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Fehlt es dem Luzerner «Südpol» an Herz und Charme?

Ungenügende Einbindung der freien Szene, mangelndes «Willkommensgefühl»: Im Südpol liegt einiges im argen. Der neue Vorstand zeigte sich bei einem öffentlichen Talk optimistisch; er will das neue Betriebskonzept mit Inputs aus der Szene erarbeiten.
Pirmin Bossart

Die schwierige Situation im Luzerner Kulturzentrum Südpol war Thema eines öffentlichen Gesprächs am Dienstag Abend im Neubad Luzern. Das Kulturhaus Südpol hat im zehnten Jahr seines Bestehens turbulente Monate hinter sich. Die zwei Leiter haben gekündigt, der Vorstand war geschlossen zurückgetreten. Seit gut zwei Wochen ist ein neuer Vorstand am Wirken.

Die Eingangshalle im Kulturzentrum Südpol in Luzern. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Die Eingangshalle im Kulturzentrum Südpol in Luzern. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Im Neubad-Talk (Leitung Lea Inderbitzin, Radio 3fach) gab es viele Mutmassungen, aber auch Optimismus, was die Zukunft betrifft. Es wurde auch versucht, das ambivalente Gedeihen des Südpols zu ergründen. Es scheine aufgrund der zentrumsfernen Lage sehr schwierig zu sein, die Leute in den Südpol zu bewegen, sagte Urs Bugmann, Präsident IG Kultur Luzern. Es sei auch nicht wirklich gelungen, die freie Szene in einer gewissen Kontinuität an das Haus zu binden. Dass ein Überangebot an Kultur und Räumen dem Südpol zu schaffen mache, glaubt Bugmann nicht. «Kultur kann es nie zu viel geben. Aber man hat eventuell immer noch zu wenig mitbekommen, was alles im Südpol läuft.»

Ein eher kühler Ort

Jana Avanzini, Kulturredaktorin von «Zentralplus», zeigte sich angetan vom Südpol-Programm. Sie habe dort viel Gutes gesehen. Für sie als Besucherin mangle es aber am «Willkommensgefühl». Die verwirrende Eingangssituation sei das eine, das andere hange mit der allgemeinen Atmosphäre zusammen. Die Shedhalle sei ein eher kühler Ort, es fehle der Charme, die Liebe zum Detail. «Mehr Herz», fasste Avanzini zusammen. Auch die Kommunikation habe definitiv «Optimierungsbedarf».

Das Südpol-Gebäude von aussen. (Bild: Philipp Schmidli)

Das Südpol-Gebäude von aussen. (Bild: Philipp Schmidli)

Die neugewählten Südpol-Vorstandsmitglieder Marc Schwegler (Präsident) und Selina Beghetto (Vizepräsidentin) verhehlten nicht, dass sie in den nächsten Monaten gefordert sein werden. Gleichzeitig signalisierten sie viel Optimismus. Für die Dramaturgin Selina Beghetto ist der Südpol eine «Herzensangelegenheit». Aufgrund ihrer guten Vernetzung mit der freien Szene versteht sie sich auch als Mittlerin, um deren Anliegen im Kulturhaus zu vertreten.

Komplexe Institution« mit viel Potenzial»

Marc Schwegler, der schon früher im Südpol tätig war, bezeichnete das Haus mit seiner professionellen Infrastruktur als eine Institution. «Sie ist recht komplex, aber bietet auch ein sehr grosses Potenzial, wenn man sie ernst nimmt.» Die Herausforderung für den künftigen Betrieb bestehe unter anderem darin, ein gutes Modell zu finden für eine fördernde Zusammenarbeit zwischen der strategischen und der operativen Ebene. Gerade im Kultursektor hat die Reibung an dieser Schnittstelle schon mehrmals zu Eklats geführt.

Urs Bugmann, Präsident IG Kultur Luzern: «Eventuell hat man immer noch zu wenig mitbekommen, was alles im Südpol läuft.»

Urs Bugmann, Präsident IG Kultur Luzern: «Eventuell hat man immer noch zu wenig mitbekommen, was alles im Südpol läuft.»

Der neue Vorstand ist nun daran, ein Betriebskonzept auszuarbeiten. In diesen recht kurzfristig angelegten Prozess sollen möglichst auch die Szene und Kulturinteressierte einbezogen werden. Inputs, Anregungen und Wünschen werden an zwei Workshops (29. September und 6. Oktober) eruiert. «Füttert uns, und wir nehmen es auf», motivierte Selina Beghetto das recht zahlreich erschienene Publikum zur Partizipation. «Der Südpol hat mit seiner Ausstattung auch riesige Vorteile. Das Haus hat etwas total Gutes.»

Luzern soll «Lust bekommen auf den Südpol»

Der Vorstand formuliere die Rahmenbedingungen und moderiere den Prozess, sagte Schwegler: «Das ist unsere Rolle.» Wieweit auch ganz andere Betriebsmodelle möglich sein werden, ist offen. Erst nach dem Vorliegen des neuen Betriebskonzeptes werden die Leitungsstellen ausgeschrieben. In diesem rollenden Prozess gilt es für den Vorstand gleichzeitig, den Betrieb bis im nächsten Frühling sicherzustellen.

Der Neubad-Talk machte deutlich, dass die entscheidenden Weichenstellungen im Südpol erst noch folgen werden, aber von den Verantwortlichen mit Engagement und Optimismus angegangen werden. Wiederholt war vom Potenzial des Südpols die Rede. Nun geht es darum, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um es besser auszuschöpfen. Damit eintritt, was sich Marc Schwegler wünscht: «Dass Luzern Lust bekommt auf das, was im Südpol stattfindet.»

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