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Festivalstart: Luzern hat den Blues wieder

Im Hotel Schweizerhof ist am Samstag das 24. Lucerne Blues Festival eröffnet worden. R. J. Mischo tat das kernig-knackig und mit viel Groove.
Michael Graber
R.J. Mischo stand am Samstag im Hotel Schweizerhof in Luzern auf der Bühne. (Bild: Pius Amrein, 10. November 2018)

R.J. Mischo stand am Samstag im Hotel Schweizerhof in Luzern auf der Bühne. (Bild: Pius Amrein, 10. November 2018)

Langsam, aber sicher füllt sich der Zeugheer-Saal im Hotel Schweizerhof. Es ist wieder Blues-Saison. Und die Blues-Saison beginnt in Luzern mit der mittlerweile etablierten Charity-Night. Auch gestern sammelten die Valiant-Bank und das Blues Festival wieder für die Weihnachtsaktion der «Luzerner Zeitung». Wer einen Zwanziger spendet, erhält dafür ein Goodie des Festivals. Für abschliessende Zahlen ist es zu früh, aber die Spendenmoral scheint – aus sicherer Distanz betrachtet – doch recht intakt zu sein.

Den Rahmen für das Geldsammeln bildet R. J. Mischo. Der Harper, der bereits 1996 zum ersten Mal in Luzern zu Gast war, eröffnete mit seiner vierköpfigen Band das Festival musikalisch. Zusammen mit Jeremy Johnson (Gitarre), Johnny Morgen (Schlagzeug), Rick Reed (Bass) und Franck «Paris Slim» Goldwass (Gitarre) zeigt er eindrücklich, wofür das Festival steht: Für authentischen Blues. Stoisch stampft der Groove voran, dazwischen setzen Mischo und Band immer wieder Farbtupfer mit Solis und vor allem vielen Mundharmonika-Einlagen. Das ist über weite Strecken eine höchst vergnügliche Sache. Mischo und Band brauchen keine wirkliche Anlaufzeit: Kraftvoll wie eine schwere Dampflokomotive legen sie los, und einmal eingegroovt nehmen sie immer mehr Fahrt auf – mit scheinbar angewachsener Sonnenbrille, leichtem Übergewicht und Cowboyhut ist beinahe jedes Blues-Klischee auf der Bühne würdig vertreten.

Nicht nur klassische Blues-Fans anwesend

Besonders erfreulich für Anlässe solcher Art: Die Musik steht im Mittelpunkt. Dafür sorgt alleine schon die Lautstärke im Zeugheer-Saal. Die mittlerweile anscheinend unvermeidbaren Randgespräche werden so elegant ins Foyer verbannt. Drinnen ist zwar längst nicht jeder ein klassischer Blues-Fan, aber er hört (freiwillig) zu – das ist deutlich mehr als andernorts an Musikfestivals. Wenn Mischo und Co. die Riffs kratzen und die Solis auspacken, bekommt die Musik so die Aufmerksamkeit, die sie verdient.

Natürlich: Hier wird das Blues-Rad nicht neu erfunden, das ist aber auch überhaupt nicht gewünscht. Der «Schweizerhof» soll an diesem Abend eine Blues-Bar in Amerika sein, vielleicht in Chicago, vielleicht im Süden. Wenn man sich vorstellt, dass die Decken im altehrwürdigen Saal etwas tiefer wären und die Scheiben etwas schmutziger, dann ist man gedanklich schnell dort.

Der Blues und Luzern passen zusammen

Es ist kantiger, ehrlicher Blues, der einem hier von der Bühne im schön hergerichteten Saal entgegenschlägt. Und gerade durch das Harp-Spiel von Mischo erhält er eine besondere Note, die einen über den Teich beamt. Mischo hat am Freitag bereits in der Mall of Switzerland gespielt – die haben gerüchteweise ja auch ohne Blues schon etwas den Blues – und auch in der kommenden Woche ist er wieder am Festival engagiert. Er sei gerne zurück in «dieser wunderschönen Stadt am See», sagt Mischo auf der Bühne. Er passt hierher, denkt man, während sein zweites Set beginnt. Der Blues und Luzern im November, das passt ganz gut.

Das Lucerne Blues Festival dauert noch bis am kommenden Sonntag. Das Programm finden Sie hier.

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