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Feuerwerk droht das Aus: Luzerner Firma bleibt auf Raketen sitzen

Das Feuerverbot in der Zentralschweiz und in anderen Kantonen schadet dem Handel mit Raketen und Vulkanen. Die Bugano AG, die schweizweit grösste Feuerwerkproduzentin aus Neudorf, bangt um ihr wichtigstes Geschäft.
David von Moos
Er hofft, dass es am 1. August doch noch knallt: Daniel Bussmann von der Bugano AG. (Bild: Dominik Wunderli, Neudorf, 25. Juli 2018)

Er hofft, dass es am 1. August doch noch knallt: Daniel Bussmann von der Bugano AG. (Bild: Dominik Wunderli, Neudorf, 25. Juli 2018)

Wegen der anhaltenden Trockenheit haben die Kantone Luzern, Zug, Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden am Mittwoch das Feuern im Wald und an Waldrändern verboten. Grillfeuer oder das Zünden von Feuerwerkskörpern sind per sofort nur noch mit einem Mindestabstand von 200 Metern zum Wald erlaubt.

Momentan ist das Feuerverbot zwar noch beschränkt: Derzeit ist es lediglich im Wald und in Waldesnähe untersagt, Feuer zu entfachen, Feuerwerke abzubrennen, Himmelslaternen steigen zu lassen und Streichhölzer sowie Rauchwaren wegzuwerfen. Doch schon nächste Woche könnte die Gefahrenstufe weiter angehoben werden.

1.-August-Feuerwerke in der Schwebe

Man beobachte die Situation laufend, teilten etwa die Luzerner Behörden mit. «Sollten die angekündigten Gewitterregen nicht zu einer wesentlichen Entschärfung führen, könne ein absolutes Feuerverbot im Freien, also ein generelles, nicht ausgeschlossen werden», schreibt die kantonale Dienststelle für Landwirtschaft und Wald. Damit verbunden wäre auch ein gänzliches Verbot für das Abbrennen von Feuerwerk jeglicher Art. Der entsprechende Entscheid wird am Montagmittag, 30. Juli, gefällt.

«Das Feuerverbot ist eine mittlere bis grössere Katastrophe für uns.»

Daniel Bussmann, Bugano AG, Neudorf

Bei der landesweit grössten Herstellerin von Feuerwerk aller Art, der Bugano AG um Toni Bussmann in Neudorf, sorgt diese Ankündigung für rote Köpfe: «Das ist eine mittlere bis grössere Katastrophe für uns. Die Kunden sind sehr unsicher, ob sie nun Feuerwerk kaufen sollen oder nicht», sagt Daniel Bussmann, Junior-Chef und Leiter Verkauf Handelsfeuerwerk, auf Anfrage. Unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsabstände zum Wald dürfe Feuerwerk zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch abgebrannt werden. «Aber die Leute haben halt Bedenken und das spüren wir.»

Bis zu 50 Prozent weniger Absatz

Die Situation ist laut Bussmann von der Bugano AG sehr schwierig: Sie bedeute massive Absatz- und Umsatzeinbussen. «Das wird sehr drastisch für uns. So etwas hat in unserem Metier Einschnitte zur Folge: Wir rechnen wegen des Feuerverbots mit bis zu 50 Prozent weniger Absatz – im besten Fall.» Doch damit nicht genug. «Eigentlich ist das Geschäftsjahr ins Wasser gefallen, das kann man jetzt schon sagen», fährt Bussmann fort. «Erfahrungsgemäss können wir Absatzeinbussen im 1.-August-Geschäft vor Silvester – unserem zweitwichtigsten Anlass – nicht mehr kompensieren.»

Noch darf sie gezündet werden: Eine Rakete aus dem Sortiment der Bugano AG aus Neudorf, der grössten Herstellerin von Feuerwerk in der Schweiz. (Bild: Dominik Wunderli, 25. Juli 2018)

Noch darf sie gezündet werden: Eine Rakete aus dem Sortiment der Bugano AG aus Neudorf, der grössten Herstellerin von Feuerwerk in der Schweiz. (Bild: Dominik Wunderli, 25. Juli 2018)

Dennoch: Im KMU mit knapp 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern läuft der Betrieb weiter. «Wir stellen momentan allerdings Container für die temporäre Lagerung bereit», sagt Bussmann. Im bestmöglichsten Fall, das heisst, wenn am 1. August Feuerwerk abgebrannt werden dürfe, könne man die Kunden so auch kurzfristig noch beliefern. «Das muss dann schnell gehen.» Falls aber ein generelles Feuerverbot erlassen werden sollte, würde der Verkauf in den betreffenden Kantonen ganz gestoppt, betont Bussmann. «Dann müssten wir in den betroffenen Gebieten eine 100-prozentige Absatzeinbusse hinnehmen. Mit der Rücknahme der Ware und der Wiedereinlagerung käme dann auch noch viel Mehraufwand auf uns zu.»

Migros Luzern wartet mit Feuerwerkverkauf zu

Nervosität macht sich auch seitens der Händler breit. «Erfahrungsgemäss erzielen wir im Feuerwerkverkauf zwei Drittel des Umsatzes in den zwei bis drei Tagen vor dem 1. August», sagt Landi-Sprecherin Sonja Schild. Auch andere von unserer Zeitung kontaktierte Feuerwerkverkäufer bestätigen: Ein Feuerverbot führt zu einem grossen Absatzrückgang.

«Derzeit warten wir ab, wie sich die Wetterlage entwickelt.»

Lisa Savenberg, Migros Genossenschaft Luzern

Bei der Migros Genossenschaft Luzern stehen derzeit noch keine Raketen oder Vulkane im Sortiment: Man entscheide erst kurzfristig, ob dieses Jahr überhaupt Feuerwerk verkauft werde oder nicht, sagt Mediensprecherin Lisa Savenberg auf Anfrage. «Derzeit warten wir ab, wie sich die Wetterlage entwickelt und ob die kantonalen Behörden in der Zentralschweiz ein offizielles Feuerwerksverbot aussprechen.»

Der Verkauf würde laut Savenberg ordnungsgemäss am 28. Juli starten. Im Falle eines generellen Feuerverbotes verzichte die Migros aber aus Sicherheitsüberlegungen konsequent auf den Feuerwerksverkauf. Sollte dieser zwar starten, aber kurzfristig abgebrochen werden, könnten Kundinnen und Kunden die Ware bis am 2. August 2018 gegen Vorweis der Kaufquittung am Bezugsort zurückgeben.

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