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FERIENPASS: Lehrreiche Erlebnisse für alle Kinder

Seit zehn Jahren können behinderte Kinder an Aktivitäten teilnehmen. Die Beteiligten sehen darin grosse Chancen.
Astrid Longariello
Der stellvertretende Werkstattleiter Gert Ruge erklärt Ferienpass-Kindern im Autohaus Imholz in Ebikon ein Auto. An der Führung nehmen auch Kinder mit Behinderung teil. (Bild Pius Amrein)

Der stellvertretende Werkstattleiter Gert Ruge erklärt Ferienpass-Kindern im Autohaus Imholz in Ebikon ein Auto. An der Führung nehmen auch Kinder mit Behinderung teil. (Bild Pius Amrein)

AStrid Longariello

Gespannt warteten am vergangenen Donnerstagmorgen um 8 Uhr zwölf Kinder beim Ferienpasszentrum vor dem Maihofschulhaus. Fröhlich wird geplappert, und Erlebnisse werden miteinander ausgetauscht. Die Aufregung und Freude bei den Kleinen ist beinahe greifbar, denn heute steht eine Besichtigung des Autohauses Imholz in Ebikon auf dem Programm. An diesem Morgen sind auch sechs Betreuerinnen von Insieme mit von der Partie. Der Verein Insieme Luzern engagiert sich seit 50 Jahren für Menschen mit geistiger Behinderung. Seit zehn Jahren besteht nun in Luzern das Angebot, dass behinderte Kinder am Ferienpass teilnehmen können. Zusammen mit anderen Kindern gehen sie auf Exkursionen und werden von Betreuungspersonen von Insieme begleitet. Heute sind sieben Teilnehmer von Insieme und fünf weitere Kinder dabei.

Highlight Autowaschanlage

Kurz nach 8 Uhr zieht die fröhliche Schar von dannen, mit dem Bus nach Ebikon. Franz Lötscher, Geschäftsführer des Autohauses, erwartet die kleinen Besucher bereits. Er übernimmt auch die Führung durch den Vormittag, offeriert ein Znüni, beantwortet Fragen und erklärt alles rund um das Auto. «Seit zehn Jahren lade ich die Kinder von Ferienpass und Insieme ein. Es ist mir immer eine grosse Freude, mit ihnen diesen Morgen zu erleben», sagt Lötscher. Dass Kinder mit einer geistigen Behinderung teilnehmen, sei ihm wichtig, denn er sei durch einen persönlichen Fall selbst mit der Problematik einer Behinderung vertraut. «Es sind immer schöne Anlässe, und als Highlight für die Kinder stellt sich meistens eine Fahrt durch die Autowaschanlage dar. Diese geniessen die Kleinen sehr», erzählt er.

Grosses Interesse an Fahrzeugen

Die meisten Kinder sind Feuer und Flamme für die Autos. Andreas Ellenholz, Insieme-Teilnehmer, ist hellauf begeistert. «Ich bin sehr interessiert an Autos, ich sammle und bastle Autos», schwärmt der 14-Jährige. Er findet es auch «cool», mit den anderen Kindern zusammen zu sein, und erzählt gleich noch ein bisschen von seinen kommenden Ferien, auf die er sich sehr freue.

Neville Rogger ist elf Jahre alt, Ferienpassteilnehmer, und findet den Anlass ‹mega› spannend. «Mich interessieren Autos sehr, und ich will alles über sie wissen», begründet er seine Teilnahme. Auch mit den anderen Kindern zusammen zu sein, finde er schön, und so sei ihm zu Hause nicht so langweilig.

Verständnis füreinander

Petra Lötscher ist eine der sechs Betreuerinnen von Insieme. Seit drei Jahren arbeitet sie in ihren Ferien beim Verein mit. Sie findet solche Angebote wichtig und sieht auch eine Chance darin, auf diese Weise Kinder mit einer Behinderung mit anderen Kindern zusammenzubringen. «Diesen Kindern merkt man meist nicht sofort an, dass sie mit einem Handicap leben müssen. Die anderen merken es dann meistens durch die Art, wie die Betroffenen Fragen stellen oder wie sie sich verhalten», so Lötscher. In der Regel gebe es keine Probleme zwischen den beiden Gruppen. Natürlich sähen die Kinder, dass eine 1:1-Betreuung bestehe, aber mit der Zeit würden sich die beiden Gruppen jeweils untereinander mischen.

«Wir sind wöchentlich an vier Tagen zusammen mit dem Ferienpass unterwegs, und alle freuen sich stets auf die verschiedenen Programme. Es ist eine schöne Zeit für die Kinder, sehr lehrreich, spannend und auch eine Entlastung für die Eltern», sagt die junge Frau. Und dass die Insieme- und Ferienpasszusammenarbeit durchaus funktioniert, zeigt die seit Jahren kontinuierliche Beteiligung von mindestens sieben Kindern pro Anlass mit einer geistigen Beeinträchtigung. An diesem Morgen jedenfalls kehren die kleinen und grösseren Auto-Freunde gut gelaunt zurück.

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