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Wahlen Horw: FDP-Sprengkandidatin verhindert stille Wahl

Für einen Sitz im Horwer Gemeinderat schickt die FDP-Ortspartei Francesca Schoch ins Rennen. Die 51-Jährige steht für liberale Politik und bezeichnet sich als kompromissfähige Quereinsteigerin.

Sandra Monika Ziegler
Francesca Schoch ist die FDP-Sprengkandidatin für den Horwer Gemeinderat. Gewählt wird am 19. Mai. Bild: Boris Bürgisser (Horw, 28. März 2019)

Francesca Schoch ist die FDP-Sprengkandidatin für den Horwer Gemeinderat. Gewählt wird am 19. Mai. Bild: Boris Bürgisser (Horw, 28. März 2019)

Nachdem die beiden Horwer Gemeinderäte Robert Odermatt (SVP) und Oskar Mathis (L20) Ende September zurücktreten, war für die FDP-Ortspartei klar, eine eigene Kandidatur zu bestimmen. Die Wahl fiel einstimmig auf Francesca Schoch, wie die Partei mitteilt.

FDP-Parteipräsident Stefan Maissen: «Es kann doch nicht sein, dass es ein halbes Jahr vor der offiziellen Wahl zu einer stillen Wahl kommt.» Dabei gehe es der Partei nicht darum, mit Schoch gegen die SVP oder L20 zu schiessen, sondern um eine transparente Wahl.

Familienfrau und politische Quereinsteigerin

«Mit der Nomination von Schoch haben wir eine Kandidatin mit der nötigen Erfahrung. Und es besteht die Chance den Frauenanteil zu erhöhen, was durchaus wünschenswert ist», betont Parteipräsident Maissen. Die 51-jährige Schoch bezeichnet sich als politische Quereinsteigerin.

Trotzdem, so Schoch: «Politik hat mich schon immer interessiert. Und aktuell ist der Zeitpunkt sowohl privat wie beruflich optimal, um in den Gemeinderat zu ziehen.» Familiär deshalb, weil ihre beiden Töchter bereits erwachsen sind – und beruflich, weil sie mit einem 40-Prozent-Pensum noch Kapazität hat.

Ein spezielles Ressort strebt sie jedoch nicht an: «Ich bin offen für alles.» Sie will sich aber für eine hohe Qualität auf der Volksschulebene einsetzen. Schoch: «Das Wissen von heute ist das Kapital von Morgen.» Es sei enorm wichtig, allen eine gute schulische Basis zu ermöglichen. Sie schätzt familienfreundliche Infrastrukturen: «Familie und Arbeit unter einen Hut zu bringen bleibt ein Dauerbrenner und ist für Alleinerziehende von grosser Bedeutung.»

Seit 10 Jahren soziales Engagement

Familienfrau Schoch arbeitet seit 25 Jahren im Personal- und Finanzwesen. Zur Erhöhung der familienfreundlichen Struktur liefert sie ihren eigenen Beitrag. Seit 10 Jahren bietet sie bei ihr zu Hause einmal pro Woche einen Mittagstisch für Nachbarskinder an. «Früher waren auch meine Töchter mit am Tisch. Und obwohl sie jetzt nicht mehr teilnehmen, führe ich diesen Mittagstisch weiter. Das ist mein freiwilliges soziales Engagement und für beide Seiten eine Win-win-Situation.»

Bis vor fünf Jahren war Francesca Schoch auch im Elternrat im Schulhaus Kastanienbaum aktiv. «Von den vier Jahren war ich deren zwei im Co-Präsidium, auch da waren Teamwork und Konsens gefragt.» Fähigkeiten, die sie zu ihren Stärken zählt. «Im Elternrat lernte ich auch den Umgang mit mir bisher unbekannten Menschen und erhielt so Einblick in ihre Probleme», sagt Schoch.

Was zeichnet die selbst ernannte Quereinsteigerin aus für ein politisches Amt? «Wie bereits gesagt, gehören Teamwork und Konsens zu meinen Stärken. Der Gemeinderat ist eine Kollegialbehörde und ich bin mich gewohnt und überzeugt, nur mit einer Mehrheit etwas zu erreichen.» Sie sei ein Mensch, der ein offenes Ohr habe, freundlich sei und sich gerne Zeit für andere Menschen nehme. «Es gibt doch keinen Tag, ohne dass man nicht Kompromisse schliessen muss. Den Letzten schloss ich übrigens mit meinem Mann zum Thema Ferien.»

«FDP wäre übervertreten»

Grund für die zwei frei werdenden Sitze in der Horwer Regierung ist der Doppelrücktritt von Oskar Mathis (L20) und Robert Odermatt (SVP). Nun schickt die L20 für die Gemeinderatswahlen vom 19. Mai Claudia Röösli ins Rennen. Zur Kandidatur von Francesca Schoch sagt L20-Präsident Jörg Stalder: «Es ist das Recht der FDP, eine Kandidatin zu Stellen.

Würde aber Francesca Schoch gewählt, so wäre die FDP mit zwei Sitzen in der Exekutive übervertreten und nicht entsprechend ihrer Parteigrösse.» Hat die L20 insgeheim auf eine stille Wahl spekuliert? «Nein, die stille Wahl wäre nur eine von zwei Möglichkeiten gewesen. Wir haben mit Claudia Röösli eine starke Kandidatin und als zweitstärkste Partei einen berechtigten Anspruch auf einen Sitz.»

Bei der SVP, die Oliver Imfeld ins Rennen schickt, ist man ob der Kandidatur nicht überrascht, wie Co-Präsident Reto von Glutz sagt: «Wir nehmen die Kandidatur zur Kenntnis, kämpfen weiter für unseren Sitz und sind zuversichtlich.»

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