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Fehlende Steuergelder: Knoten der Masseure ist in Emmen

Im Dachverband der medizinischen Masseure herrscht Streit. Derweil vereint ein Mann verschiedene Funktionen.
Alexander von Däniken

Strafanzeige, Rücktrittsforderung und Druck vom Bund: Dem Vorstand der Organisation der Arbeitswelt der medizinischen Masseure (ODA MM) um Präsident Felix Müri und Finanzchef Urs Dickerhof weht ein rauer Wind entgegen. Es geht um rund 150'000 Franken an Steuergeldern, die gemäss Insidern der ODA MM fehlen (wir berichteten).

Als Sitz der Geschäftsstelle ist die Rüeggisingerstrasse 27 in Emmenbrücke angegeben. Es ist nicht der einzige Faden, der in diesem Gebäude endet.

Inhaber einer Schule und der Geschäftsstelle

An derselben Adresse ist auch der Verband Medizinischer Massagefachschulen Schweiz (VMMS) gemeldet, der ein Mitglied des Dachverbands ist. Im gleichen Gebäude, an der Rüeggisingerstrasse 29, befindet sich das Bildungszentrum Dickerhof AG, das medizinische Masseure ausbildet. Gründer und Verwaltungsratspräsident des gleichnamigen Unternehmens ist SVP-Kantonsrat Urs Dickerhof. Der Emmer Politiker vertritt also seine Schule im Schulverband, diesen Schulverband im Dachverband und amtet dort als Finanzchef.

Unabhängig davon sollte die ODA MM gemäss eigenen Statuten nicht nur über eine eigene Geschäftsstelle verfügen, sondern auch über einen Geschäftsführer inklusive Pflichtenheft. Beides gibt es nicht, wie Urs Dickerhof auf Anfrage bestätigt: «Wir haben aus finanziellen Gründen keinen Geschäftsführer eingestellt.» Geschäftsstelle ist die B2000 AG mit Mehrheitsaktionär und Präsident Urs Dickerhof.

«Gab nie eine Beanstandung»

«Die Aufgaben sind klar geregelt und getrennt. Es gab seitens Delegierten oder Vorstand nie eine Beanstandung», sagt Dickerhof. Interessant: Mitgründer, aber nicht mehr in die B2000 AG involviert, ist auch ein Vorstandsmitglied des Verbands der medizinischen Masseure Schweiz. Also jenes Verbands, der zusammen mit der Qualitätssicherungskommission gegen den Dachverbandsvorstand kämpft. Während Dickerhof eine persönliche Abrechnung vermutet, verneint dies das Verbandsmitglied.

Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SFBI) hat zwar die Aufsicht über die eidgenössischen Prüfungen, fühlt sich aber nicht für die Aktivitäten des Masseur-Dachverbands verantwortlich, sagt Mediensprecher Dani Duttweiler. «Im Bereich der eidgenössischen Prüfungen gilt aber der Grundsatz ‹Wer lehrt, prüft nicht›. Das SBFI hat der ODA MM Hinweise zu diesen Grundsätzen einer guten Unternehmensführung gegeben.»

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