Feuerbrand geht kontinuierlich zurück

Im Kanton Luzern ist der Befall von Feuerbrand seit 2007 kontinuierlich zurückgegangen. Dies hat unter anderem mit der Umstellung auf robuste Obstsorten und dem Einsatz von Streptomycin zu tun.

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Auch mit dem Einsatz von Chemikalien wird gegen den Feuerbrand vorgegangen. (Bild: Archiv Boris Bürgisser/Neue LZ)

Auch mit dem Einsatz von Chemikalien wird gegen den Feuerbrand vorgegangen. (Bild: Archiv Boris Bürgisser/Neue LZ)

Der Feuerbrand hat in den letzten Jahren im Kanton Luzern Spuren hinterlassen. Seit 1995 wurden über 40'000 Hochstammbäume und 120'000 Niederstämmer in den Obstkulturen befallen und zum grossen Teil gerodet. Als Massnahme gegen den Feuerbrand wurde 2008 – ein Jahr nach dem katastrophalen Feuerbrandbefall – die Bekämpfungsstrategie geändert. Im Vordergrund steht seither die Eindämmung und nicht mehr die Tilgung, heisst es in einer Medienmitteilung der Staatskanzlei Luzern vom Mittwoch.

Strenge Kontrollen

Um trotzdem akzeptable Rahmenbedingungen für die Obstproduktion zu schaffen und Hochstammlandschaften zu schützen, wurden gegen 100 Obstkulturen und knapp 200 Hochstamm-Obstgärten als Schutzobjekte definiert. Diese werden nach wie vor streng kontrolliert und restriktiv bewirtschaftet. Ergänzt wird dieses Vorgehen mit einem Pflanzverbot von anfälligen Sorten und der Umstellung auf robuste Sorten. Untersuchungen haben gezeigt, dass es genügend Sorten gibt, die trotz Feuerbrand überleben können.

Seit 2008 kann zudem das Antibiotikum Streptomycin nach strengen Vorgaben in den Obstkulturen gezielt eingesetzt werden. Von 102 Obstbaubetrieben haben in diesem Jahr 67 Obstbaubetriebe und eine Baumschule die Berechtigung für den Einsatz von Streptomycin erlangt. Die übrigen Betriebe haben auf alternative Bekämpfungsmittel gesetzt.

Der Kanton Luzern unterstützt Bekämpfungsversuche mit alternativen Produkten. Um das Risiko für eine Verunreinigung von Honig zu minimieren, erfolgt der Einsatz von Streptomycin ausserhalb des Bienenfluges am späten Abend oder am frühen Morgen. Der Honig im Umkreis von einem Kilometer wird analysiert. Bis heute wurde im Kanton Luzern der Toleranzwert an Streptomycin im Honig nie überschritten.

Situation hat sich beruhigt

Die Einführung der Schutzobjekte mit dem Pflanzverbot hat sich im Kanton Luzern bewährt. Der Befall ging seit 2008 kontinuierlich zurück. Er betrug im Jahre 2010 weniger als ein Prozent des Befalls von 2007. Die Situation hat sich seit deren Einführung beruhigt. Der Einsatz der finanziellen Mittel zur Bekämpfung konnte massiv eingeschränkt werden, von 9,65 Mio. Franken (2007) auf 115'000 Franken (2010). Der Strategie entgegen kam, dass die klimatischen Bedingungen für die Ausbreitung des Feuerbrandes in den vergangenen drei Jahren nicht mehr optimal waren. Es war während der Blüte entweder zu kalt oder zu trocken.

2011 erst ein Befall gemeldet

Für das Jahr 2011 liegt bisher eine erste Befallsmeldung in einer Obstanlage im Luzerner Seetal vor. Auf Grund der klimatischen Bedingungen während der Blüte muss mit weiterem Befall gerechnet werden.

pd/zim