossenbacher von der Eberli AG sagt, man habe den Aktienverkauf «mit allen Beteiligten, sprich Stadt Luzern und FC Luzern, abgestimmt.» Aufschlussreich ist dabei der Brief, mit dem die Eberli AG den FCL über den erfolgten Aktientransfer informierte. Sinngemäss heisst es dort, dass es sich bei Bernhard Alpstaeg nicht etwa um eine beliebige Drittperson handle, sondern um eine dem FCL «ideell oder wirtschaftlich nahestehende» Person. Zumal Alpstaeg wie erwähnt beim FCL Mehrheitsaktionär ist. Man kann dies nun so interpretieren, dass FCL und Alpstaeg gemeinsam über 80 Prozent der Stadion-Aktien verfügen. Damit hätte der FCL dank Alpstaeg nicht etwa an Einfluss verloren, sondern im Gegenteil viel gewonnen. Doch diese Rechnung stimmt wohl nur auf dem Papier und zu «Friedenszeiten». Denn wegen des Konflikts innerhalb des FCL-Verwaltungsrats ist es zurzeit fraglich, ob Alpstaeg und die übrigen Mitglieder in der Lage sind, gemeinsame Entscheide zu fällen.

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