FINANZEN: Hirschpark schafft die Kehrtwende

Der Hirschpark hat seine argen Geldprobleme überwunden. Nun stehen ­dringende Renovierungs­arbeiten an.

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Insgesamt 13 Rothirsche leben zurzeit im Luzerner Hirschpark im Friedental. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Insgesamt 13 Rothirsche leben zurzeit im Luzerner Hirschpark im Friedental. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Robert Knobel

Seit 400 Jahren leben in der Stadt Luzern Hirsche – seit über 100 Jahren haben die «Stadthirsche» im Friedental ihr Domizil. Doch so turbulent wie in den vergangenen Jahren ging es rund um den Hirschpark selten zu und her: Angefangen mit der Empörungswelle, die der Stadtrat 2012 mit dem Entscheid auslöste, seinen Beitrag von jährlich 20 000 Franken an den Hirschpark zu streichen. Der Verein Freunde des Hirschparks Luzern war kurz davor, den Park zu schliessen, als Sponsoren in letzter Minute einsprangen, um den Betrieb für ein paar weitere ­Jahre zu sichern.

Plus von 57 000 Franken

Doch schon 2013 sah es wieder zappenduster aus für den Verein: Er schrieb einen Verlust von 43 000 Franken. Die Umgestaltung der Vorzone hatte ein grosses Loch in die Kasse gerissen. Der Verein richtete abermals einen dringenden Appell an Firmen und potenzielle Neumitglieder – mit Erfolg. «Es ist uns finanziell noch nie so gut gegangen wie letztes Jahr», sagt Vereinspräsidentin Anita Weingartner. Die Jahresrechnung 2014 schliesst mit einem Plus von 57 000 Franken ab. Diese Kehrtwende ist einerseits einem leichten Mitgliederzuwachs auf rund 500 Personen zu verdanken. Insbesondere ist es dem Verein aber gelungen, Grosssponsoren zu gewinnen, welche namhafte Beiträge spendeten.

Konkret hat der Verein im vergangenen Jahr 123 000 Franken gesammelt – doppelt so viel wie im Vorjahr. «Damit konnten wir die Situation erst einmal beruhigen – und wir können nun endlich dringende Sanierungsarbeiten in Angriff nehmen», sagt Anita Weingartner. So gilt es etwa, vom Regen unterspülte Mauern zu reparieren und beim Eingang einen neuen Boden zu verlegen. Vor allem soll aber auch das Ziegen­gehege aufgewertet werden. Das alte, morsche Kletter­gerüst wird ersetzt. Aufgewertet wird der Hirschpark auch für die kleinsten Besucher. Diesen Auftrag hat der Verein schon länger vom Kinderparlament erhalten, das 1000 Franken für einen Schaukelhirsch spendete. Allerdings reicht diese Summe nicht ganz für ein neues Spielgerät. Und dem Verein ging es bisher finanziell so schlecht, dass er nicht einmal dafür den fehlenden Betrag aufbringen konnte. Doch nun soll das Spielgerät endlich angeschafft und in der Vorzone des Hirschparks platziert werden.

Hoffen auf Nachwuchs

Zurzeit leben 13 Rothirsche im Hirschpark. Künftig sollen es wieder mehr Tiere sein. Der Verein Freunde des Hirschparks Luzern hat sich zum Ziel gesetzt, den Tierbestand zu vergrössern. Dafür verantwortlich ist der dreijährige Platzhirsch Muck, der seit Herbst 2013 mit den Hirschdamen zusammenlebt. «Wir hoffen, dass es bereits diesen Frühling Nachwuchs gibt», sagt Weingartner. Noch deute aber nichts darauf hin. Muck folgte 2013 auf Nöggi, der wegen seines aggressiven Verhaltens sterben musste. Der neue Platzhirsch habe einen Entwicklungsschub gemacht und werde inzwischen auch von den Hirschdamen akzeptiert, berichtet Weingartner.