Fiesta España auf dem Schwanenplatz

Noch bis weit in die Nacht hinein haben auch in der Stadt Luzern spanische Fusballfans den Sieg ihrer Nationalmannschaft an der EM gefeiert. Die Siegesfeier ist aber relativ ruhig verlaufen.

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Spanische Fans feiern nach Spielende auf dem Schwanenplatz in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Spanische Fans feiern nach Spielende auf dem Schwanenplatz in Luzern. (Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ)

Das Hupkonzert der spanischen Fussballfans beginnt lange vor Spielschluss. Präzise gesagt bereits vor dem Anpfiff. Zumindest bei denjenigen, die den Final im «Schweizerhof» in Luzern verfolgten.

Auf der Strasse geht es kurz nach Spielschluss los. Der Schauplatz ist gegeben. Auf dem Schwanenplatz versammeln sich einige Dutzend Spanien-Fans – die meisten in rote Trikots gekleidet und  Fahnen schwenkend, und der Schweizerhofquai gehört schon fast traditionell den hupenden Autofahrern.
Die Siegesfeier der Spanier verläuft aber relativ ruhig. Zwar sind vereinzelte Huptöne noch bis weit in die Nacht zu hören, doch um den Schlaf werden nicht allzu viele Luzerner gebracht worden sein.

Bild: Philipp Schmidli/Neue LZ
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Ganz anders wäre es wohl herausgekommen, wenn die Italiener den EM-Titel geholt hätten. Zumindest im «Schweizerhof» waren die Tifosi den Spaniern zahlenmässig überlegen.

Die Stimmung im Saal ist zu Beginn ausgezeichnet. René Zimmermann aus Adligenswil hat Ehefrau Silvia und Sohn Luc mitgenommen. «Es gibt ein 2:1 für Spanien», sagt der Mann, dessen Mutter Spanierin ist, mit dem Brustton der Überzeugung. Kurz darauf fällt das erste Tor der Spanier. Zimmermann  bestellt sofort zwei Bier: «Chonnt guet.»

Nervosität liegt in der Luft

Die Anfangseuphorie der italienischen Fans im «Schweizerhof» flacht merklich ab. Die Nervosität liegt in der Luft. Als Balotelli so etwas wie eine Chance hat, springen die meisten sofort hoch: «Vai, vaiiii ...», flehen sie.

Das zweite Tor schmerzt. Vincenzo De Chiara, Neapolitaner aus Emmenbrücke, sitzt zuvorderst und blickt gebannt auf die Grossleinwand. Seine Lebenspartnerin, die Spanierin Maria del Carmen Villena, dagegen ist entspannt: «Seit dem ersten Tor sagt er nichts mehr», so die Frau.

In der Pause fängt sich Vincenzo: «Wir gewinnen 3:2», sagt er und hält Maria in den Armen, als ob er wüsste, dass er seinen Wunsch nicht festhalten kann.

Beim dritten Tor lächelt er gequält. Viele seiner Landsleute verlassen den Saal. «Sorry, ich bin enttäuscht, ich mag nicht reden», sagt ein junger Mann. Nach dem Schlusspfiff gehen auch Vincenzo und Maria. «Nun feiere ich auf dem Schwanenplatz mit den Spaniern. Wir sind ja eine Familie.»

Roger Rüegger