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FILM-VORFÜHRUNG: Ein langer Marsch zu mehr Gleichberechtigung in der katholischen Kirche

2016 pilgerten Gläubige nach Rom, um mehr Mitspracherecht von Frauen in der katholischen Kirche einzufordern. Auch Luzernerinnen spielten dabei eine Rolle. Nun wird in Sursee ein Film darüber gezeigt.
Die Pilgergruppe bricht in St. Gallen auf die Reise nach Rom auf. (Bild: Urs Bucher/St. Galler Tagblatt (2. Mai 2016))

Die Pilgergruppe bricht in St. Gallen auf die Reise nach Rom auf. (Bild: Urs Bucher/St. Galler Tagblatt (2. Mai 2016))

Frauen spielen in der katholischen Kirche seit jeher eine untergeordnete Rolle, zumindest was die Macht betrifft. Weibliche Priester oder Bischöfe gibt es nicht, Frauen können entsprechend auch nicht Papst werden. Die wichtigsten Entscheide der Kirche werden ohne Frauen gefällt. Das passt einigen Gläubigen nicht. Vor gut eineinhalb Jahren machte sich deswegen eine Gruppe von Männern und Frauen von St. Gallen auf, um zu Fuss nach Rom zu pilgern und dem Papst persönlich einen Brief mit Anliegen und Sorgen zu übergeben. So baten sie den Papst, dafür zu sorgen, dass in der Kirche nicht mehr ohne Frauen entschieden wird.

Die Gruppe bestand aus 9 Personen, angeführt von der Theologin und Pastoralassistentin Hildegard Aepli. Etwa 1000 Personen marschierten während der zwei Monate abschnittsweise mit. Und auch eine dreiköpfige Filmcrew mit Filmemacher Silvan Hohl war teilweise dabei, um das Geschehen einzufangen. Entstanden ist daraus der Film «Habemus Feminas», der heute Mittwoch erstmals im Kanton Luzern gezeigt wird.

Der Papst war in den Ferien

In Rom waren schliesslich etwa 500 Personen zugegen, auch mehrere Personen aus dem Kanton Luzern waren vor Ort: darunter die drei Synodalrätinnen Renata Asal-Steger, Maria Graf-Huber und Ruth Mory-Wigger sowie die Synodale Regina Käppeli aus Sursee. Letztere sagt gegenüber unserer Zeitung, dass sich die Pilgerreise gelohnt habe: «Man macht sich gemeinsam für etwas auf den Weg, das einem wichtig ist.» Zwar habe der Papst den Brief nicht persönlich entgegengenommen, denn er war in den Ferien. Doch sei das im Nachhinein nicht so schlimm, «da wir nun wussten, dass wir am Ball bleiben müssen».

Zudem konnte die Pilgergruppe mit den Bischöfen Markus Büchel und Felix Gmür sowie Abt Urban Federer im Petersdom eine Messe feiern, bei der Frauen die Kommunion spenden durften. Das sei wohl das erste Mal in der Geschichte des Petersdoms gewesen, dass Frauen dort diese Aufgabe übernehmen konnten, vermutet Regina Käppeli.

Anstatt 20 dauert der Film 110 Minuten

Der Film behandelt die Initiative der Pilgergruppe, aber auch die Probleme der Reise wie Blattern oder müde Muskeln. «Es war ein Glücksfall, dass aus dem Projekt ein Film entstanden ist», sagt Käppeli. Denn dies sei ursprünglich nicht geplant gewesen. Regisseur Silvan Hohl habe als Semesterarbeit während seines Filmstudiums einen 20 Minuten langen Film drehen müssen, wobei er zufällig auf die Pilgerreise aufmerksam gemacht wurde. «Nun dauert der Film zwar 110 Minuten, aber er ist keine Minute zu lang.»

Ob sich deswegen in Rom viel ändern wird, bleibt wohl offen. Doch im Kanton Luzern tut sich laut Regina Käppeli, die auch Mitglied im Kirchenrat der Kirchgemeinde Sursee ist, etwas. So wird in der katholischen Landeskirche des Kantons ab Februar während zweier Jahre eine Arbeitsgruppe für eine «geschwisterliche Kirche» eingesetzt. Diese soll aufzeigen, wie in der katholischen Kirche vermehrt Frauen und Männer zusammen entscheiden können.

Matthias Stadler

matthias.stadler@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Der Film «Habemus Feminas» wird heute um 19 Uhr im Stadttheater Sursee gezeigt. Anschliessend findet ein Podium mit dem Regisseur statt. Türöffnung ist um 18.30 Uhr. Organisator ist die Erwachsenenbildung der Pfarrei St. Georg Sursee. Eintritt frei, Türkollekte.

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