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FERNSEHEN: «Rundschau»-Beitrag verärgert Fasnächtler

180'000 Fasnächtler zogen heuer durch die Luzerner Gassen. Die Sendung «Rundschau» legt den Fokus auf die negativen Seiten – Alkohol und Pöbeleien. Daran stört sich das Fasnachtskomitee.
Fasnachtsmaske und Bierdose. (Symbolbild Ruth Tischler/Neue LZ)

Fasnachtsmaske und Bierdose. (Symbolbild Ruth Tischler/Neue LZ)

«Luzern im Ausnahmezustand: Lauter enthemmte Menschen im katholisch-konservativen Luzern. Seit sechs Tagen schlägt sich das Servicepersonal mit der zum Teil aufdringlichen Kundschaft herum»: Dies ist der Einleitungskomentar zum Beitrag «Promille an der Fasnacht», der am (gestrigen) Mittwochabend im Rahmen der Sendung «Rundschau» ausgestrahlt wurde. Zu sehen sind in den folgenden knapp sieben Minuten die Kehrseite der Luzerner Fasnacht: Eine 17-Jährige im Vollrausch, die von einem Sanitätsteam betreut wird, Barbetreiber, die sich über jugendliche Randalierer aufregen. Dass die Fasnacht heuer «ruhiger als in anderen Jahren» verlaufen sei, hänge mit dem «saukalten» Wetter zusammen, wird am Ende des Beitrags aus dem Off konstatiert.

«Einseitige Abrechnung»
«Hier wird ein völlig falsches Bild von der Luzerner Fasnacht vermittelt!», ärgert sich Andréas Härry. Es sei keineswegs zum ersten Mal, dass ein solch tendenziöser Beitrag zum Thema in der «Rundschau» ausgestrahlt werde, sagte der Mediensprecher des Lozärner Fasnachtskomitees auf Anfrage. Es werde ein Zusammenhang zu konstruieren versucht, den es so gar nicht gebe: «Im Verhältnis zu den 180'000 Leuten, die friedlich gefeiert haben, ist es unverhältnismässig, den Schwerpunkt auf Alkohol und Gewalt zu legen.» Zudem handle es sich dabei um generelle Phänomene, die an jedem Samstagabend im Ausgang vorkommen – schweizweit. Und: «Warum nicht einmal über die Zustände an der Basler Fasnacht berichten? Auch wenn ich ihnen dies keineswegs gönnen würde...» Härry wundert sich auch, dass sich die Luzerner Polizei und Sanität für diese «einseitige Abrechnung» Jahr für Jahr erneut «missbrauchen» lassen.

«Immer ein Messer im Sack...»
Seinem Ärger Luft macht er in einem Brief, den er an die «Rundschau»-Redaktion hat zukommen lassen und der unserer Redaktion vorliegt. Zitat: «Wir Luzerner sind ein sehr einfach gestricktes Volk: An der Fasnacht haben wir immer ein Messer im Sack für die nächste Schlägerei, geben uns alkoholisch konsequent die Kante und kotzen später die schöne Ambulanz unseres Kantonsspitals voll?» Schlussbemerkung: «Wir würden uns freuen, wenn sich die ?Rundschau? einem wirklichen Problem unserer ?rüüdigen Tage? zuwenden könnte: Unsere Stadt ist viel zu klein für die vielen Fasnächtlerinnen und Fasnächtler, die bei uns feiern wollen?»

«Selbstverständlich hätte das Thema ?Fasnacht? noch aus vielen anderen Blickwinkeln gezeigt werden können und wir sind uns auch bewusst, dass die Fasnacht sehr viele positive und schöne Aspekte bietet», schreibt Martina Kuhn im Namen der «Rundschau»-Redaktion zurück. Nicht immer könnten jedoch alle Facetten eines Themas in den kurzen Sendeminuten beleuchtet werden. Im aktuellen Beitrag habe man – und dies aus aktuellem Anlass – auf den Alkohol gelegt.

Dave Schläpfer/Zisch

Der «Rundschau»-Beitrag:

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