FESTIVAL: Luzerner Theater eröffnet neue Saison mit einem Totentanz

Das Luzerner Theater baut in der Spielzeit 2017/18 auf erfolgreichen Bausteinen der zu Ende gehenden Saison auf und entwickelt jene weiter. Intendant Benedikt von Peter will auch seine zweite Spielzeit dazu nutzen, Verbindungen zu schaffen und das Theater zu öffnen.

Drucken
Teilen
Für Intendant Benedikt von Peter ist die Beteiligung und Teilhabe ein grosses Thema. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 30. Mai 2017))

Für Intendant Benedikt von Peter ist die Beteiligung und Teilhabe ein grosses Thema. (Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 30. Mai 2017))

Er sei nach seiner ersten Spielzeit in Luzern glücklich, sagte von Peter am Dienstag bei der Spielplanpräsentation. Nach dem Nein der Stimmberechtigten des Kantons zu höheren Steuern werde es zwar nicht einfacher. Von Peter will aber die sich bietenden Chancen nutzen, um aus der Musikstadt Luzern eine Theaterstadt zu machen.

Eine Strategie, um dies zu erreichen, ist für von Peter die Beteiligung und Teilhabe. Das Publikum erhält etwa neu die Möglichkeit, Entwicklungsprozesse von Stücken mitzuerleben. "Hauskonzerte on Demand" bringen Opernsänger in die gute Stube. Jungintendanten können im Aussenspielplatz UG ein eigenes Theater organisieren. Die grosse Luzerner Laientheaterszene wird mit dem Freiluftspektakel "Jedermann" im Sommer 2018 ins Boot geholt.

Eine Festival-Saison

Erneut teilt von Peter die Spielzeit in festivalartige Blöcke, was zu sehr kurzen Spielzeiten einzelner Stücke führen kann. Zwei erfolgreiche Produktionen der auslaufenden Spielzeit, Verdis "La traviata" und Mozarts "Zauberflöte", werden deswegen wieder aufgenommen. Auch "Mütter", mit wahren Geschichten von Luzerner Frauen, kommt erneut auf die Bühne; als neue Produktion gesellt sich "Väter" dazu.

Auch in dieser Saison wird von Peter für ein paar Wochen den Saal des Luzerner Theaters in einen Globe, ein Theater wie zu Shakespeares Zeiten, umbauen lassen. Gespielt wird darin neben anderen Stücken Shakespeares "Ein Sommernachtstraum", unter der Regie von Bruno Cathomas.

Eröffnet wird die Saison am 8. September mit György Ligetis musikalischer Groteske "Le Grand Macabre" - "ein Totentanz, wie er nach Luzern gehört" (von Peter). Inszeniert wird die Co-Produktion mit dem Lucerne Festival von Herbert Fritsch. Im Frühjahr 2018 wird es mit Schumanns "Faust-Szenen" zu einer zweiten Co-Produktion mit dem Lucerne Festival geben.

Die Sängerin Nicole Chevalier, der Star der erfolgreichen Luzerner "Traviata", wird in Jules Massenets "Manon"erneut als Gast im Haus an der Reuss auftreten. Intendant von Peter wird Verdis "Falstaff" und Donizettis "Maria Stuarda" auf die Bühne bringen. "Feeling Gatsby" öffnet die Opernsparte Richtung Jazz, "Flow My Tears" umspannt Musik von der Laute bis zur Hard-Rock-Gitarre.

Alternative Fakten

Das Schauspiel startet mit Schweizer Prosa in die Saison 2017/18, mit Gotthelfs "Die Schwarze Spinne" sowie mit "Die Schwarze Null", die auf Zentralschweizer Reportagen von Erwin Koch basiert. Der Wahrheit nimmt sich das Schauspielensemble in "Der unzerbochene Krug. Alternative Fakten zu Heinrich von Kleist" an.

Kathleen McNurney verantwortet als Leiterin der Tanzsparte 2017/18 ihre neunte Spielzeit in Luzern. In den fünf Produktionen gibt es mehrere Uraufführungen und Schweizer Erstaufführungen. In "Roll'n'Rock it!" wird zu Musik von Johnny Cash sowie von Jim und Van Morrison getanzt. "Beyond Perfect" ist ein Tanzprojekt, bei dem das Ensemble mit Tanzinteressierten, die eine körperliche Behinderung haben, zusammenarbeitet.

sda

Hinweis: Das Spielzeitheft zum online durchblättern »

Das Ensemble des Luzerner Theaters am Theaterplatz. (Bild: PD)

Das Ensemble des Luzerner Theaters am Theaterplatz. (Bild: PD)

Ist nach seiner ersten Spielzeit in Luzern glücklich: Intendant Benedikt von Peter, hier mit Birgit Aufterbeck-Sieber, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater.

Ist nach seiner ersten Spielzeit in Luzern glücklich: Intendant Benedikt von Peter, hier mit Birgit Aufterbeck-Sieber, Präsidentin der Stiftung Luzerner Theater.