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Oldtimer-Verein zeigt historische Feuerwehrautos in Luzern

Alte Feuerwehrautos haben es ihnen angetan: Die Mitglieder der «IG Rundhauber» hegen und pflegen die alten Bestände der Stadtluzerner Feuerwehr. Am Wochenende kommts zu einem Highlight.
Nathalie Ehrenzweig
Marcel Spengler, Präsident der «IG Rundhauber», in einem Oldtimer-Feuerwehrauto. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

Marcel Spengler, Präsident der «IG Rundhauber», in einem Oldtimer-Feuerwehrauto. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

Es waren nicht Feuerwehrfilme wie Backdraft, die Marcel Spengler (42) zur Feuerwehr Luzern brachten. «Als ich in der Lehre war, hatte ich einen Monteur, der bei der Feuerwehr war. Er musste oft plötzlich an einen Einsatz und erzählte danach davon. Das hat mir Eindruck gemacht», erinnert sich Spengler. In den vergangenen 16 Jahren hat die Feuerwehr einen grossen Teil seiner Freizeit eingenommen. «Ich bin Feuerwehrmann, Fahrlehrer, Ölwehrangehöriger und Zugführer im Rang eines Oberleutnants», zählt er auf. Und seit kurzem ist Marcel Spengler auch Präsident der IG Rundhauber. Dieser Verein kümmert sich um die erhaltenswerte ehemalige Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr Stadt Luzern. Der Name Rundhauber bezieht sich auf Fahrzeuge mit der charakteristischen gewölbten Motorhaube.

Am Wochenende präsentiert der Verein seine Prunkstücke anlässlich der Swiss Classic World Luzern auf der Allmend. Mitten in diesem Stelldichein von hunderten von Oldtimer-Autos findet das erste Schweizer Treffen von historischen Feuerwehrfahrzeugen statt (siehe Kasten). Vollständig erhaltene Löschzüge sind in der Schweiz selten. «Umso toller ist es, dass wir in Luzern ein Tanklöschfahrzeug, eine Autodrehleiter und eine Autospritze haben», freut sich Marcel Spengler. Die Fahrzeuge fuhren bis Mitte der Achtzigerjahre für die städtische Feuerwehr. Ausserdem pflegen die Männer in der IG Rundhauber einen Jeep und eine Autodrehleiter, die von 1928 bis zum Bahnhofbrand 1971 im Einsatz war.

Ein weiteres Schmuckstück des Vereins. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

Ein weiteres Schmuckstück des Vereins. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

Mitglieder in der IG sind aktive oder ehemalige Feuerwehrleute. Fahrer kann in der IG nicht jeder werden. «Man muss schon zehn, zwölf Jahre Feuerwehrdienst geleistet haben und alle Fahrzeuge fahren können. Wenn man darin gut und ein positiver, aufgestellter Mensch ist, wird man angefragt», erzählt Spengler. Zurzeit zählt der Verein etwa 25 aktive Fahrer.

Rundfahrten sind beliebt

Wenn die IG mit ihren alten Fahrzeugen durch die Stadt fährt, dann freuen sich die Menschen, die Fahrzeuge werden wie Popstars behandelt. Die historischen Autos können auch – natürlich mit einem IG-Fahrer – gemietet werden. Rundfahrten seien sehr beliebt, sagt Marcel Spengler. «Ich freue mich auch auf das Treffen, weil wir uns da mit Gleichgesinnten austauschen können.» Zu diskutieren gibt es beim Instandhalten solcher Oldtimer immer viel. «Auch bei uns ist natürlich die Restaurierungsethik immer wieder ein Thema. Manchmal müssen wir bei einer Reparatur erfinderisch werden und zwischen Erhalt und Funktion abwägen», erläutert er.

(Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

(Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

Beim «Grosi», der Autodrehleiter aus dem Jahr 1928, war bei der Kühlerrevision aber klar, dass die Beule im Grill bestehen bleiben muss. «Die entstand bei einem Unfall, bei dem ein Feuerwehrmann von der Leiter fiel und starb. Die Beule gehört zur Geschichte des Fahrzeugs. Auf keinen Fall würden wir die ausbeulen», so Spengler. Die Beule kann nun am ersten Schweizer Treffen Historischer Feuerwehrfahrzeuge begutachtet werden. «60 Feuerwehren haben sich angemeldet, wir mussten schon vor Wochen die Anmeldung schliessen. Das Interesse hat uns überrollt», so Marcel Spengler. Daher scheint bereits klar, dass das Treffen 2018 nicht zum letzten Mal stattfinden wird. Dies wohl nicht nur zur Freude des Publikums: «Auch die rund 100'000 aktiven Feuerwehrmänner und -frauen der Schweiz werden den Plausch haben, denn diese Fahrzeuge haben für uns nicht nur einen kulturellen, sondern auch einen ideellen Wert».

Der geschichtliche Aspekt der Feuerwehr hat Marcel Spengler schon immer fasziniert. «Wie hat sich unsere Feuerwehr entwickelt? Die alten Geschichten sind wahnsinnig spannend», betont er. So interessiere ihn die moderne Feuerwehrtechnik ebenso wie die alte. «Unsere Fahrzeuge sind Zeitzeugen der Geschichte, Botschafter für die Feuerwehr und auch Werbeträger.»

(Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))(LZ/Eveline Beerkircher)

(Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))(LZ/Eveline Beerkircher)

Auch die «Kleinen» sind mit dabei. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

Auch die «Kleinen» sind mit dabei. (Bild: Eveline Beerkircher (Luzern, 17. Mai 2018))

700 Oldtimer-Fahrzeuge auf der Luzerner Allmend

Am Samstag und am Sonntag findet auf der Allmend Luzern die 5. Oldtimer-Messe Swiss Classic World statt. Neben dem Rahmenprogramm zeigen mehr als 200 nationale und internationale Aussteller etwa 700 Oldtimer. Gleichzeitig wird zum ersten Mal das erste Schweizer Treffen historischer Feuerwehrfahrzeuge durchgeführt. 60 angemeldete Feuerwehren bringen über 80 historische Fahrzeuge mit. Dazu gibt es Geschicklichkeitswettbewerbe, Rundfahrten usw. Ausserdem wird der Swiss Classic Award verliehen. Die Swiss Classic World dauert von Samstag (9.00–18.00 Uhr) bis Sonntag (9.00–17.00 Uhr). Der Eintritt zum Festgelände kostet 20 Franken an der Tageskasse und 16 Franken bei Bestellung im Internet. (red)

Mehr Informationen auf www.swissclassicworld.ch.

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