Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Doris Leuthard an Luzerner Bundesfeier: «Welche Rolle will die Schweiz spielen?»

An der ersten Luzerner Bundesfeier seit über 40 Jahren sprach die Bundespräsidentin. Doris Leuthard betonte, dass die Schweiz ein Paradies sei, das sich in Zukunft aber einigen Herausforderungen stellen müsse. Die Festbesucher waren begeistert.
Natalie Ehrenzweig
«Niemand will die Schweiz an die EU verschachern»: Bundespräsidentin Doris Leuthard an der Feier in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 31. Juli 2017))

«Niemand will die Schweiz an die EU verschachern»: Bundespräsidentin Doris Leuthard an der Feier in Luzern. (Bild: Corinne Glanzmann (Luzern, 31. Juli 2017))

Früher hat Doris Leuthard den 1. August in Merenschwand im Dorf mit vielen anderen Menschen gefeiert. «Mit dem Turnverein, und was sonst so dazugehört», erzählt sie lachend. Auf dem Europaplatz haben sich ebenfalls sehr viele Leute eingefunden, die der 1.-August-Rede der Bundespräsidentin lauschen wollten. Auf Initiative der CVP der Stadt Luzern wurde eigens ein überparteilicher Verein gegründet, um nach über 40 Jahren wieder mal eine Bundesfeier in der Stadt zu organisieren. «Dies war die Bedingung der Bundespräsidentin, dass sie bei uns auftritt», erklärt Andrea Gmür, CVP-Nationalrätin.

In ihrer Rede betont Doris Leuthard, dass die Schweiz ein Paradies sei. Und dass sie das geworden ist, weil wir einsatzwillig seien, weil wir unsere direkte Demokratie hätten, unser politisches System, das uns die Möglichkeit gibt, unsere Meinung zu äussern und in den Entscheidungsprozessen teilzunehmen. «Darum haben wir in der Schweiz auch viel weniger Wutbürger, als anderswo. Weil auch Verlierer und Gewinner sich gegenseitig respektieren», ist sie überzeugt.

Das Publikum freute sich über den Besuch der Bundespräsidentin. «Ich wollte eigentlich nur in die Stadt, da erzählten mir Freunde, dass sie hier spricht. Deshalb bin ich hier», verrät ein älterer Herr. Doris Leuthard betont, dass auch auf das Paradies Schweiz in der Zukunft Herausforderungen warten. Die Schweiz müsse sich fragen, welche Rolle sie in Zukunft spielen wolle. «Cyber-Attacken, Terror, Finanzkrisen, Klimawandel: All das trifft uns, ob wir wollen oder nicht», betont sie. Dem möchte die Bundesrätin die Demokratie entgegensetzen. Und einen Staat, dessen Aufgabe es auch sei, sich um die Sorgen – sei es finanzieller, gesundheitlicher oder sozialer Art – zu kümmern. «Unternehmer, Politiker und ganz viele Einzelne tun dies schon», freut sie sich und erwähnt das Beispiel der Pfadi, die unter dem Namen «Pfasyl» mit Flüchtlingen gemeinsame Aktionen unternimmt. Das Publikum applaudiert hier. Und will auch am Schluss fast nicht mit Klatschen aufhören.

Die erste Bundesfeier vom Verein 31/07 scheint ein Erfolg. «Wir wollen heute eine neue Tradition begründen», betont Andrea Gmür. Für einen richtigen 1. August braucht es für sie eine gute Rede und das Singen des Schweizer Psalms. Da kam sie am Montagabend voll auf ihre Kosten. Zwar ist das Publikum eher älter. «Doch am Nachmittag waren viele Familien hier und die Kinder durften Alphorn spielen und andere Sachen mit Jungwacht und Blauring ausprobieren», sagt die Nationalrätin. Nächstes Jahr wolle man vielleicht diese und andere Jugendorganisationen ins OK einbinden, um noch mehr junge Festbesucher anzuziehen: «Das muss sich jetzt erst mal herumsprechen». Ein Feuerwerk gab es nicht, dafür eine Mitternachtsüberraschung – die nicht verraten wurde.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.