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FINANZEN: Kulturförderung: Regierungsrat Wyss legt Minimalziel fest

Heuer sollen 21,44 Millionen Franken in die Luzerner Kulturförderung fliessen. Dieselbe Summe will Regierungsrat Wyss für 2019 und 2020 bereitstellen. Dieses Versprechen geht Kulturschaffenden nicht weit genug.
Evelyne Fischer
Profitierte 2017 von kantonalen Kulturgeldern: das Jugendtheater Willisau, hier mit dem Stück «Aus dem Takt». (Bild: Nadia Schärli (9. Juni 2017))

Profitierte 2017 von kantonalen Kulturgeldern: das Jugendtheater Willisau, hier mit dem Stück «Aus dem Takt». (Bild: Nadia Schärli (9. Juni 2017))

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

«Ich will die kantonalen Finanzen nicht schönreden», sagte Regierungsrat Reto Wyss (CVP) an der Pressekonferenz vom Montag. «2017 war für mich als Kulturdirektor nicht zufriedenstellend.» Eingeladen hatte Wyss, weil er «Unsicherheiten» über den Zustand und die Gelder der Kulturförderung festgestellt habe. Daher wolle er nun aufzeigen: «Kultur findet 2018 statt.» Auf Nachfrage sagte Wyss, der Anlass sei nicht ein Reflex auf den Schmähpreis «Toro Embolado», der ihm das Radio 3fach kürzlich zugesprochen hat (Ausgabe vom 11. Januar). «Ich muss auf gar nichts reagieren.»

Nun denn: 21,44 Millionen Franken sollen 2018 in die Luzerner Kulturförderung fliessen. Davon gehen 18,9 Millionen an den Zweckverband der grossen Kulturbetriebe – dazu zählen das Verkehrshaus, das Luzerner Theater, das Luzerner Sinfonieorchester, das Lucerne Festival, das Kunstmuseum Luzern und neu auch die Stiftung Rosengart. Zum Vergleich: 2016 war die Gesamtsumme 2 Millionen höher.

Kulturgeld von Privaten: Nur 200 000 statt 400 000

Gut 2,5 Millionen stehen folglich für regionale Kulturveranstalter, die Filmförderung oder Theater auf der Landschaft zur Verfügung. Sie stammen gänzlich aus dem Lotteriefonds. In die selektive Produktionsförderung – die Unterstützung von Kulturschaffenden – fliessen 690 000 Franken. Unerreicht bleiben damit zwar die 740 000 Franken im Jahr 2016, immerhin sind es aber 440 000 Franken mehr als 2017. Einen wesentlichen Zustupf daran leisten Private: 200 000 Franken stammen vom Verein zur Förderung der freien Kulturszene (FFK). Angekündigt war allerdings das Doppelte (Ausgabe vom 28. September 2017). Mitgründer Bruno Affentranger erklärt die Diskrepanz wie folgt: «Wir wollen uns für einen Beitrag verpflichten, den wir auch sicher beisteuern können.» Sowohl für 2018 als auch für 2019. Er gehe nach wie vor davon aus, dass sich jährlich «350 000 bis 400 000 Franken» von Privaten auftreiben lassen. Bislang sind 110 000 Franken gesammelt – die Summe blieb seit Herbst unverändert.

Zur «Überbrückung» ist Reto Wyss froh über dieses Engagement. Klar sei aber: «Dies kann nicht zum Dauerzustand werden. Kulturförderung ist und bleibt eine Staatsaufgabe.» Und damit gab er ein Versprechen ab: «Es ist mein Ziel, für die Folgejahre 2019 und 2020 nach Lösungen zu suchen, damit die Mittel analog dem Jahr 2018 weiter zur Verfügung stehen.» Aber: Hätte es nicht ein stärkeres Signal gebraucht, um den Unmut der Kulturschaffenden zu besänftigen? Wyss will von einem solchen «Graben» nichts wissen. Mit seiner Zielsetzung zeige er «Sinn für die Realität» angesichts der kantonalen Finanzlage, die auch in Zukunft «anspruchsvoll» bleibe.

Wyss’ Pläne reichen Eva Laniado, Geschäftsleiterin der IG Kultur, nicht. «21,44 Millionen Franken hören sich gut an. Von der ursprünglichen Summe im Jahr 2016 sind wir aber noch entfernt. Das Bekenntnis zur Kulturförderung freut mich, uns fehlt aber das Vertrauen in die Regierung», sagt sie und bemerkt, der angesprochene Graben existiere sehr wohl. «Wie der Kanton die diesjährigen Beiträge des FFK selbst wieder beisteuern will und wie es beim Zweckverband der grossen Kulturbetriebe nach 2020 weitergeht, ist noch offen.»

Der Kanton wollte seine Beiträge an den Zweckverband um 1,7 Millionen kürzen. Um die Sparmassnahme abzufedern, kamen Kanton und Stadt Luzern je 500 000 Franken entgegen. Damit erhalten die Kulturbetriebe bis 2020 jährlich 27,5 Millionen. 70 Prozent dieses Betrags übernimmt gemäss Verteilschlüssel der Kanton, 30 Prozent die Stadt.

Reto Wyss (Bild: Roger Grütter/LZ)

Reto Wyss (Bild: Roger Grütter/LZ)

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