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FESTIVAL: Bilanz Blue Balls 2017: Der Mix macht die Musik

Mit einem Auftritt des Frauenduos Boy ging gestern Abend das 25. Blue Balls in Luzern zu Ende. Viele Konzerte schafften es zu überzeugen. Und das Festival blieb seiner Linie treu.
Peter Doherty spielt am Blue Balls Festival in Luzern im KKL. (Bild: Boris Bürgisser / LZ (Luzern, 25. Juli 2017))

Peter Doherty spielt am Blue Balls Festival in Luzern im KKL. (Bild: Boris Bürgisser / LZ (Luzern, 25. Juli 2017))

Michael Graber

michael.graber@luzernerzeitung.ch

«Spektakulär unspektakulär» hat diese Zeitung über das erste Konzert, Xavier Naidoo, getitelt, und der Titel würde auch über diese Bilanz ganz gut passen. Eigentlich ist es ja fast ein bisschen langweilig: Courant normal auch dieses Jahr am Blue Balls. Keine Ausreisser nach unten, keine wirklichen Ausreisser nach oben. Abgesehen vom Wetter natürlich, aber es war ja auch nicht das erste Mal, dass es hudelte und schüttete während des Festivals. Das ist zwar sicher dumm und sorgt für weniger verkaufte Pins, aber unter dem Strich sollte das Blue Balls so etwas aushalten können – denken wir zumindest, offizielle Zahlen gibt es erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Das Blue Balls ist in seinen mittlerweile 25 Jahren zu einer gut geölten Maschine ausgewachsen. Der Rahmen ist abgesteckt, Wachstum ist eigentlich nicht mehr möglich, es sei denn, jemand baue doch noch diese Salle Modulable. Das passiert eher nicht. Dafür passierte in den KKL-Konzertsälen einiges Spannendes: Peter Doherty schaffte es zu überzeugen, Morcheeba lieferten eine packende Show, und John Newman legte eine beeindruckende Energie auf die Bühne im Luzernersaal. Ebenso positiv in Erinnerung bleiben die Auftritte von Taj Mahal und Keb’ Mo’, Patti Smith, und sogar jener vom umstrittenen Xavier Naidoo hat uns beeindruckt. Enttäuschungen waren dieses Jahr Fehlanzeige, auch wenn etwa die Crystal Fighters weniger gut als erwartet waren.

Seine Position gefunden

Bezüglich Besucherzahl im KKL ist man wohl etwa im Bereich der letzten Jahre: zwei ausverkaufte Konzerte, aber auch solche mit durchschnittlichem Publikumsaufmarsch. Die Newcomer (heuer unter anderem Aurora), auf die das Festival bekanntlich setzen will, füllen halt meistens keine Säle. Oder zumindest noch nicht. Trotzdem: Die Zeiten, als sich die Altstars am Blue Balls die Klinke in die Hand gaben, wünschen wir uns nicht zurück. Der Mix macht die Musik, und das Festival hat in den letzten Jahren seinen Weg gefunden. Das ist gerade in Zeiten von eskalierenden Künstlergagen wichtig: Mit einer klaren Linie kann man eher mal einer Versuchung widerstehen. Und mit seiner Mischung findet das Blue Balls auch seinen Platz in der sehr übersättigten Schweizer Festivallandschaft.

Erfreulich ist auch die Mischung der Bands im Rahmenprogramm: Da hat es einiges, das aneckt und ankantet – im Unterschied zu den KKL-Bands. Das mag zwar nicht immer Hinz und Kunz gefallen, aber zeigt eben auch: Das Blue Balls ist ein Musikfestival geblieben und nicht einfach ein Ableger der Fasnacht im Sommer.

Also alles super? Nein, natürlich ist auch am Blue Balls nicht alles perfekt. Wir würden uns beispielsweise wünschen, dass an den Wochenendtagen das Rahmenprogramm früher als an den anderen Tagen starten würde. Wieso nicht samstags und sonntags eine Band mehr? Es dürften auch Luzerner sein. Es würde dem Blue Balls vielleicht genau das verleihen, was ihm manchmal ein bisschen abgeht: Herz. Gerade bei gut geölten Maschinen muss man aufpassen, dass nicht alles zur Routine verkommt.

Das nächste Blue Balls findet vom 20. bis 28. Juli 2018 statt.

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