FEIER: Politiker necken sich gegenseitig

An der Luga-Eröffnung traf sich gestern fast alles, was Rang und Namen hat. Die Politiker teilten in ihren Reden auch kleine Seitenhiebe aus.

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Zürcher und Luzerner Regierungspräsidenten für einmal harmonisch: Regine Aeppli und Reto Wyss beim Gärtnern an der Luga. (Bild Nadia Schärli)

Zürcher und Luzerner Regierungspräsidenten für einmal harmonisch: Regine Aeppli und Reto Wyss beim Gärtnern an der Luga. (Bild Nadia Schärli)

Beatrice Vogel

Die Luga-Eröffnung ist ein gesellschaftlicher Top-Anlass. Jeder Politiker und Wirtschaftsvertreter, der etwas auf sich hält, nimmt daran teil. Auch gestern wohnten über 500 namhafte Gäste der Eröffnungsfeier bei. Darunter Luzerner National- und Ständeräte, Regierungs-, Stadt- und Gemeinderäte. Es ist aber auch ein Anlass, bei dem nicht alles ganz ernst genommen werden muss.

Diesbezüglich legten sich vor allem die Redner gestern tüchtig ins Zeug. Der Luzerner Regierungspräsident Reto Wyss sprach über den Schwan auf dem diesjährigen Luga-Plakat. Er habe die traditionelle Kuh vermisst; das habe ihn verwirrt: «Man sieht den stolzen Schwan, und auf dem gleichen Plakat realisiert man: ‹Die stolzen Zürcher kommen!›» Der Schwan löst laut Wyss noch andere Assoziationen aus: «Bei unseren Nidwaldner Nachbarn sind Schwäne ihres Lebens nicht sicher. Und hier in der Stadt Luzern dürfen sie nicht mehr gefüttert werden.» Schliesslich kam Wyss aber zum Schluss, dass der Schwan Lebensfreude und Frühling symbolisieren müsse, da die Luga etwas Positives sei.

«Zürich hat Geld, Luzern hat Gülle»

Wyss zog auch einige augenzwinkernde Vergleiche zwischen Luzern und Zürich. So habe Zürich mehr Banken, Luzern aber mehr Bauern. «Das heisst: Zürich hat mehr Geld, Luzern mehr Gülle.» Des mangelnden Geldes wegen habe Luzern auch nicht am Sechseläuten teilnehmen können. Beide Städte hätten ausserdem weltbewegende «Sörgeli»: «Zürich kann heftig über die kulturelle Bedeutung von Schrott an der Limmat diskutieren. Luzern kann sich ereifern über die Standorte von Marroni-Ständen.» Die Rede kam beim Publikum gut an.

Regine Aeppli, Regierungspräsidentin des Kantons Zürich, konterte darauf, so einen Vergleich zwischen zwei Kantonen wolle sie nicht machen das gehöre traditionellerweise ans Sechseläuten. Sie sprach lieber über das Urban Gardening – einen Trend, der an der Sonderschau «Familie Zürchers Garten» im Fokus steht. Allerdings, erzählte Aeppli, sei das gar nichts Neues: Schon im antiken Babylon habe es hängende Gärten auf Hausdächern inmitten der Stadt gegeben. «Das ist wahrscheinlich das älteste belegte Projekt von Urban Gardening.»

Beim Rundgang durch die Sonderschau auf das Gärtnern angesprochen, sagte Aeppli, sie sei eine «eingefleischte Stadtmaus», und ihr eigener urbaner Garten sei noch ausbaufähig. «Ich bin eher ein Veranda-Junkie», schmunzelte sie. Sie habe sich aber sehr auf die Luga gefreut, da diese Inbegriff des Frühlings sei: «Sie weckt bei mir Erinnerungen an die Gartenbauausstellung 1959 in Zürich. Damals war ich noch ein Kind, und die vielen Pflanzen und Blumen haben mir grossen Eindruck gemacht.»

Die Sprache verschlagen

Auch der Luzerner Stadtpräsident Stefan Roth hielt eine mit Witzen gespickte Rede und erzählte vom Sechseläuten, an dem er teilgenommen hatte. Er machte es aber kurz, denn die Zeit war schon fortgeschritten. Schliesslich warteten noch ein Apéro und das traditionelle Mittagessen auf die Gäste (siehe Splitter).

Übrigens: Dass die Luga-Eröffnung ein wichtiger Anlass ist, zeigt auch folgender Vorfall. Messeleiterin Luzia Roos-Bättig war so nervös, dass sie bei ihrer Einleitung ein Blackout hatte und einen Moment lang die Worte nicht fand. Sie entschuldigte sich charmant für ihre Sprachlosigkeit, und das Publikum honorierte den sympathischen Vorfall mit Applaus.