FCL-Heimspiele nur noch mit Bewilligung?

Die Heimspiele des FC Luzern sollen bewilligungspflichtig werden. Der Regierungsrat beantragt dem Parlament den Beitritt zum verschärften Hooligan-Konkordat. Damit könnten die Behörden vom FCL eine Reihe von Massnahmen auferlegen.

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FCL-Anhänger zeuseln, hier im Heimspiel im August 2011 gegen den FC Basel. (Bild: Neue LZ)

FCL-Anhänger zeuseln, hier im Heimspiel im August 2011 gegen den FC Basel. (Bild: Neue LZ)

Seit September 2010 ist in allen 26 Kantonen das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen in Kraft. Trotzdem kommt es bei Fussball- und Eishockeyspielen immer wieder zu Ausschreitungen.

Die kantonale Justiz- und Polizeidirektorenkonferenz (KKJPD) erarbeitete deshalb eine Verschärfung des Hooligan-Konkordats und verabschiedete dieses im Februar. Im April stimmte der St. Galler Kantonsrat als erstes Kantonsparlament der Revision zu.

Dem revidierten Konkordat beitreten soll auch Luzern. Gesetze müssten bei einem Beitritt keine angepasst werden, schreibt der Regierungsrat in seiner am Montag veröffentlichten Botschaft an das Parlament. Bei einem Nichtbeitritt würde das Konkordat in seiner alten Fassung in Kraft bleiben.

Einfluss nehmen

Im Zentrum der Revision steht die neue Bewilligungspflicht für Fussball- und Eishockeyspiele der obersten Liga der Männer. Die Spiele der unteren Ligen und der anderen Sportarten können von den Behörden bei Bedarf für bewilligungspflichtig erklärt werden.

Die Bewilligungspflicht sei der einzige Weg, dass die Behörden die Sicherheitskonzepte und Stadionordnungen beeinflussen könnten, schreibt der Regierungsrat. Der Club müsse als privater Veranstalter alles Zumutbare unternehmen, um die Sicherheit zu gewährleisten und die Polizeiarbeit zu erleichtern.

Vorschriften zum Verkauf von Eintrittskarten

Die Behörden können mit der Bewilligungspflicht vom Club bauliche Massnahmen verlangen, Vorgaben zur Zahl der privaten Sicherheitskräfte machen, Vorschriften zum Verkauf von Eintrittskarten und alkoholischen Getränken machen oder auf die Zutrittskontrollen und Anreise der Gästefans Einfluss nehmen.

Mit dem Konkordat werden auch die bereits bestehende Massnahmen gegen Hooligans verschärft. Ein Rayonverbot - das Verbot, ein bestimmtes Gebiet zu betreten - kann neu für bis zu drei Jahre ausgesprochen werden. Bisher war die maximale Dauer ein Jahr.

sda