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FELSBERG: Luzern hat jetzt das «grünste» Schulhaus der Schweiz

Die 19 Millionen Franken teure Sanierung des Schulhauses ist abgeschlossen. Der Neubau wird komplett mit Solarstrom versorgt.
Stefan Dähler
Erweiterung Schulhaus Felsberg. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 19. April 2014))

Erweiterung Schulhaus Felsberg. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 19. April 2014))

Zwei Jahre lang haben sie gedauert, nun sind die Bauarbeiten an der Schulanlage Felsberg im Wesemlinquartier so gut wie abgeschlossen. «Bis Ende Monat werden noch die restlichen Umgebungsarbeiten ausgeführt», sagte Manuela Jost (GLP). Die städtische Baudirektorin hat gestern die Anlage Felsberg der Öffentlichkeit präsentiert. Ein zeitgemässes Schulhaus müsse sich auch hin zum Quartier öffnen, sagte sie. So ist im Westen des Areals eine «Gesellschaftszone» entstanden. Diese enthält den Musiksaal, den die Stadt künftig für Anlässe an Vereine vermieten wird. Weiter befinden sich die Bibliothek, ein neues Kunstrasen-Fussballfeld sowie die Turnhalle in dieser Zone. «Das Schulhaus wird auch ein Treffpunkt für das Quartier», sagt Vreni Völkle, Rektorin der Volksschule Stadt Luzern.

Teure Erdbebensicherheit

Das Sanierungsprojekt beinhaltete die Renovation von drei Pavillons, dem Musikraum sowie der Turnhalle. Diese Gebäude sind im Jahr 1948 durch den Luzerner Architekten Emil Jauch realisiert worden. Zudem ist ein Neubau entstanden, in dem der Kindergarten sowie die Tagesbetreuung untergebracht sind. Letztere befand sich zuvor in einem zugemieteten Gebäude am Abendweg.

Der Neubau mit Kindergarten im 1. Stock und der so genannten Tagesstruktur im 2. Stock. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Der Neubau mit Kindergarten im 1. Stock und der so genannten Tagesstruktur im 2. Stock. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Blick auf den Neubau. Das Pferd steht schon sehr lange dort – und wurde als Zeitzeuge extra erhalten. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Blick auf den Neubau. Das Pferd steht schon sehr lange dort – und wurde als Zeitzeuge extra erhalten. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Der sanierte Pausenplatz. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Der sanierte Pausenplatz. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Im Neubau wurden Zimmer und Treppenhaus z. T. mit solchen Lichtschächten ausgestattet. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Im Neubau wurden Zimmer und Treppenhaus z. T. mit solchen Lichtschächten ausgestattet. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die Sporthalle nach der Sanierung. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Die Sporthalle nach der Sanierung. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Der Spielturm im Kindergarten. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Der Spielturm im Kindergarten. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die sanierte Sporthalle und der Sportplatz mit Kunstrasen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Die sanierte Sporthalle und der Sportplatz mit Kunstrasen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Diesen Ausblick haben Kinder, die die Tagesstruktur beanspruchen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Diesen Ausblick haben Kinder, die die Tagesstruktur beanspruchen. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Die Sitzgelegenheiten wurden z. T. auch mit Mosaik bestückt. Im Bild Beat Heynen, Projektleiter Immobilien der Stadt Luzern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Die Sitzgelegenheiten wurden z. T. auch mit Mosaik bestückt. Im Bild Beat Heynen, Projektleiter Immobilien der Stadt Luzern. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Wo Kinder zu Leseratten werden: die Bibliothek. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Wo Kinder zu Leseratten werden: die Bibliothek. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Stilecht saniert: Der Singsaal. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)Stilecht saniert: Der Singsaal. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
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Felsberg ist «grünstes Schulhaus»

Den Kredit von 18,86 Millionen Franken werde man laut Jost einhalten. Wieso hat das Projekt so hohe Kosten verursacht? «Der grösste Kostentreiber war die Erdbebensicherheit», sagt Beat Heynen, Projektleiter Immobilien bei der Stadt Luzern. Dafür wurden in den Wänden Verstrebungen eingebaut. Auch die Installation einer kontrollierten Lüftung sowie die neu erstellte Solaranlage auf der Turnhalle verteuerten die Sanierung. Lüftung und Solaranlage waren in der Debatte im Grossen Stadtrat im Dezember 2012 umstritten, wurden letztendlich aber genehmigt. Weiter sorgten Vorgaben der Denkmalpflege für Mehraufwand. So mussten beispielsweise die gebogenen Deckenplatten im Musikzimmer gleich aussehen wie zuvor. Einen Lieferanten dafür zu finden, erwies sich als Knacknuss. Erst in Australien wurde man fündig.

Kosten sparen konnte man dagegen durch den Verzicht auf ein Provisorium. Die Sanierung wurde etappenweise unter Schulbetrieb durchgeführt. «Es gab ab und zu Reklamationen von Lehrpersonen oder Nachbarn wegen des Baulärms. Insgesamt verlief die Bauzeit aber reibungslos», sagt Vreni Völkle.

Solaranlage versorgt Neubau

Der Neubau, gestaltet von den Menzi Bürgler Architekten aus Zürich, bezieht seine Energie vollständig aus der Solaranlage auf der Turnhalle. Dadurch erreicht das neue Gebäude das Minergie-A-Eco-Zertifikat. «Das Felsberg ist das erste Schulhaus der Schweiz, das dieses Label erhält», sagt Manuela Jost. Pro Jahr soll die Anlage bei günstigen Bedingungen 890 Kilowattstunden Strom erzeugen. Die Solarzellen gleich auf dem Neubau zu platzieren, wäre wegen des Schattens der Mammutbäume auf der Anlage nicht rentabel gewesen. Diese sollten ursprünglich gefällt werden. Anwohner wehrten sich jedoch dagegen (Ausgabe vom 15. Juli 2010), worauf die Stadt die Pläne änderte.

In den Pavillons wurden unter anderem die Schulräume neu gestaltet, um «zeitgemässe Unterrichtsformen» zu ermöglichen, so Völkle. So gibt es neben den klassischen Schulzimmern auch kleinere Gruppenräume, in denen Kinder enger betreut werden können. Auch den Veränderungen des Lehrerberufs trägt die Sanierung Rechnung: Neu gibt es Büro-Arbeitsplätze für Lehrer, wo diese den Unterricht vorbereiten und administrative Arbeiten erledigen können.

Fast 130 Millionen für Schulhäuser

Während das Felsberg-Schulhaus fast fertig saniert ist, stehen andernorts noch grosse Investitionen an. In den nächsten Jahren will die Stadt noch die Schulhäuser St. Karli, Moosmatt, Steinhof, Grenzhof, Dorf, Fluhmühle, Matt und Ruopigen sanieren. Zudem soll das schadstoffbelastete Staffeln neu gebaut werden. Bis 2025 summieren sich die Investitionen auf total 128,8 Millionen Franken.

Um diese Kosten zu bewältigen, will Jost unter anderem die 11 Millionen Franken aus der Abgabe des Industriestrasse-Areals im Baurecht für Schulhausbauten einsetzen. Dieses Geschäft dürfte es im Grossen Stadtrat schwer haben (Ausgabe vom 26. März). Beim Verkauf des Grundstücks Mattenhof für die Saalsporthalle lehnte es das Parlament ab, Schulhaus-Sanierungen durch Landverkäufe zu finanzieren.

Stefan Dähler

Weitere Bilder vom Schulhaus Felsberg finden Sie unter www.luzernerzeitung.ch/bilder

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