Feuerbrand wütet wieder stärker

Die hoch ansteckende Bakterienkrankheit Feuerbrand breitet sich wieder stärker aus – trotz Antibiotika-Einsatz. Das bedeutet für die Zukunft nichts Gutes.

Drucken
Teilen
Stark von Feuerbrand befallene Kernobstbäume werden gerodet - wie hier 2007 in Sempach. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Stark von Feuerbrand befallene Kernobstbäume werden gerodet - wie hier 2007 in Sempach. (Bild: Keystone/Urs Flüeler)

Adrian Seeholzer hat in diesem Frühjahr Hunderte von Stunden in das Zurückreissen von kranken Ästen in seinen Apfelkulturen investiert. «Die Befallssituation in den Obstanlagen war sehr schlimm. Dank dem konsequenten Kontrollieren und Zurückschneiden haben wir die Situation in den Kulturen jetzt einigermassen im Griff», sagt der Obstbauer aus Kleinwangen und Präsident des Luzerner Obstbauvereins.

Besonders stark betroffen von der hoch ansteckenden und meldepflichtigen Bakterienkrankheit sind im Kanton Luzern heuer die Gebiete rund um Hohenrain, Meierskappel – und eben Kleinwangen: «2012 ist für uns das bisher schlimmste Feuerbrand-Jahr. 2007 kamen wir mit einem blauen Auge davon», sagt Seeholzer.

Wundermittel Streptomycin?

Exakte Zahlen über die Befallssituation gibt es zwar noch keine. Klar ist laut Pflanzenschutzexperte Heinrich Hebeisen von der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald aber eines: «Der Befall ist in diesem Jahr stärker als 2011.» Im letzten Jahr wurden laut Hebeisen rund 2600 Bäume gerodet. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2007 fielen im Kanton Luzern rund 18'000 Hochstammbäume der Krankheit zum Opfer.

Damals war der Einsatz des Antibiotikums Streptomycin noch nicht erlaubt. Ein Wundermittel, zeigt sich jetzt, ist das Antibiotikum jedoch nicht. «Der Wirkungsgrad liegt bei 80 bis 85 Prozent. Also gibt es bei einem hohen Bakterien-potenzial immer noch viele Infektionen», hat Seeholzer festgestellt. «Die Krankheit ist für uns existenzbedrohend. Wir müssen alles daran setzen, sie in den Griff zu kriegen.» Ob das gelingt, ist langfristig fraglich, kurzfristig sowieso: Auch im Herbst sind Infektionen möglich.

Lukas Nussbaumer/bep

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Freitag in der Neuen Luzerner Zeitung oder als AbonnentIn kostenlos im E-Paper.