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FILMMUSIK: Livemusik rettet den Filmschinken

«Pirates of the Caribbean»: Das Konzept aus Konzert, Film und Kulinarik begeisterte im KKL zum zweiten Mal. Jetzt soll es in die Welt exportiert werden.
Roman Kühne
Im Luzerner Saal des KKL wird das Drei-Gang-Dinner serviert: Die grossflächigen Leinwände sorgen mit wechselnden Motiven für stimmungsvolles asiatisches Flair. (Bild Nadia Schärli)

Im Luzerner Saal des KKL wird das Drei-Gang-Dinner serviert: Die grossflächigen Leinwände sorgen mit wechselnden Motiven für stimmungsvolles asiatisches Flair. (Bild Nadia Schärli)

Etwas war von Anfang an klar: Die Begeisterung, ja Schwärmerei, die der Anlass im letzten Jahr erreichte, dürfte kaum zu übertreffen sein. Am Freitagabend war Premiere für die erneute Inszenierung des Schurkenspektakels «Pirates of the Caribbean» im KKL mit dem 21st Century Symphony Orchestra & Chorus. Dieses Mal mit dem dritten Teil «At World’s End». Wie schon bei der Premiere vor einem Jahr wird auf ein Gesamterlebnis Kulinarik, Livemusik und Kino gesetzt. Um es gleich vorweg zu nehmen, das hohe Niveau konnte problemlos gehalten werden.

Dies beginnt mit der Inszenierung. Die Fantasiewerkstatt K-Werk-K von Roger Krütli und Martin Kuhn greift dabei auf das letztjährige Material zurück. Einzig im Luzerner Saal, wo das Nachtessen stattfindet, werden die grossflächigen Leinwände mit neuen Bildern und Leben gefüllt. Passend zum asiatisch angehauchten Film, erscheinen in loser Abfolge Drachen, chinesische Dschunken oder auch ein Sumpf, in welchem Totenlämpchen gespenstisch zittern. Die Umsetzung ist dezent, elegant und inspirierend. Die eingespielte Geräuschkulisse zum Glück mehr anregender Funke denn das Gespräch deckelnder Teppich.

Interessiertes Ausland

Exquisit ist auch das Essen. Ein aufmerksamer Service und die Werke des Küchenchefs Christian Iten (Restaurant Red, 15 Gault-Millau-Punkte), momentan wohl ideenreichster Kopf in Luzern, zentrieren das Bild. Pak Choi, Pirates Cut, Wasabi oder Affila-Kresse übernehmen Piratenflair und Chinastimmung. Für das KKL ist der Anlass im Luzerner Saal, die Zusammenarbeit mit dem 21st Century Symphony Orchestra, immer wichtiger. Projektleiter Dominik Isler führt aus: «Wir haben jetzt auch Firmen, die den dekorierten Saal ausserhalb der Konzertabende buchen. Der unattraktive Monat Dezember ist für uns so deckungsstark geworden.» Ein Konzept, das auch das Ausland interessiert. Anwesend sind Kulturmanager aus Paris und Moskau. «Schade, haben wir keine Urheberrechte für den Anlass», schmunzelt Isler. «Disney ist hier sehr strikt. Wir müssen selbst für diesen Abend im Luzerner Saal, wo alles von uns gemacht ist, Gebühren nach Amerika zahlen.» Ein wenig schade, dass das Dessert dieses genussreichen Auftaktes schon vor dem Konzert serviert wird. Aufgrund der Länge des Filmes naheliegend, entfallen so die lustvollen Musik- und Filmgespräche, die man im letzten Jahr mit vorher unbekannten Gästen führen konnte.

Satt und konzentriert

Auch für den Hauptanlass, das Konzert, wurde kein Aufwand gescheut. Die Computersteuerung, die Ludwig Wicki fürs Dirigat zur Verfügung steht, erreicht eine neue Komplexität. Neben wandernden Balken und Taktangaben läuft auf dem Bildschirm zusätzlich eine Uhr mit, die Dauer des jeweiligen Themas anzeigend. Auch musikalisch geht einiges. Stimmgewaltig prägt der Chor den düsteren Anfang, singt das Piratenlied zur Hinrichtung voll und rein. Das Orchester spielt die bekannten Stärken aus. Die wuchtigen Schlachtpassagen werden satt und konzentriert untermalt. Der finale Kampf im Meeresstrudel ist ein packender Höhepunkt. Akzentreich, prägnant, mit schnellen Crescendi spitzen die Musiker das Geschehen zu. Daneben kommt auch der Witz nicht zu kurz. Komponist Hans Zimmer versah diesen dritten Teil mit mehr Leichtigkeit, ja mehr Experimentierfreude als seine Vorgänger. Die absurde, ewig scheinende Musik der Zwischenwelt wird von Flöte und Trommel gekonnt gezeichnet. Der Oboist Peter Vögeli überzeugt mit seinem gesungenen Solo.

Sparrows Schlitzohr-Melodie

Überhaupt sind es diese ruhigeren Augenblicke, die dem Orchester mehr musikalische Entfaltungsmöglichkeiten zugestehen. Die Violinen in der Lyrik unter dem Sternenhimmel, die immer wieder aufs Neue variierte Schlitzohr-Melodie von Jack Sparrow, die gekonnt wogende Bewegung, wenn die Zauberin Calypso in der Eiswüste auftritt.

Drei Stunden Power

Der Instrumentenpark ist wie immer beeindruckend. Diesmal sind es vor allem asiatische Instrumente, Guzhen (Zither), Pipa (Laute), tibetische Gongs sowie ein selten eingesetztes Akkordeon, welche die Würze im Tonerlebnis bilden. Der Klangausgleich bleibt ein Problem, und gegen Schluss leidet die Präzision. Kein Wunder bei diesem 3-Stunden-Filmschinken, der von der Kritik verrissen wurde.

Es ist das Verdienst des Orchesters, ihres Dirigenten Ludwig Wicki, der sicher und musikalisch durch die ständigen Wechsel aus binär und ternär der 800 (!) Seitenpartitur führt, die bewusste Dominanz der Musik über die Tonspur, die diesen Streifen klar an Spannung und Kontur gewinnen lassen. Ein Erfolg, auch zahlenmässig. Laut Pirmin Zängerle, Präsident der 21st Century Productions, wurden dieses Jahr im Vorverkauf ein Drittel mehr Tickets abgesetzt.

Hinweis

21st Century Symphony Orchestra: «Pirates of the Carribean – At World’s End». Aufführungen im KKL Luzern (Konzertsaal): Heute Abend, 19 Uhr, 2.12., 3.12., 6.12., 7.12., je 19.30 Uhr, 8.12. und 29.12., je 19 Uhr. Weitere Aufführungen mit Musik der «Pirates»- Reihe bis 26. Januar 2014. www.21.co.ch

Wir verlosen 3-mal 2 Tickets für die Aufführung von «Pirates of the Carribean – Dead Man’s Chest» am Freitag, 20. Dezember, 19.30 Uhr im KKL. Wählen Sie bis morgen Montag, 24 Uhr, die Telefonnummer 0901 83 30 23 (Fr. 1.– pro Anruf/Festnetztarif), oder nehmen Sie an der Verlosung teil auf www.luzernerzeitung.ch/wettbewerbe

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