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FINANZEN: Investor greift Luthern unter die Arme

Damit die Gemeinde nahe dem geschützten Dorfkern ein Feuerwehrmagazin und einen Werkhof bauen kann, machte die Denkmalpflege Auflagen. Entstanden ist eine unkonventionelle Art der Finanzierung.
In Luthern wohnen immer weniger Menschen – dank einer geplanten Überbauung soll sich das ändern. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)

In Luthern wohnen immer weniger Menschen – dank einer geplanten Überbauung soll sich das ändern. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)

Mitten in Luthern, in unmittelbarer Nähe zu Schule und Kirche, entsteht bald eine Überbauung: Auf dem 1900 Quadratmeter grossen Grundstück «Hof» kommen ein Feuerwehrmagazin und ein Werkhof zu stehen. Und nicht nur dies: Darüber gibts auf zwei Etagen acht Eigentumswohnungen mit 21/2 bis 41/2 Zimmern zum Preis von 290 000 bis 490 000 Franken. Eine ausgeklügelte Antwort auf eine knifflige Ausgangslage, erklärt Hans Peter, Gemeinderat Ressort Finanzen: «Die Gemeinde hatte die Parzelle 2006 gekauft mit der Idee, dort ein neues Feuerwehrmagazin und den Werkhof zu bauen.»

Das jetzige Magazin sei für die heutigen Fahrzeuge zu klein geworden, ein Werkhof fehlte. «Wir mussten das Material und die Gerätschaften auf viele Standorte verteilen.» Da das Grundstück aber den geschützten Dorfkern tangiert, hätte die kantonale Denkmalpflege einen hallenartigen Bau alleine nicht toleriert. Eine gemischte Nutzung musste her. Peter: «Wohnungen zu bauen, ist aber keine Gemeindeaufgabe und wäre finanziell nicht verkraftbar gewesen.»

Holzbauer investiert in die Talschaft

Um die Baukosten von 5 Millionen Franken zu stemmen, suchte der Gemeinderat einen Investor und stiess auf Walter Schär, Besitzer der gleichnamigen Altbürer Holzbaufirma und Kulturveranstalter im «Bau 4» (Ausgabe vom 6. April 2016). Um das Projekt auf die Beine zu stellen, trägt die Schärholzbau AG die finanzielle Verantwortung für die Wohnungen und deren Verkauf. Die für den Bau des Projekts nötigen 1160 Quadratmeter wurde ihr für 150 800 Franken übertragen. Die Gemeinde beteiligt sich mit 1,7 Millionen am Bau von Magazin und Werkhof und übernimmt diese im Stockwerkeigentum. «Diese Lösung kommt für uns nicht teurer als der Bau an einem anderen Standort und garantiert uns zugleich die grösstmögliche Planungssicherheit», sagt Peter.

Für Walter Schär wiederum war es die Chance, eine alte Idee an einem neuen Ort zu realisieren. «Im Bregenzer Wald entstand in ähnlichen Partnerschaften viel gute Architektur», sagt Schär. «Diesen innovativen Geist habe ich auch in Luthern gespürt.» Sein Engagement sei nicht als «reines Business» zu verstehen. «Es gäbe einfachere Wege, um Geld zu machen.» Nicht zuletzt, weil ein Markt für Eigentumswohnungen in der Talschaft fehle: Keine einzige wurde bisher verkauft. «Diese Unsicherheit decken wir mit Zuversicht.» Er sehe sich auch nicht als Mäzen, der für eine Randregion als Retter auftauche. «Im Vordergrund steht für mich die Wertschöpfungskette. Holz aus der Region wird in der Region verbaut. Dieser Kreislauf interessiert mich.»

Am nächsten Donnerstag findet der Spatenstich statt, im Sommer 2018 sollen die Gebäude bezugsbereit sein. Peter hofft, dass sich die Überbauung bewährt: «Es wäre wünschenswert, wenn der neue Wohnraum im Dorf die Abwanderung bremsen würde.»

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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