FESTAKT: Bundesrat Merz übt sich im Juchzen

Zum Auftakt des Abschlusstages des Jodlerfestes in Luzern trafen sich Jodelbegeisterte auf dem Schwanenplatz zum Festakt. Interviews mit Ehrengästen sowie die Festansprache von Bundesrat Merz standen im Mittelpunkt.

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Bundesrat Merz während seiner Rede. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Bundesrat Merz während seiner Rede. (Bild Adrian Stähli/Neue LZ)

Der schon um 9.30 Uhr gut gefüllte Schwanenplatz präsentierte sich in einer bunten Kulisse. Farbenfrohe Trachten mischten sich mit den Kantonsflaggen der Schweiz. Von den vollen Tribünen aus verfolgten die Zuschauer das Treiben auf der Bühne. Gäste aus der Jodelszene, Politik und Religion sassen bereit zum Interview. Zuerst ging das Wort an OK-Präsidentin Ursula Stämmer, welche betonte, dass auch linke Politikerinnen Wert auf Tradition legen können. Sie verwies auf den Schweizerischen Arbeiter- und Jodelverband als Beispiel. Stolz ist Stämmer auf das bisher gebotene Programm.

Regierungspräsident Markus Dürr outete sich als Jodlerfan und wies auf die tiefe Verankerung des Jodelns in Luzern hin. Am guten Wetter sei er nicht ganz unbeteiligt, denn dies sei Regierungssache, gab er spasseshalber zu verlauten. Die beiden Pfarrer Stefan Haldemann und Michael Strassmann wollen das Jodeln landesweit in die Kirchen bringen. Kein einfaches Unternehmen, meinte Strassmann, denn vor 50 Jahren hätte ein Jodel im Gotteshaus eine Exkommunizierung mit sich bringen können.

Fahne weitergereicht
Ein wenig wehmütig wurde es Moritz Hunziker, OK-Mitglied des letzten Jodlerfestes in Aarau, als er die Fahne des eidgenössischen Jodlerverbandes an Ursula Stämmer überreichen musste. Diese wird sie in drei Jahren, am nächsten Eidgenössischen Jodlerfest in Interlaken, an ihre Nachfolger weitergeben. Musikalisch untermalt wurde die Übergabe durch die in den Stadtfarben gekleidete Feldmusik Luzern.

Nun machte sich Bundesrat Merz von der Tribüne aus auf den Weg zum Rednerpult, um seine Festansprache zu halten. Darin erläuterte er, wieso Politiker von den Jodlern viel lernen können: «Ich glaube, wir Politiker sollten des Öfteren den Jodlern nacheifern. Wir können von euch nämlich lernen, auch bei schwierigen Liedern die Harmonie nicht zu verlieren. Anders gesagt: Wir sollten in der schweizerischen Politik wieder vermehrt den guten Ton pflegen.» Danach dankte er im Namen des Bundesrates den Organisatoren des Anlasses für die Aufrechterhaltung der Schweizer Volkskultur und schloss mit einem Juchzer, welcher aber gegen das sonstige musikalische Rahmenprogramm nicht ganz ankam.

Martin Erdmann/Zisch