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Felsberg – das Vorzeige-Schulhaus im Stadtluzerner Wesemlin-Quartier

Das Felsberg-Schulhaus von 1948 war einst vom Abbruch bedroht. Heute ist es ein Musterbeispiel für eine denkmalschützerisch gelungene Sanierung. Wie es dazu kam, zeigt eine neue Publikation des Kantons.
Hugo Bischof
Der Erweiterungsbau des Schulhauses Felsberg von 2016. (Bilder: Kanton Luzern)

Der Erweiterungsbau des Schulhauses Felsberg von 2016. (Bilder: Kanton Luzern)

«Fit für die Zukunft»: So ist die neuste Publikation der Denkmalpflege des Kantons Luzern betitelt. Es geht darin um die 1946 bis 1948 vom Luzerner Architekten Emil Jauch erbaute Felsberg-Schulanlage im Luzerner Wesemlin-Quartier. Sie wurde 2014 bis 2016 gesamtrestauriert – als «bedeutendes Zeugnis der Nachkriegsmoderne», wie es im Buch heisst. Bei fast 19 Millionen Franken teuren Sanierung wurde kein Aufwand gescheut, um jedes Detail in den Originalzustand der Vierzigerjahre zurück zu versetzen. Gleichzeitig wurde ein neuer Erweiterungsbau erstellt, der sogar einen europäischen Architektur-Award gewann.

Das «Felsberg» ist zweifellos eine der schönsten Schulhäuser der Stadt. Die zweigeschossigen Pavillonbauten verlieren sich beinahe in einer grosszügigen, terrassierten, fast schon idyllischen Parklandschaft mit verschiedenartigen Pausenplätzen und Schatten spendenden Bäumen. «Da bekommt man Lust, selber wieder zur Schule zu gehen», war einer der meistgehörten Sprüche an der kürzlichen Buchvernissage, die mit einem Gang durch das Areal verbunden war.

Die Bibliothek präsentiert sich alt und modern zugleich.

Die Bibliothek präsentiert sich alt und modern zugleich.

Optisch gibt es kaum Unterschiede zu 1948

Verantwortlich für den Umbau und die Gesamtrestaurierung waren die Menzi Bürgler Architekten aus Zürich, die den Architekturwettbewerb 2010 gewonnen hatten. Die Anforderungen an die Restaurierung waren hoch. Grundsätzlich ging es darum, die gut 70-jährigen Gebäude in ihrer Grundstruktur zu erhalten. Gleichzeitig mussten sie funktional auf den neusten Stand gebracht werden. Das bedeutete, dass in den Schulzimmern Zwischenwände verschoben wurden. Die ursprünglich vier Klassenzimmer eines Pavillons wurden zu drei Klassenräumen plus Gruppenräumen zusammengefasst. Insgesamt aber blieb der Eindruck auch im Innern des Gebäudes der gleiche wie zu Anfangszeiten. Das zeigen Gegenüberstellungen von Fotografien von damals und heute. Auch farblich wurde weitgehend wieder der Originalzustand hergestellt. Für die Schüler von heute präsentiert sich das Schulhaus optisch somit praktisch identisch wie für jene in den 1940er Jahren – auch eine Folge der denkmalschützerischen Bemühungen.

Zurück zum Original: Das Treppenhaus präsentiert sich den Felsberg-Schülern wieder wie beim Bau anno 1948.

Zurück zum Original: Das Treppenhaus präsentiert sich den Felsberg-Schülern wieder wie beim Bau anno 1948.

Bei der Turnhalle brauchte es Zugeständnisse an die heutige Zeit

Bei der Möblierung erlaubten sich die Bauherren teils gar eine humoristische Note. So steht etwa eine winzig kleine Sitzbank aus einem der Kindergärten von damals heute in einem Primarschul-Klassenzimmer. Ein Kompromiss musste bei der Turnhalle gefunden werden. Diese genügte den heute geforderten Normabmessungen für den Hallensport nicht mehr. Sie blieb dennoch erhalten. Eine Anpassung hätte «das labile Gleichgewicht der architektonisch und städtebaulich austarierten Anlage gefährdet», schreibt Cony Grünenfelder, Denkmalpflegerin des Kantons Luzern.

Die wohl schwierigste Aufgabe und wohl auch der grösste Kostentreiber war es, die denkmalgeschützte Bausubstanz erdbebensicher zu machen. Dazu wurden an den Aussenwänden Carbonfaser-Lamellen angebracht und im Erdreich verankert. An einigen Stellen musste dafür der – denkmalgeschützte – Verputz entfernt und neu aufgetragen werden. Dabei stellte man fest, dass der Felsberg-Verputz von höchster Qualität ist. Er werde wohl «noch viele weitere Jahrzehnte überdauern», hiess es an der Buchvernissage.

Das 1948 erbaute Schulhaus-Gebäude Felsberg.

Das 1948 erbaute Schulhaus-Gebäude Felsberg.

Das Grenzhof-Schulhaus ist ein anderer Fall

Noch in den 2000er Jahren war die Felsberg-Schulanlage ein Abrisskandidat. Der Bau von Wohnungen schien viel lukrativer. Solche Überlegungen stellen sich auch beim Grenzhof-Schulhaus auf der anderen Seite der Stadt. Der Stadtrat will dieses abreissen, an seiner Stelle Wohnungsbau ermöglichen. Die kantonale Denkmalpflege und Architektenverbände kämpfen seit Monaten vehement gegen die Abrisspläne. Interessant ist: Manuela Jost, Baudirektorin der Stadt Luzern, lobt im vorliegenden Buch die Restaurierung des Felsberg-Schulhauses als «das beste Beispiel dafür», dass es sich lohne, «Altbauten zu erhalten und zu modernisieren». Beim Grenzhof-Schulhaus sieht dies der Luzerner Stadt offenbar anders.

Mehr Informationen zur Publikation gibt es auf der Website der kantonalen Denkmalpflege. Ausstellung in der Kornschütte Luzern: «Umgang mit denkmalwürdiger Bausubstanz», 19. bis 28. April.

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